Gottes Existenz, Teil 1: Das Argument aufgrund der Existenz
Wie wir bereits eingangs sagten, sind alle aufgeführten Argumente keine absoluten Beweise für Gottes Existenz. Unsere Absicht ist es dennoch zu zeigen, dass diese Frage nicht mit den üblichen Einwänden verdrängt werden sollte. Denen, die ehrlich und ernsthaft suchen, wollen wir helfen zu erkennen, dass entgegen der landläufigen Meinung die Frage nach dem Dasein Gottes unserer Natur sehr naheliegt.

Argumente können jemandem helfen, Gottes Existenz anzunehmen, aber die Ehrfurcht vor Gott ist eine freie Entscheidung jedes Einzelnen. Sie kann nicht durch Argumente erreicht werden, sondern hängt allein von der Offenheit und der Herzenseinstellung jedes Menschen ab. Viele glauben deshalb nicht, dass es Gott gibt, weil sie ihr Leben nicht ändern wollen. (Die Annahme, dass Gott existiert, ist nicht dasselbe wie der Glaube an Gott, d. h. eine persönliche Beziehung zu ihm zu haben und nach seinem Willen zu leben.)
Die Anerkennung der Existenz Gottes berührt den Menschen in seinem tiefsten Inneren und fordert ihn auf, Stellung zu beziehen. Es erfordert Respekt vor Gott, seine Existenz zu bejahen. Denn das bedeutet letztlich auch, sein egoistisches, ungläubiges Leben zu hinterfragen und aufgeben zu wollen – das ist auch der Stolz und die Bedeutung, die man in dieser Welt haben möchte. Es erfordert Demut, seine eigene Kleinheit und Schwächen anerkennen zu wollen.
Gott wirklich zu akzeptieren bedeutet, auch die Beziehung, die er anbietet, anzunehmen. Dies schließt die Bereitschaft ein, ihn kennenzulernen, ihm Zeit und Ohr zu widmen und das Leben gemäß seines Planes ohne Vorbehalte zu ändern. Dies bedeutet andererseits auch, alles zurückzuweisen, was ihm missfällt, auf alles zu verzichten, was verhindert, ihn zu finden.
Oft sehen die Menschen nur die Forderung nach Verzicht als Wesensmerkmal der Beziehung zu Gott und übersehen dabei, dass wir gerade auf die Dinge verzichten sollen, die uns am Finden eines erfüllten Lebens hindern, das uns ja nur der Schöpfer des Lebens geben kann.
Was offenbart uns nun diese Gier und diese Ohnmacht, wenn nicht dies, dass es einst im Menschen ein wahrhaftes Glück gegeben hat, von dem ihm jetzt nur ein Zeichen und eine ganz leere Spur verbleibt, die er sinnlos mit allem auszufüllen versucht, was ihn umgibt, indem er bei den abwesenden Dingen die Hilfe sucht, die er von den gegenwärtigen nicht erhält, die aber alle unfähig sind, ihm zu helfen, weil der unendliche Abgrund nur von einem unendlichen und unwandelbaren Gegenstand, das heißt von Gott selbst, ausgefüllt werden kann. (Blaise Pascal 1623–1662; Mathematiker, Physiker und Philosoph, Gedanken, 225, 1964, S. 95)
Denn wenn jemand sein Leben erretten will, wird er es verlieren; wenn aber jemand sein Leben verliert um meinetwillen, wird er es finden. Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne, aber sein Leben einbüßte? Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für sein Leben? (Matthäus 16,25–26)
Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel, und er wird von euch fliehen. Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! (Jakobus 4,7–8)
… welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1. Timotheus 2,4)
… daß sie Gott suchen, ob sie ihn wohl tastend fühlen und finden möchten, obgleich er nicht fern ist von jedem von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir, wie auch einige eurer Dichter gesagt haben: „Denn wir sind auch sein Geschlecht.“ (Apostelgeschichte 17,27–28)
… ja, wenn du den Verstand anrufst, zum Verständnis erhebst deine Stimme, wenn du es suchst wie Silber und wie Schätzen ihm nachspürst, dann wirst du verstehen die Furcht des HERRN und die Erkenntnis Gottes gewinnen. Denn der HERR gibt Weisheit. Aus seinem Mund [kommen] Erkenntnis und Verständnis. (Sprüche 2,3–6)
Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden. Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden. (Matthäus 7,7–8)
Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. (Matthäus 11,28)
Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir. (Offenbarung 3,20)