Got­tes Exis­tenz, Teil 7: Schlussbemerkungen

Themenbereiche: Die Existenz Gottes

Wie wir bereits ein­gangs sag­ten, sind alle auf­ge­führ­ten Argu­men­te kei­ne abso­lu­ten Bewei­se für Got­tes Exis­tenz. Unse­re Absicht ist es den­noch zu zei­gen, dass die­se Fra­ge nicht mit den übli­chen Ein­wän­den ver­drängt wer­den soll­te. Denen, die ehr­lich und ernst­haft suchen, wol­len wir hel­fen zu erken­nen, dass ent­ge­gen der land­läu­fi­gen Mei­nung die Fra­ge nach dem Dasein Got­tes unse­rer Natur sehr naheliegt.

Bild eines Puzzles, bei dem nur noch das letzte Teil an seinen Platz gelegt werden muss, um es zu vervollständigen. Das Bild ist ein Hinweis auf das Ziel des letzten, abschließenden Abschnitts des großen Themas über die Existenz Gottes.

Argu­men­te kön­nen jeman­dem hel­fen, Got­tes Exis­tenz anzu­neh­men, aber die Ehr­furcht vor Gott ist eine freie Ent­schei­dung jedes Ein­zel­nen. Sie kann nicht durch Argu­men­te erreicht wer­den, son­dern hängt allein von der Offen­heit und der Her­zen­s­ein­stel­lung jedes Men­schen ab. Vie­le glau­ben des­halb nicht, dass es Gott gibt, weil sie ihr Leben nicht ändern wol­len. (Die Annah­me, dass Gott exis­tiert, ist nicht das­sel­be wie der Glau­be an Gott, d. h. eine per­sön­li­che Bezie­hung zu ihm zu haben und nach sei­nem Wil­len zu leben.)

Die Aner­ken­nung der Exis­tenz Got­tes berührt den Men­schen in sei­nem tiefs­ten Inne­ren und for­dert ihn auf, Stel­lung zu bezie­hen. Es erfor­dert Respekt vor Gott, sei­ne Exis­tenz zu beja­hen. Denn das bedeu­tet letzt­lich auch, sein ego­is­ti­sches, ungläu­bi­ges Leben zu hin­ter­fra­gen und auf­ge­ben zu wol­len – das ist auch der Stolz und die Bedeu­tung, die man in die­ser Welt haben möch­te. Es erfor­dert Demut, sei­ne eige­ne Klein­heit und Schwä­chen aner­ken­nen zu wollen.

Gott wirk­lich zu akzep­tie­ren bedeu­tet, auch die Bezie­hung, die er anbie­tet, anzu­neh­men. Dies schließt die Bereit­schaft ein, ihn ken­nen­zu­ler­nen, ihm Zeit und Ohr zu wid­men und das Leben gemäß sei­nes Pla­nes ohne Vor­be­hal­te zu ändern. Dies bedeu­tet ande­rer­seits auch, alles zurück­zu­wei­sen, was ihm miss­fällt, auf alles zu ver­zich­ten, was ver­hin­dert, ihn zu finden.

Oft sehen die Men­schen nur die For­de­rung nach Ver­zicht als Wesens­merk­mal der Bezie­hung zu Gott und über­se­hen dabei, dass wir gera­de auf die Din­ge ver­zich­ten sol­len, die uns am Fin­den eines erfüll­ten Lebens hin­dern, das uns ja nur der Schöp­fer des Lebens geben kann.

Was offen­bart uns nun die­se Gier und die­se Ohn­macht, wenn nicht dies, dass es einst im Men­schen ein wahr­haf­tes Glück gege­ben hat, von dem ihm jetzt nur ein Zei­chen und eine ganz lee­re Spur ver­bleibt, die er sinn­los mit allem aus­zu­fül­len ver­sucht, was ihn umgibt, indem er bei den abwe­sen­den Din­gen die Hil­fe sucht, die er von den gegen­wär­ti­gen nicht erhält, die aber alle unfä­hig sind, ihm zu hel­fen, weil der unend­li­che Abgrund nur von einem unend­li­chen und unwan­del­ba­ren Gegen­stand, das heißt von Gott selbst, aus­ge­füllt wer­den kann. (Blai­se Pas­cal 1623–1662; Mathe­ma­ti­ker, Phy­si­ker und Phi­lo­soph, Gedan­ken, 225, 1964, S. 95)

Denn wenn jemand sein Leben erret­ten will, wird er es ver­lie­ren; wenn aber jemand sein Leben ver­liert um mei­net­wil­len, wird er es fin­den. Denn was wird es einem Men­schen nüt­zen, wenn er die gan­ze Welt gewön­ne, aber sein Leben ein­büß­te? Oder was wird ein Mensch als Löse­geld geben für sein Leben? (Mat­thä­us 16,25–26)

Unter­werft euch nun Gott! Wider­steht aber dem Teu­fel, und er wird von euch flie­hen. Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säu­bert die Hän­de, ihr Sün­der, und rei­nigt die Her­zen, ihr Wan­kel­mü­ti­gen! (Jako­bus 4,7–8)

… wel­cher will, daß alle Men­schen erret­tet wer­den und zur Erkennt­nis der Wahr­heit kom­men. (1. Timo­theus 2,4)

… daß sie Gott suchen, ob sie ihn wohl tas­tend füh­len und fin­den möch­ten, obgleich er nicht fern ist von jedem von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir, wie auch eini­ge eurer Dich­ter gesagt haben: „Denn wir sind auch sein Geschlecht.“ (Apos­tel­ge­schich­te 17,27–28)

… ja, wenn du den Ver­stand anrufst, zum Ver­ständ­nis erhebst dei­ne Stim­me, wenn du es suchst wie Sil­ber und wie Schät­zen ihm nach­spürst, dann wirst du ver­ste­hen die Furcht des HERRN und die Erkennt­nis Got­tes gewin­nen. Denn der HERR gibt Weis­heit. Aus sei­nem Mund [kom­men] Erkennt­nis und Ver­ständ­nis. (Sprü­che 2,3–6)

Bit­tet, und es wird euch gege­ben wer­den; sucht, und ihr wer­det fin­den; klopft an, und es wird euch auf­ge­tan wer­den. Denn jeder Bit­ten­de emp­fängt, und der Suchen­de fin­det, und dem Anklop­fen­den wird auf­ge­tan wer­den. (Mat­thä­us 7,7–8)

Kommt her zu mir, alle ihr Müh­se­li­gen und Bela­de­nen, und ich wer­de euch Ruhe geben. (Mat­thä­us 11,28)

Sie­he, ich ste­he an der Tür und klop­fe an; wenn jemand mei­ne Stim­me hört und die Tür öff­net, zu dem wer­de ich hin­ein­ge­hen und mit ihm essen, und er mit mir. (Offen­ba­rung 3,20)