Gottes Existenz, Teil 2: Das Argument vom Plan oder Design (Teleologisches Argument)
Warum existiert unser Universum und warum ist es gerade so, wie es ist?
„Offensichtlich existiert etwas jetzt. Niemals ist etwas aus nichts geworden“ (Epikur).

Dieses erste Argument geht von der sehr grundsätzlichen Beobachtung aus, dass wir und das Universum existieren. Welchen Grund gibt es dafür? Wir werden versuchen, darauf zu antworten.
Wenn wir „Gott“ sagen, meinen wir den Einen, der keinen Anfang und kein Ende hat, der sich nicht verändert. Sein Sein ist absolut unabhängig von allen Dingen. Ziel dieses Textes ist es zu zeigen, dass ein Wesen mit diesen Attributen existieren muss, wenn unsere Welt einen Sinn haben soll. Gottes Eigenschaften erschöpfen sich nicht in den genannten; wir haben hier nur die ganz grundsätzlichen angeführt.
Das nächstliegende Beispiel ist unser eigenes Leben. Einst wurden wir geboren und einmal werden wir sterben. Wir leben, aber unser Leben ist abhängig von vielen Umständen. Wir haben uns nicht selbst entschieden, zu leben, und wir können auch durch unsere Entscheidung den Tod nicht verhindern. Es gibt auch viele Bedingungen und äußere Gründe für unsere Existenz. Mit anderen Worten: Unser Sein hat seinen Grund nicht in uns selbst. Wir sind nicht unabhängig. Fragen wir, warum wir existieren, müssen wir die Antwort außerhalb unser selbst suchen. Mit anderen Dingen im Universum ist es ähnlich, ja in manchen Fällen können wir Anfang und Ende direkt beobachten – Kommen und Gehen, Entstehen und Vergehen. Bei anderen Dingen stellen wir zumindest deren Veränderlichkeit fest. Alles aber, das der Veränderung unterworfen ist, ist nicht völlig unabhängig in seinem Dasein. Das „Leben“ solcher Dinge besteht aus gewissen Abschnitten, die kommen und gehen. Somit schließen wir, dass nicht nur wir selbst, sondern auch alle anderen Dinge ihre Existenz von außen empfangen haben. Existenz ist eine Gabe.
Kleine Kinder lernen Dinge kennen und fragen: „Warum?“, „Woher?“. Versuchen wir zu antworten, ergeben sich weitere Fragen. Es ist geradezu unmöglich, eine Antwort zu finden, die keine weiteren Fragen ergäbe. Früher oder später geben wir auf. Nun ergeben sich zwei Möglichkeiten: Entweder die letzte Antwort existiert, nur ist sie zu komplex, oder sie existiert nicht im Rahmen des Universums, weil dieses von „außen“ entstand. Christen glauben, dass das Letztere richtig ist. Deshalb hält man ihnen oft vor, die einfachere Lösung gewählt zu haben. Aber der Grund, diese Lösung anzunehmen, ist nicht, dass sie die einfachere ist. Es ist die Tatsache, dass das Universum nicht mehr sein kann als die Dinge, die es formen, genauso wenig wie die Menschheit mehr ist als die Menschen selbst, die sie bilden. Wenn also alles im Universum seine Existenz empfangen hat, wie können wir dann vom Universum etwas anderes annehmen? Es ist doch nicht mehr als die Summe aller Dinge in ihm.
Wir glauben, dass das Universum in die Existenz „gerufen“ wurde, und der dies tat, muss völlig unabhängig davon sein, auch unwandelbar und über Zeit und Raum stehend. Die Bibel spricht über Gott als den, der über allem steht:
Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, noch wird er von Menschenhänden bedient, als wenn er noch etwas nötig hätte, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt. (Apostelgeschichte 17,24–25)
Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige. (Offenbarung 1,8)
So spricht der HERR, der König Israels und sein Erlöser, der HERR der Heerscharen: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott. (Jesaja 44,6)