Got­tes Exis­tenz, Teil 1: Das Argu­ment auf­grund der Existenz

Themenbereiche: Die Existenz Gottes

War­um exis­tiert unser Uni­ver­sum und war­um ist es gera­de so, wie es ist?
„Offen­sicht­lich exis­tiert etwas jetzt. Nie­mals ist etwas aus nichts gewor­den“ (Epi­kur).

Beeindruckendes Foto des Sternenhimmels mit der Andromedagalaxie im Zentrum. Die Beobachtung der Sterne und Galaxien wirft die Frage auf, ob es einen Grund für ihre Existenz gibt.

1 Ein­füh­rung

Die­ses ers­te Argu­ment geht von der sehr grund­sätz­li­chen Beob­ach­tung aus, dass wir und das Uni­ver­sum exis­tie­ren. Wel­chen Grund gibt es dafür? Wir wer­den ver­su­chen, dar­auf zu antworten.

Wenn wir „Gott“ sagen, mei­nen wir den Einen, der kei­nen Anfang und kein Ende hat, der sich nicht ver­än­dert. Sein Sein ist abso­lut unab­hän­gig von allen Din­gen. Ziel die­ses Tex­tes ist es zu zei­gen, dass ein Wesen mit die­sen Attri­bu­ten exis­tie­ren muss, wenn unse­re Welt einen Sinn haben soll. Got­tes Eigen­schaf­ten erschöp­fen sich nicht in den genann­ten; wir haben hier nur die ganz grund­sätz­li­chen angeführt.

2 Unse­re Exis­tenz ist ein Geschenk

Das nächst­lie­gen­de Bei­spiel ist unser eige­nes Leben. Einst wur­den wir gebo­ren und ein­mal wer­den wir ster­ben. Wir leben, aber unser Leben ist abhän­gig von vie­len Umstän­den. Wir haben uns nicht selbst ent­schie­den, zu leben, und wir kön­nen auch durch unse­re Ent­schei­dung den Tod nicht ver­hin­dern. Es gibt auch vie­le Bedin­gun­gen und äuße­re Grün­de für unse­re Exis­tenz. Mit ande­ren Wor­ten: Unser Sein hat sei­nen Grund nicht in uns selbst. Wir sind nicht unab­hän­gig. Fra­gen wir, war­um wir exis­tie­ren, müs­sen wir die Ant­wort außer­halb unser selbst suchen. Mit ande­ren Din­gen im Uni­ver­sum ist es ähn­lich, ja in man­chen Fäl­len kön­nen wir Anfang und Ende direkt beob­ach­ten – Kom­men und Gehen, Ent­ste­hen und Ver­ge­hen. Bei ande­ren Din­gen stel­len wir zumin­dest deren Ver­än­der­lich­keit fest. Alles aber, das der Ver­än­de­rung unter­wor­fen ist, ist nicht völ­lig unab­hän­gig in sei­nem Dasein. Das „Leben“ sol­cher Din­ge besteht aus gewis­sen Abschnit­ten, die kom­men und gehen. Somit schlie­ßen wir, dass nicht nur wir selbst, son­dern auch alle ande­ren Din­ge ihre Exis­tenz von außen emp­fan­gen haben. Exis­tenz ist eine Gabe.

3 Das Universum

Klei­ne Kin­der ler­nen Din­ge ken­nen und fra­gen: „War­um?“, „Woher?“. Ver­su­chen wir zu ant­wor­ten, erge­ben sich wei­te­re Fra­gen. Es ist gera­de­zu unmög­lich, eine Ant­wort zu fin­den, die kei­ne wei­te­ren Fra­gen ergä­be. Frü­her oder spä­ter geben wir auf. Nun erge­ben sich zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der die letz­te Ant­wort exis­tiert, nur ist sie zu kom­plex, oder sie exis­tiert nicht im Rah­men des Uni­ver­sums, weil die­ses von „außen“ ent­stand. Chris­ten glau­ben, dass das Letz­te­re rich­tig ist. Des­halb hält man ihnen oft vor, die ein­fa­che­re Lösung gewählt zu haben. Aber der Grund, die­se Lösung anzu­neh­men, ist nicht, dass sie die ein­fa­che­re ist. Es ist die Tat­sa­che, dass das Uni­ver­sum nicht mehr sein kann als die Din­ge, die es for­men, genau­so wenig wie die Mensch­heit mehr ist als die Men­schen selbst, die sie bil­den. Wenn also alles im Uni­ver­sum sei­ne Exis­tenz emp­fan­gen hat, wie kön­nen wir dann vom Uni­ver­sum etwas ande­res anneh­men? Es ist doch nicht mehr als die Sum­me aller Din­ge in ihm.

4 Wer ist der Geber?

Wir glau­ben, dass das Uni­ver­sum in die Exis­tenz „geru­fen“ wur­de, und der dies tat, muss völ­lig unab­hän­gig davon sein, auch unwan­del­bar und über Zeit und Raum ste­hend. Die Bibel spricht über Gott als den, der über allem steht:

Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was dar­in ist, er, der Herr des Him­mels und der Erde, wohnt nicht in Tem­peln, die mit Hän­den gemacht sind, noch wird er von Men­schen­hän­den bedient, als wenn er noch etwas nötig hät­te, da er selbst allen Leben und Odem und alles gibt. (Apos­tel­ge­schich­te 17,24–25)

Ich bin das Alpha und das Ome­ga, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der All­mäch­ti­ge. (Offen­ba­rung 1,8)

So spricht der HERR, der König Isra­els und sein Erlö­ser, der HERR der Heer­scha­ren: Ich bin der Ers­te und bin der Letz­te, und außer mir gibt es kei­nen Gott. (Jesa­ja 44,6)