Smart­phones und Internet

Themenbereiche: Christen in der Welt
Schlagwörter: heiliges Leben

War­um wir die­sen Text schreiben

Noch nie in der Geschich­te war der tech­ni­sche Fort­schritt so schnell wie heu­te. Er soll unser Leben erleich­tern und stellt uns bis­her unbe­kann­te Pro­duk­te zur Ver­fü­gung. Einer­seits erwei­sen sich vie­le Din­ge als sehr nütz­lich, ande­rer­seits sind auch zahl­rei­che nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf den kör­per­li­chen und geist­li­chen Zustand der Men­schen und der Gesell­schaft zu bekla­gen. Was den­ken Chris­ten dazu? Was sagt uns die Bibel über den Gebrauch der Tech­no­lo­gie in unse­rer Zeit, ein Buch das vor etwa zwei- bis drei­tau­send Jah­ren geschrie­ben wur­de? Wel­che geist­li­chen Gefah­ren gibt es? Wir möch­ten ver­su­chen, die­se Fra­gen zu beantworten.

Die Silhouette eines Mannes im Sonnenuntergang, der am Wasser auf sein Smartphone schaut, anstatt Gottes Schöpfung zu bewundern.

1 Unse­re heu­ti­ge Situation

1.1 Digi­ta­le Sucht (Smart­phone- und Computerspielabhängigkeit)

Wir leben im Zeit­al­ter von Fern­se­hen, PCs, Inter­net, Smart­phones und Tablets. Es gibt Men­schen, die täg­lich Stun­den an die­sen Gerä­ten ver­brin­gen, um sich zu unter­hal­ten. Vie­le Fern­seh­pro­gram­me und Vide­os befrie­di­gen die Gier der Men­schen nach Span­nung und Sinn­li­chem und fül­len ihr Den­ken mit Gewalt, sexu­el­len Sün­den, Unmo­ral, Eitel­keit und Bos­heit – um nur eini­ge der Merk­ma­le zu nen­nen, mit denen sie ihre Kon­su­men­ten locken wol­len. Com­pu­ter­spie­le ver­set­zen die Men­schen in eine Fan­ta­sie­welt und machen sie zugleich durch Beloh­nung mit vir­tu­el­lem Erfolg und Besitz abhän­gig. Die Unmen­gen an im Inter­net zur Ver­fü­gung ste­hen­der Infor­ma­ti­on nimmt die User in Beschlag. Sie fin­den Freu­de dar­an, immer mehr zu wis­sen und sind stolz dar­auf. Die jün­ge­re Gene­ra­ti­on hat immer weni­ger Ach­tung vor der Auto­ri­tät ihrer Leh­rer und Eltern, weil sie vie­les, was sie ler­nen sol­len mit Such­ma­schi­nen erfah­ren kön­nen. Sie kön­nen Lan­ge­wei­le leicht über­win­den und ihre Zeit mit den neu­es­ten Vide­os, Spie­len, Nach­rich­ten oder Apps tot­schla­gen. Es gibt mehr als genug davon im Internet.

Es ist auch weit­ver­brei­tet, die­sen raschen und beque­men Zugang zur Infor­ma­ti­on für Por­no­gra­phie zu miss­brau­chen. Dadurch wird die Gedan­ken­welt der Men­schen mit Schmutz gefüllt und erweckt eine nicht zu sät­ti­gen­de Lust nach mehr. Mit einem Smart­phone ist all das mit einer klei­nen Bewe­gung mit dem Fin­ger immer und über­all ver­füg­bar. Die Ver­wen­dung die­ser Gerä­te für sinn­lo­se und sünd­haf­te Din­ge hat ein der­ar­ti­ges Aus­maß ange­nom­men, dass man, wenn die Men­schen auf sie ver­zich­ten wür­den, min­des­tens eini­ge Kraft­wer­ke abschal­ten könn­te, die man sonst zur Pro­duk­ti­on der Ener­gie benö­tigt, die für den Betrieb die­ser Appa­ra­te und für die Daten­über­tra­gung ver­wen­det wird.

Je mehr man in die Beschäf­ti­gung mit die­sen Gerä­ten hin­ein­ge­zo­gen wird, umso viel­fäl­ti­ger sind die Fol­gen. Wenn man mit ihnen nicht rich­tig umgeht, machen sie einen abhän­gig. Das führt dazu, sei­ne Auf­ga­ben und Bezie­hun­gen im wirk­li­chen Leben zu ver­nach­läs­si­gen. Man wird immer mehr unfä­hig, mit der Wirk­lich­keit umzu­ge­hen und flüch­tet lie­ber in die eige­ne Welt, in der man sich siche­rer fühlt. Fach­leu­te sehen das als eine neu­es Pro­blem unse­rer Gesell­schaft, neben Alko­hol und Tabak, ein Pro­blem, das eine pro­fes­sio­nel­le The­ra­pie braucht. Wäh­rend man sich der Unter­hal­tung aus­setzt wer­den die Her­zen und die Gedan­ken­welt von dem geprägt, was man am Bild­schirm erlebt. Man wird inner­lich ver­wahr­lost und gefühl­los, offen für schlech­te Gedan­ken, unfä­hig zur Lie­be, da man auf sei­ne eige­ne Begier­den fixiert ist.[1]

1.2 Sind Inter­net­freund­schaf­ten nicht hilfreich?

Manch­mal sagen Men­schen, sie hät­ten durch das Inter­net mehr Freun­de gewon­nen, da man schnel­ler, bes­ser und leich­ter kom­mu­ni­zie­ren kön­ne. Räum­li­che Ent­fer­nung kann durch E‑Mails, Chat oder Video-Anru­fe leicht über­wun­den wer­den. Durch sozia­le Netz­wer­ke wie Face­book ist der neue Freund nur einen Maus­klick weit entfernt.

Durch das Inter­net kann man tat­säch­lich neue Men­schen ken­nen­ler­nen. Rich­tig ver­wen­det kann es nütz­lich sein. Es kön­nen Bezie­hun­gen gepflegt wer­den auch mit denen, die wir wegen räum­li­cher Ent­fer­nun­gen nicht ein­fach per­sön­lich tref­fen kön­nen. Aber wer an tie­fen Bezie­hun­gen inter­es­siert ist, weiß, dass das nur eine tem­po­rä­re und kei­nes­falls idea­le Alter­na­ti­ve ist, wie schon Johan­nes, der Jün­ger Jesu, in einem sei­ner Brie­fe schreibt:

Obwohl ich euch vie­les zu schrei­ben habe, woll­te ich es nicht mit Papier und Tin­te tun, son­dern ich hof­fe, zu euch zu kom­men und münd­lich mit euch zu reden, damit unse­re Freu­de voll­kom­men sei. (2. Johan­nes 12)

Wenn Freund­schaf­ten durch sozia­le Netz­wer­ke ent­ste­hen, geht es oft nicht dar­um, für­ein­an­der da zu sein und das Bes­te des ande­ren zu suchen, son­dern um Spaß, Unter­hal­tung und Zeit­ver­treib. So blei­ben die­se Bezie­hun­gen ober­fläch­lich. Da man nicht so leicht prü­fen kann, wer sich hin­ter einem bestimm­ten Nut­zer­na­men ver­birgt, kann man auch vor­ge­ben, jemand ande­rer zu sein und sich in einer Wei­se prä­sen­tie­ren, wo man für ande­re attrak­ti­ver und begeh­rens­wer­ter scheint, um mehr Freun­de zu gewin­nen. Vie­le mögen es, eine spe­zi­el­le Rol­le für ein anony­mes Publi­kum zu spie­len, die sie im rea­len Leben nie haben könn­ten. Ande­re lei­den dar­un­ter, wenn sie von „ihren Freun­den“ vir­tu­ell ein bun­tes, inter­es­san­tes, erfolg­rei­ches Leben gezeigt bekom­men, sie aber ihr eige­nes Leben als grau und trist und sich selbst als Ver­sa­ger emp­fin­den. Das kann zu Neid und Aggres­sio­nen, Zurück­ge­zo­gen­heit, bis hin zu Süch­ten und Depres­sio­nen führen.
Auch das Cyber-Mob­bing ist beson­ders unter Kin­dern und Jugend­li­chen auf Schul­hö­fen, in Klas­sen­zim­mern etc. zu einem Pro­blem gewor­den. Mit unan­ge­neh­men Bil­dern, Video­auf­zeich­nun­gen und bösen Sprü­chen kön­nen die Betrof­fe­nen vir­tu­ell und real an den sozia­len Rand gedrängt und in eine Iden­ti­täts­kri­se geführt werden.
Die sozia­len Netz­wer­ke bie­ten viel Raum für lee­res oder ver­ant­wor­tungs­lo­ses Reden. Unter sol­chen Vor­aus­set­zun­gen ist es schwer, wirk­li­ches Ver­trau­en auf­zu­bau­en. Und trotz­dem kann einen die­se digi­ta­le Welt so ver­ein­nah­men, dass es schwer wird, sich auf ande­res zu kon­zen­trie­ren, wäh­rend man am Smart­phone oder Com­pu­ter auf die nächs­te Nach­richt wartet.

Mit tech­ni­schen Gerä­ten mag man auf digi­ta­ler Ebe­ne Distan­zen über­win­den. Ande­rer­seits führt es leicht dazu, dass die Distanz zu den Men­schen in der unmit­tel­ba­ren Umge­bung grö­ßer wird, weil man mehr Zeit an den Gerä­ten ver­bringt als mit den Men­schen selbst. Die Illu­si­on, vie­le gute Freun­de am ande­ren Ende der Lei­tung zu haben, die man oft per­sön­lich noch nie getrof­fen hat, ist kei­ne Lösung für Ein­sam­keit. Um ech­te, per­sön­li­che Bezie­hun­gen zu bau­en, muss man Zeit für den ande­ren investieren.

Tie­fes Ver­trau­en ist das Kenn­zei­chen einer guten Bezie­hung. Grund­la­ge für Ver­trau­en ist Ehr­lich­keit und Offen­heit, um am Leben von­ein­an­der wirk­lich Anteil neh­men zu kön­nen, weil wir Mas­ken able­gen und zei­gen, wer wir wirk­lich sind. In guten Bezie­hun­gen wer­den wir uns mit all unse­ren Schwach­hei­ten und unse­rem Ver­sa­gen gegen­sei­tig anneh­men und tra­gen. Wir wer­den für­ein­an­der da sein, das Bes­te des ande­ren suchen und gemein­sam den Weg des Lebens gehen bis zu unse­rem ewi­gen Ziel – Gott, der Lie­be ist, von dem wir geliebt sind und von dem wir ler­nen, was Lie­be heißt[2]. Gott selbst bie­tet uns Men­schen eine sol­che Bezie­hung an und lehrt uns, unter­ein­an­der auch sol­che Bezie­hun­gen zu bauen.

2 Die Tat­sa­che der Vereinnahmung

Wie viel Zeit und Eifer wir für Din­ge inves­tie­ren, rich­tet sich weit­ge­hend nach unse­ren Wer­ten. In einer Welt, in der Gott kei­ne Rol­le spielt, ver­bin­den sich die Din­ge, die Men­schen für wert­voll hal­ten, oft mit Sin­nes­lust, selbst­süch­ti­ger Begier­de und Stolz. In der Bibel wer­den wir davor gewarnt, uns von dem, was in der Welt zählt, ver­lei­ten zu las­sen, denn das führt zur Zer­stö­rung der Seele.

Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Lie­be des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Begier­de des Flei­sches und die Begier­de der Augen und der Hoch­mut des Lebens, ist nicht vom Vater, son­dern ist von der Welt. Und die Welt ver­geht und ihre Begier­de; wer aber den Wil­len Got­tes tut, bleibt in Ewig­keit. (1. Johan­nes­brief 2,15–17)

Die Wer­te eines Men­schen, der Gott nicht kennt, wer­den oft bestimmt von dem, was ande­re den­ken. Sie ändern sich je nach dem aktu­el­len Trend. So lebt man immer unter dem Druck, sich den Nor­men ande­rer anpas­sen zu müs­sen, um ihre Aner­ken­nung zu gewin­nen. Man fürch­tet, dass ande­re einen nicht mehr gut fin­den, wenn man nicht mit den neu­es­ten Mode­er­schei­nun­gen mit­hält. Man will ein­an­der über­tref­fen, will der Ers­te sein, das Bes­te zu haben und das Neu­es­te zu wis­sen. Stolz, Neid und Ver­ach­tung machen sich im Leben breit und zer­stö­ren den Frie­den im Her­zen und das Wohl­wol­len gegen­über anderen.

Aber unser Wert hängt weder davon ab, was ande­re über uns den­ken, noch davon, was wir haben oder wie wir aus­se­hen. Wir sind wert­voll, weil unser Schöp­fer uns gemacht hat und uns mit voll­kom­me­ner Lie­be liebt. Er gibt uns unse­re Wür­de und will uns hel­fen, in die­ser flüch­ti­gen Welt fes­ten Grund unter den Füßen zu haben. Jesus hat gesagt:

Jeder nun, der die­se mei­ne Wor­te hört und sie tut, den wer­de ich mit einem klu­gen Mann ver­glei­chen, der sein Haus auf den Fel­sen bau­te; und der Platz­re­gen fiel her­ab, und die Strö­me kamen, und die Win­de weh­ten und stürm­ten gegen jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Fel­sen gegrün­det. (Mat­thä­us 7,24–25)

Wir wer­den leicht zu den welt­li­chen Wer­ten hin­ge­zo­gen, wenn wir die wirk­li­che Erfül­lung unse­res Lebens nicht fin­den. Nur in Gott kann der Mensch blei­ben­de Erfül­lung, Frie­den und Sicher­heit fin­den – so hat Gott uns Men­schen geschaf­fen. Wer Gott zurück­weist und von ihm getrennt ist, bleibt allein und sucht nach Ersatz­er­fül­lung. Das haben die Men­schen die gan­ze Mensch­heits­ge­schich­te hin­durch gemacht. In allen mög­li­chen Din­gen sucht man nach Befrie­di­gung, ange­fan­gen mit maß­lo­sem Arbei­ten, Essen, Alko­hol­kon­sum, über Unter­hal­tung, sexu­el­le Aus­schwei­fung, Dro­gen, Geld, Besitz … Man denkt sich immer wie­der neue Din­ge aus und fin­det doch nicht zum Frie­den. Hier ist es ganz wich­tig, ein­mal inne­zu­hal­ten und sich bewusst zu machen, was da falsch läuft, sich Zeit zu neh­men, eine wirk­li­che Lösung zu suchen, anstatt sich in Ablen­kung zu flüchten.

Ober­fläch­li­che Freu­de und schnell zu haben­der Ner­ven­kit­zel sind nur eine momen­ta­ne Befrie­di­gung der inne­ren Unru­he und Sehn­sucht des Men­schen. Bald danach kommt die quä­len­de Lee­re wie­der zurück – das ist das Wesen der Sün­de. Wenn der Mensch ohne Gott lebt, muss er sich an ande­ren Din­gen fest­hal­ten, die das Leben irgend­wie wert­voll erschei­nen las­sen, die aber – wenn man ehr­lich hin­schaut – kei­nen blei­ben­den Wert haben.

Las­sen wir uns die Frei­heit nicht neh­men, “Nein” zu sagen zu die­ser welt­li­chen Gesin­nung. Die­se Din­ge zer­stö­ren nicht nur das Gute im Her­zen und Den­ken, sie füh­ren auch zur ewi­gen Tren­nung von unse­rem Schöp­fer. Er ruft uns auf, unse­re Her­zen, unser Den­ken und unser Leben zu ver­än­dern, und will uns alle Hil­fe dazu geben:

Denn die Gna­de Got­tes ist erschie­nen, um alle Men­schen zu ret­ten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gott­lo­sig­keit und den irdi­schen Begier­den los­zu­sa­gen und beson­nen, gerecht und fromm in die­ser Welt zu leben … (Titus 2,11–12)

3 Bist du auch betroffen?

Hat der fal­sche Umgang mit den Medi­en und der Tech­nik auch dein Leben schon so beein­flusst, wie in die­sem Text beschrie­ben? Dann lass dich nicht län­ger von die­sem momen­ta­nen Kit­zel ver­ein­nah­men und ver­skla­ven! Denn in Wirk­lich­keit wirst du dei­ner Frei­heit und Wür­de beraubt und übrig bleibt nur Leere.

Mach dich auf die Suche nach dem, was unver­gäng­lich ist! Mel­de dei­ne vir­tu­el­le Iden­ti­tät ruhig ein­mal ab, schal­te dei­ne elek­tro­ni­schen Gerä­te aus, nimm die Kopf­hö­rer aus den Ohren und ent­de­cke die Wirk­lich­keit um dich her­um! Die Flucht aus der Wirk­lich­keit in die vir­tu­el­le Welt löst weder die Lee­re noch die Pro­ble­me in dei­nem Leben. Eine Lösung wird es nur geben, wenn du dich mit der Wirk­lich­keit kon­fron­tierst (auch wenn es manch­mal schmerz­haft ist) und Ver­ant­wor­tung über­nimmst für dein Leben und das ande­rer Men­schen. Ver­steck dei­ne wah­re Iden­ti­tät nicht hin­ter vir­tu­el­len Foren! Such nach wirk­li­chen Bezie­hun­gen und auf­rich­ti­ger Lie­be, vor allem mit DEM, der die Quel­le der Wirk­lich­keit ist und weiß, was das Bes­te für uns ist.

4 Sind Chris­ten gegen Technologie?

Für man­che ist das Chris­ten­tum etwas Alt­mo­di­sches und sie den­ken daher, dass Chris­ten den tech­ni­schen Fort­schritt ableh­nen. Wir möch­ten die­se irri­ge Annah­me durch einen Blick auf die Geschich­te korrigieren.

Unter Tech­no­lo­gie ver­ste­hen vie­le Men­schen in ers­ter Linie moder­ne Erfin­dun­gen wie Com­pu­ter oder Raum­schif­fe. Wir soll­ten jedoch nicht ver­ges­sen, dass sol­che Errun­gen­schaf­ten nicht mög­lich gewe­sen wären ohne die vor­be­rei­ten­den Schrit­te, die in der Ver­gan­gen­heit geleis­tet wur­den, die zu ihrer Zeit in einem wei­te­ren Sinn moder­ne Tech­no­lo­gie waren. Auch Chris­ten haben für den Dienst im Reich Got­tes Tech­no­lo­gie ver­wen­det. Im Neu­en Tes­ta­ment sehen wir, dass der Apos­tel Pau­lus und sei­ne Mit­ar­bei­ter mit Schif­fen gereist sind – damals die schnells­te Mög­lich­keit zu rei­sen -, um Men­schen in ver­schie­de­nen Tei­len des Römi­schen Rei­ches das Evan­ge­li­um zu brin­gen. Als die Wor­te Jesu und der Apos­tel nie­der­ge­schrie­ben wur­den, wur­den sie auf Papy­rus und Per­ga­ment kopiert, spä­ter auch auf Papier. In den letz­ten Jahr­hun­der­ten war es durch den Buch­druck mög­lich, die Bibel kos­ten­güns­ti­ger zu ver­viel­fäl­ti­gen. Dadurch wur­de es für vie­le ein­fa­che Men­schen leich­ter und leist­ba­rer, eine Bibel zu haben. So wur­de die Ver­brei­tung des Evan­ge­li­ums gefördert.

Wir sehen also, dass die Tech­no­lo­gie auch für Chris­ten viel Nut­zen gebracht hat. Chris­ten haben nicht gezö­gert, sie für das rich­ti­ge Ziel ein­zu­set­zen. Als Chris­ten leh­nen wir die Tech­no­lo­gie nicht ab, sehen aber, dass es nötig ist, ihren Gebrauch – vor allem aus einem geist­li­chen Blick­win­kel – sorg­fäl­tig zu über­le­gen. Um das bes­ser zu ver­ste­hen, wol­len wir zuerst schau­en, was die Bibel über Got­tes Plan für die Mensch­heit sagt. Wir lesen dazu im ers­ten Buch der Bibel, dem Buch Gene­sis, den bibli­schen Bericht über den Ursprung der Welt und des Menschen.

5 Der ursprüng­li­che Plan Gottes

Gott hat alles gut gemacht und hat den Men­schen dazu bestimmt, über sei­ne Schöp­fung zu herr­schen, sie zu bebau­en und für sie nach Got­tes Plan Sor­ge zu tragen.

Gott seg­ne­te sie und Gott sprach zu ihnen: Seid frucht­bar und mehrt euch, füllt die Erde und unter­werft sie und wal­tet über die Fische des Mee­res, über die Vögel des Him­mels und über alle Tie­re, die auf der Erde krie­chen! Dann sprach Gott: Sie­he, ich gebe euch alles Gewächs, das Samen bil­det auf der gan­zen Erde, und alle Bäu­me, die Früch­te tra­gen mit Samen dar­in. Euch sol­len sie zur Nah­rung die­nen. Allen Tie­ren der Erde, allen Vögeln des Him­mels und allem, was auf der Erde kriecht, das Lebens­atem in sich hat, gebe ich alles grü­ne Gewächs zur Nah­rung. Und so geschah es. Gott sah alles an, was er gemacht hat­te: Und sie­he, es war sehr gut. Es wur­de Abend und es wur­de Mor­gen: der sechs­te Tag. (Gene­sis 1,28–31)

Gott, der HERR, nahm den Men­schen und gab ihm sei­nen Wohn­sitz im Gar­ten von Eden damit er ihn bear­bei­te und hüte. (Gene­sis 2,15)

Gott hat sei­ne Lie­be zum Men­schen dadurch gezeigt, dass er ihm die Ver­ant­wor­tung für alles, was er erhal­ten hat über­tra­gen hat. Der Mensch soll die Schöp­fung nut­zen – aber er soll das nicht für sei­ne selbst­süch­ti­gen Zie­le, son­dern zum Nut­zen der gan­zen Mensch­heit tun. Dazu hat Gott dem Men­schen mit den ent­spre­chen­den Fähig­kei­ten aus­ge­stat­tet: der Mensch ist fähig, zu orga­ni­sie­ren, zu regeln, zu ver­ste­hen, zu beur­tei­len, etwas zu erneu­ern und zu ver­bes­sern. Der Mensch soll­te das aber nicht unab­hän­gig von Gott tun, son­dern in Zusam­men­ar­beit mit sei­nem Schöp­fer. Die rich­ti­ge Ant­wort des Men­schen auf Got­tes Lie­be ist, dass er treu die Din­ge, die Gott gefal­len und ihn ehren, tut, dass er bestän­dig das Gute tut und Respekt vor Sei­ner Schöp­fung hat. Es ist ein Teil von Got­tes Plan, dass der Mensch sei­ne Krea­ti­vi­tät für gute Zie­le nutzt.

Durch die Sün­de befin­det sich der Mensch jedoch in einem gefal­le­nen Zustand. In die­sem Zustand gibt er Gott nicht mehr den Platz, der ihm zusteht. Ego­is­ti­sche und böse Zie­le, die es frü­her in Got­tes Schöp­fung nicht gab, wur­den ein Teil die­ser Welt. Die Men­schen han­deln lie­ber eigen­süch­tig als den Wil­len des gerech­ten Got­tes zu suchen. Das heißt nicht, dass der Mensch unfä­hig gewor­den ist, etwas Gutes zu tun. Er ist immer noch frei, sich nach sei­nem Gewis­sen für das Tun des Guten zu ent­schei­den, sogar in einer von Gott­lo­sig­keit gepräg­ten Welt.

Des­we­gen ist die Beur­tei­lung, ob eine Erfin­dung gut oder schlecht ist, manch­mal eine kom­ple­xe Sache. Es ist nicht immer so leicht, die Trenn­li­nie zu sehen, wenn wir nur die Erfin­dung selbst sehen. Neh­men wir zum Bei­spiel ein Mes­ser: Man kann es für einen guten Zweck wie die Zube­rei­tung einer Mahl­zeit für die Hung­ri­gen ver­wen­den. Aber mit einem hass­erfüll­ten Herz kann jemand das Mes­ser auch ver­wen­den, um jeman­den zu ver­let­zen. Wir sehen, dass die Absich­ten und die Gesin­nung eines Men­schen eine gro­ße Rol­le spie­len. Genau dar­über spricht auch die Bibel. Das ist es, was wirk­lich zählt, was von zeit­lo­ser Bedeu­tung ist.

Wenn wir unser Leben ganz Gott anver­trau­en und unter­ord­nen, hilft er uns, Gutes von Bösem zu unter­schei­den und zu wis­sen, wann und wie wir die Din­ge, die die Welt anbie­tet, für das wah­re Lebens­ziel nut­zen sol­len. Er zeigt uns die wirk­li­chen, ewi­gen Wer­te, an denen wir uns fest­hal­ten kön­nen und die uns hel­fen, den Ver­su­chun­gen und all dem Bösen in die­ser Welt Wider­stand zu leis­ten. Wenn wir auf ihn hören, befreit er uns von der Ver­skla­vung und dem Grup­pen­druck, wo es immer um selbst­süch­ti­ge Zie­le geht. Er will uns auch unse­re Schuld ver­ge­ben, wenn wir sie mit ehr­li­cher Reue zu ihm brin­gen. Gott kann in unse­rem Leben das schaf­fen, was die Tech­nik nicht schafft: Er rei­nigt unse­re Her­zen und schenkt uns ein neu­es Leben, das von Lie­be und Frie­den und ehr­li­chen, tie­fen, ver­bind­li­chen Bezie­hun­gen geformt und erfüllt ist. Es sind dann nicht mehr die ver­gäng­li­chen Din­ge, die unse­re Gedan­ken ausfüllen.

… Prüft alles und behal­tet das Gute! Mei­det das Böse in jeder Gestalt! (1. Thes­sa­lo­ni­cher­brief 5,21–22)

6 Was sonst noch geschieht …

In die­sem Text ging es haupt­säch­lich um Medi­en-Tech­nik. Es gibt sicher auch vie­le ande­re Din­ge, die der Mensch erfun­den hat und die sehr schlech­te Aus­wir­kun­gen auf die Mensch­heit haben. Die Zer­stö­rung von Umwelt, Gesund­heit und Men­schen­rech­ten sind auch wich­ti­ge Punk­te, die aller­dings den Rah­men die­ses Arti­kels spren­gen würden.

Ein paar weni­ge Gedan­ken wol­len wir den­noch hier noch anfü­gen: Es gibt Gehirn­for­scher wie Man­fred Spit­zer[3] und Adam Gaz­z­aley[4], die zu dem Schluss gekom­men sind, dass die moder­ne Tech­nik Lern­pro­zes­se bei Kin­dern und jun­gen Erwach­se­nen hin­dert. Durch das mit moder­nen Medi­en oft ver­bun­de­ne Mul­ti­tas­king wer­den die Men­schen nicht mehr zu tief­grün­di­gem und kon­zen­trier­tem Nach­den­ken her­aus­for­dert und sind in der Gefahr, es zu ver­ler­nen. Die jun­ge Gene­ra­ti­on ach­tet auch immer weni­ger die Auto­ri­tät ihrer Eltern und Leh­rer, wenn sie mei­nen, durch Such­ma­schi­nen-Wis­sen klü­ger als jene zu sein.

Was die Men­schen­rech­te betrifft, sol­len wir nicht ver­ges­sen, dass unse­re güns­tig erwor­be­nen elek­tro­ni­schen Gerä­te oft von Men­schen unter schlech­ten bis unmensch­li­chen Arbeits­be­din­gun­gen pro­du­ziert wer­den. Die Geld­gier der Her­stel­ler tötet jeden Skru­pel in ihnen, arme Men­schen in Ent­wick­lungs­län­dern aus­zu­beu­ten. Die­se armen Men­schen sind wil­lig, sich den schlech­ten Arbeits­be­din­gun­gen, Druck und Demü­ti­gun­gen zu beu­gen, um ihr täg­li­ches Brot zu ver­die­nen.[5]

7 Unse­re Erfahrungen

Wir sind dank­bar, dass die­je­ni­gen unter uns, die in der Ver­gan­gen­heit von moder­nen Medi­en und der heu­ti­gen Tech­nik ver­ein­nahmt und ver­sklavt waren, den Aus­weg in Jesus gefun­den haben. Wir laden dich ein, uns zu kon­tak­tie­ren und dar­über zu spre­chen, wie wir den Weg aus die­sen Abhän­gig­kei­ten fin­den kön­nen. Wir möch­ten gern unse­re Erfah­run­gen und Gedan­ken dazu teilen.

Jesus ruft uns auf:

Kommt alle zu mir, die ihr müh­se­lig und bela­den seid! Ich will euch erqui­cken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Her­zen demü­tig; und ihr wer­det Ruhe fin­den für eure See­le. Denn mein Joch ist sanft und mei­ne Last ist leicht. (Mat­thä­us 11,28–30)


Fußnoten

  1. Mehr über den Wert der Rein­heit fin­dest du im Arti­kel „Der Wert der Rein­heit“.
  2. Mehr dar­über in „Gott ist die Lie­be“.
  3. Ehren­stein, Clau­dia. „Fin­ger weg vom Rech­ner, Sur­fen macht dumm” In: DIE WELT/Worldcrunch [online]. Ver­öf­fent­licht am 10.09.2012 [Zitiert 2019-02-15]. Quel­le: Fin­ger weg vom Rech­ner, Sur­fen macht dumm.
  4. Gaz­z­aley, Adam. How mobi­le tech can influence our brain. In: CNN Our mobi­le socie­ty [online]. Ver­öf­fent­licht am Sep­tem­ber 23, 2012; Updated 1720 GMT (0120 HKT) [Zitiert 2013-07-16]. Quel­le: CNN: How mobi­le tech can influence our brain.
  5. Bele­ge dafür fin­det man z. B. in: Chi­na Labor Watch.


Mehr über den Wert der Rein­heit fin­dest du im Arti­kel „Der Wert der Rein­heit“.

Mehr dar­über in „Gott ist die Lie­be“.

Ehren­stein, Clau­dia. „Fin­ger weg vom Rech­ner, Sur­fen macht dumm” In: DIE WELT/Worldcrunch [online]. Ver­öf­fent­licht am 10.09.2012 [Zitiert 2019-02-15]. Quel­le: Fin­ger weg vom Rech­ner, Sur­fen macht dumm.

Gaz­z­aley, Adam. How mobi­le tech can influence our brain. In: CNN Our mobi­le socie­ty [online]. Ver­öf­fent­licht am Sep­tem­ber 23, 2012; Updated 1720 GMT (0120 HKT) [Zitiert 2013-07-16]. Quel­le: CNN: How mobi­le tech can influence our brain.

Bele­ge dafür fin­det man z. B. in: Chi­na Labor Watch.