Gottes Existenz, Teil 1: Das Argument aufgrund der Existenz
Zuerst wollen wir einige der häufig angeführten Gründe behandeln, warum die Argumente für die Existenz Gottes nicht interessant oder überzeugend genug sind.

Dieses Bild hat sich durch zahlreiche Bilder, Gemälde und Statuen, die den „Glauben“ einfach und greifbar machen sollten, in die Vorstellung der Menschen eingebrannt. Auch wir lehnen dieses falsche Gottesbild ab. Dies löst aber nicht die Frage nach Gottes Existenz. Jesu Lehre liefert eine völlig andere Vorstellung von Gott, nämlich die der geistlichen und unsichtbaren Gottheit, die weder materiell noch durch menschliche Kunst darstellbar ist.
Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten. (Johannes 4,23–24)
Wenn wir über Gott sprechen, müssen wir den Unterschied zwischen dem Wesen der Dinge der materiellen Welt und dem Wesen des Einen, der über diesen Dingen steht, beachten. Die Wissenschaft kann nur untersuchen und erklären, was sich innerhalb des Rahmens des existierenden Universums befindet. Beim richtigen Verständnis des Begriffes „Gott“ setzen wir ihn als den Schöpfer aller Dinge voraus. Wir können ihn dann aber nicht der Begrenztheit dieser Welt unterworfen betrachten, da er doch selbst diese Grenzen bestimmt hat. Deshalb werden diejenigen, die Gottes Existenz durch wissenschaftliche Methoden beweisen oder auch widerlegen wollen, nie eine endgültige Antwort erhalten, wenngleich die Ergebnisse der Wissenschaft viel eher für den Glauben an Gott als für den Materialismus sprechen.
Weshalb ist er sicher, dass er dann glaubte? Wenn jemand etwas nicht akzeptieren möchte, überzeugt ihn auch das klarste Zeichen nicht. Nur zur Veranschaulichung: Jeder konnte schon erfahren, dass man die Wahrheit leugnen kann. Wenn man nur einmal in seinem Leben lügt – und wer hat das nicht getan – hat man zumindest einmal die Wahrheit (über eine bestimmte Situation), die man doch kannte, geleugnet. Somit ist es eben möglich, dass jemand sieht, was richtig ist, es jedoch nicht annimmt. Es ist also nicht genug, dass die Wahrheit offenbart wird; auch die Annahme derselben ist vonnöten.
Wenn sich der allmächtige Gott jedoch mit seiner gesamten Kraft und Größe zeigte, wäre der Mensch allerdings gezwungen, an ihn zu „glauben“. Er wäre nicht mehr frei, sich selbst für ein Leben gemäß den Geboten Gottes zu entscheiden.
Unser Ziel hier ist aber gerade, darauf hinzuweisen, dass sich Gott in Wirklichkeit den Menschen bereits in mannigfacher Weise gezeigt hat und immer noch zeigt, sofern Willen und Offenheit vorhanden sind.
Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles eines. Ich glaube an Letzteres. … (Albert Einstein)
Eine ganz ausführliche Erklärung dieses Themas würde den hier angestrebten Rahmen sprengen, aber als grundsätzlichen Ausgangspunkt können wir sagen: In den allermeisten Fällen ist es leicht erkennbar, dass der Grund für Leid und Böses in unserer Welt die Entscheidung der Menschen eben für Böses ist. Gemäß dem christlichen Verständnis wollte Gott nie irgend etwas Schlechtes für die Menschen. Er schuf eine vollkommene Welt, in die er den Menschen, ausgestattet mit dem freien Willen, hineinstellte. Gott respektiert die Würde des Menschen, was gerade an der Akzeptanz der schlechten Entscheidungen besonders deutlich wird. Diese Freiheit verdiente ihren Namen nicht, akzeptierte Gott beispielsweise nur die guten Entschlüsse, die keine negativen Auswirkungen hätten. Nun aber lässt Gott auch Böses zu, ansonsten wäre der Mensch eher als Puppe zu betrachten. Es ist leider traurige Realität, dass sehr viele Menschen ihren freien Willen nicht in guter Weise gebrauchen; sie denken nicht an andere, sondern fast ausschließlich an sich selbst. Viele Leiden könnten leicht vermieden werden, wenn Menschen einander helfen und nach dem Prinzip handeln würden: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Sogar viele Krankheiten werden durch die Unverantwortlichkeit der Menschen verursacht. Auch wenn es nicht immer so offensichtlich ist, so beeinflussen wir einander auf vielfältige Weise.
Natürlich gibt es auch andere Ereignisse wie Unwetter, Überflutungen, Erdbeben u. a., die nicht oder nicht direkt von der Menschheit verursacht werden, jedoch auch Leiden verursachen. Wir müssen uns aber bewusst machen, dass wir mit Intelligenz und vielen Fähigkeiten ausgestattet wurden, die uns helfen können, viele schlechte Konsequenzen solcher Naturphänomene zu verhindern. Der Einsatz unseres Wissens und der Erkenntnis in vernünftiger und eben nicht in egoistischer Weise könnte uns oft besser schützen, als es heutzutage vielfach der Fall ist. Ein erster Schritt wäre beispielsweise, dass Menschen nicht gerade in stark gefährdeten Regionen leben sollten.
Trotzdem müssen wir zugeben, dass diese Frage sicherlich eine der schwierigsten überhaupt ist. Wir verstehen, dass Menschen, von schwerem Leid getroffen, diese Frage stellen. Andererseits wollen wir aber auch darauf hinweisen, dass der Mensch gerade durch Leid zu einem tieferen Verständnis des Lebens und des Zieles seiner Existenz durchdringen kann, denn es fordert ihn förmlich dazu heraus, über den Sinn des Lebens nachzudenken. So sind sich leidende Menschen viel eher als gesunde der relativen Unwichtigkeit materieller Dinge bewusst, und fangen an, nach einem tieferen Sinn ihres Lebens zu suchen.