Mar­tin Luther – ein Mann Gottes?

Themenbereiche: Gnade, Werke und Erwählung
Schlagwörter: evangelisch/freikirchlich

Zwei­fel­los ist Mar­tin Luther eine der bedeu­tends­ten Gestal­ten der Kir­chen­ge­schich­te, des­sen Leh­ren und Lebens­grund­sät­ze durch Jahr­hun­der­te hin­durch die Theo­lo­gie und Pra­xis der pro­tes­tan­ti­schen Gemein­schaf­ten bestimmt haben und auch eine nicht zu leug­nen­de Wir­kung auf die Ent­wick­lung des neu­zeit­li­chen Katho­li­zis­mus aus­ge­übt haben. Auch sei­ne Ver­diens­te für die Ent­wick­lung der deut­schen Spra­che sind nicht zu bezweifeln.

Eine Statue von Martin Luther.

1 Ein­füh­rung

Was Luthers Schrift­aus­le­gung betrifft, wei­chen die Mei­nun­gen in den ein­zel­nen Kon­fes­sio­nen deut­lich von­ein­an­der ab. Sei­nen Anklä­gern und Kri­ti­kern gegen­über hat er sich oft auf das von Gott geführ­te Gewis­sen beru­fen. Er bat dar­um, sei­ne Wor­te und Taten auf der Grund­la­ge der Bibel mit einem gerech­ten Gericht zu beurteilen.

Die­ser Bit­te ent­spre­chend bemüh­ten wir uns in die­ser Abhand­lung, Mar­tin Luthers Leh­ren und Äuße­run­gen zu prü­fen bezie­hungs­wei­se in deren Licht eine Ant­wort auf die Fra­ge zu fin­den, inwie­weit Mar­tin Luther als christ­li­che Auto­ri­tät aner­kannt wer­den kann.
Denn …

[…] ent­we­der macht den Baum gut, dann ist sei­ne Frucht gut, oder macht den Baum faul, dann ist sei­ne Frucht faul; denn an der Frucht wird der Baum erkannt? Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fül­le des Her­zens redet der Mund. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes her­vor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses her­vor. Ich sage euch aber, dass die Men­schen von jedem unnüt­zen Wort, das sie reden wer­den, Rechen­schaft geben müs­sen am Tag des Gerichts; denn aus dei­nen Wor­ten wirst du gerecht­fer­tigt wer­den, und aus dei­nen Wor­ten wirst du ver­dammt wer­den. (Mat­thä­us 12,33–37)

2 Mar­tin Luther leug­ne­te den frei­en Willen

Mar­tin Luther:

Der freie Wil­le nach dem Sün­den­fall ist allein dem Namen nach eine Wirk­lich­keit. Wenn er (der freie Wil­le) das tut, was in ihm ist, so begeht er eine Tod­sün­de.[1] Wenn aber Got­tes Vor­her­wis­sen und All­macht zuge­ge­ben wird, so folgt dar­aus natür­lich mit unan­tast­ba­rer Fol­ge­rich­tig­keit, dass wir nicht durch uns selbst geschaf­fen sind oder leben oder irgend etwas voll­brin­gen, son­dern alles geschieht nur durch Got­tes All­macht. Da er aber im Vor­aus wuss­te, dass wir so sein wür­den und uns auch jetzt so erschafft, lenkt und regiert, was kann dann, so fra­ge ich, über­haupt erdacht wer­den, das in uns frei sei, dass es so oder anders gesche­he, als Gott es vor­aus­ge­se­hen hat und nun ins Werk setzt? So steht also Got­tes Vor­her­wis­sen und All­macht im schärfs­ten Gegen­satz zu unserm frei­en Wil­len. Denn ent­we­der irrt Gott in sei­nem Vor­her­wis­sen und wird sich dann auch in sei­nem Tun irren – was doch unmög­lich ist – oder wir han­deln und wer­den gelei­tet nach sei­nem Vor­her­wis­sen und Han­deln. Als All­macht Got­tes aber bezeich­ne ich nicht jene Macht, durch die er vie­les nicht tut, was er wohl könn­te, son­dern jene han­deln­de Kraft, durch die er macht­voll alles in allem wirkt; und in die­sem Sin­ne nennt ihn auch die Schrift all­mäch­tig. Und die­se All­macht und die­ses Vor­her­wis­sen Got­tes zer­stört – so sage ich – von Grund aus die Leh­re vom frei­en Wil­len.[2] Es ist also auch dies vor allen Din­gen not­wen­dig und heil­sam für den Chris­ten zu wis­sen, dass Gott nichts zufäl­lig vor­her­weiß, son­dern dass er alles mit unwan­del­ba­rem, ewi­gem und unfehl­ba­rem Wil­len sowohl vor­her­sieht, sich vor­nimmt und aus­führt. Durch die­sen Don­ner­schlag wird der freie Wil­le zu Boden gestreckt und ganz und gar zer­malmt. Des­halb müs­sen die, wel­che den frei­en Wil­len behaup­tet haben wol­len, die­se schla­gen­de Erkennt­nis ent­we­der ver­nei­nen oder ver­leug­nen oder auf irgend­ei­ne ande­re Wei­se von sich schaf­fen.[3]

Die­se Äuße­run­gen Luthers ste­hen in kla­rem Gegen­satz zu Got­tes Wesen, der in sei­ner Lie­be das Heil für alle Men­schen will. Sein größ­ter Irr­tum dabei ist die Leh­re, dass durch Got­tes Vor­her­wis­sen und All­macht die Ent­schei­dun­gen des Men­schen vor­her bestimmt sei­en. Hier ist es wich­tig zu klä­ren, dass Gott das im Vor­aus weiß, was der Mensch in völ­li­ger Frei­heit ent­schei­den wird. Gott ist all­wis­send, weil er zeit­los ist, weil er über der Zeit steht. Des­we­gen beein­flusst die­ses Wis­sen nicht die inn­er­zeit­li­chen Ereig­nis­se. Got­tes Vor­her­wis­sen steht daher nicht im Wider­spruch zur mensch­li­chen Frei­heit und zer­stört die­se nicht. Die bibli­sche Leh­re von Got­tes All­macht wider­spricht nicht der Fest­stel­lung, dass Gott vie­les, was in der Welt geschieht, nicht direkt aus­führt. Gott kann auch zulas­sen, dass die Din­ge auf­grund der durch ihn bestimm­ten Grund­sät­ze – wie des frei­en Wil­lens – ihren frei­en Lauf nehmen.

Wir beschäf­ti­gen uns aus­führ­li­cher mit der Leh­re der Prä­de­sti­na­ti­on (Vor­her­be­stim­mung) in einer eige­nen Abhand­lung: „Vor­her­be­stim­mung – Prä­de­sti­na­ti­on“.

Nach der Leh­re der Bibel will Gott, dass jeder Mensch geret­tet wer­de und zur Erkennt­nis der Wahr­heit gelan­ge (Johan­nes 12,44–50; 1. Timo­theus 2,4). Obwohl Gott will, dass alle Men­schen geret­tet wer­den, geschieht es nicht und wird auch nicht gesche­hen, wie das auch die bibli­sche Leh­re über die ewi­ge Ver­damm­nis aus­drückt (Mat­thä­us 25,31–46 – beson­ders Vers 46; 2. Thes­sa­lo­ni­cher 1,3–10 usw.). Wie kann es aber nun sein, dass, wenn Gott will, dass alle geret­tet wer­den, die Mehr­heit der Men­schen trotz­dem nicht das Heil erlan­gen? Ist Gott nicht all­mäch­tig oder hat der Mensch einen frei­en Willen?

Mar­tin Luther:

So ist der mensch­li­che Wil­le in die Mit­te gestellt (zwi­schen Gott und San­tan [sic!] ) wie ein Zug­tier. Wenn Gott sich dar­auf gesetzt hat, will er und geht, wohin Gott will, wie Psalm (73,22f) sagt: „Ich bin wie ein Tier gewor­den und ich bin immer bei dir.“ Wenn Satan sich dar­auf gesetzt hat, will und geht er, wohin Satan will. Und es steht nicht in sei­ner frei­en Ent­schei­dung, zu einem von bei­den Rei­tern zu lau­fen oder ihn sich zu ver­schaf­fen zu suchen, son­dern die Rei­ter selbst kämp­fen mit­ein­an­der, ihn zu erlan­gen und zu besit­zen.[4]

Mit die­sen Wor­ten wider­spricht Luther sei­nen eige­nen Aus­sa­gen über die All­macht Got­tes. Er beschreibt den Satan wie ein mäch­ti­ges Wesen, das mit Gott auf einer Ebe­ne steht. Gott muss mit ihm um den Men­schen kämp­fen. Die­ser luthe­ri­sche Dua­lis­mus[5] hat sich von der Leh­re der Bibel so weit wie nur vor­stell­bar ent­fernt. Wenn Gott all­mäch­tig ist, war­um muss er dann um irgend­et­was kämp­fen? Ande­rer­seits – um mit Luthers Logik zu argu­men­tie­ren – wie kann es gesche­hen, dass im Gegen­satz zum Wil­len des all­mäch­ti­gen Got­tes Satan auf einem Men­schen „rei­ten“ kann? Oder ist viel­leicht gera­de das der Wil­le Got­tes, des Got­tes der Lie­be? Übri­gens hat Luther Psalm 73 völ­lig aus dem Zusam­men­hang her­aus­ge­ris­sen zitiert. Der Psal­mist will sagen, dass so lan­ge sein Herz erbit­tert war, er vor Gott wie ein Tier war, ver­schlos­sen gegen die Erkennt­nis, die Gott ihm schen­ken woll­te. Doch nun hat er sich Gott zuge­wandt und hat die Gewiss­heit, bei Gott zu sein.

Mar­tin Luther:

Wenn wir die­ses Wort (frei­er Wil­le) nicht über­haupt auf­ge­ben wol­len, was am sichers­ten und am frömms­ten wäre, soll­ten wir leh­ren, es doch bis dahin gewis­sen­haft zu gebrau­chen: dass dem Men­schen ein frei­er Wil­le nicht in Bezug auf die Din­ge ein­ge­räumt sei, die höher sind als er, son­dern nur in Bezug auf das, was so viel nied­ri­ger ist als er, d.h., dass er weiß, er habe in Bezug auf sei­ne zeit­li­chen Geld­mit­tel und Besitz­tü­mer das Recht, etwas zu gebrau­chen, zu tun, zu las­sen nach frei­em Ermes­sen (obwohl auch dies durch den frei­en Wil­len Got­tes allein gelenkt wird, wohin immer es ihm gefällt). Im übri­gen hat er gegen­über Gott oder in den Din­gen, wel­che Selig­keit oder Ver­damm­nis ange­hen, kei­nen frei­en Wil­len, son­dern ist gefan­gen, unter­wor­fen, geknech­tet ent­we­der vom Wil­len Got­tes oder vom Wil­len des Satans.[6]

Luther gerät hier wie­der in einen inter­es­san­ten Wider­spruch mit sich selbst. Auch er bemerkt, dass man dem Men­schen irgend­ei­ne Frei­heit zuschrei­ben muss, wenigs­tens in den all­täg­li­chen Din­gen. Aber dazu, um die­sen Gedan­ken auf­rich­tig zu Ende zu füh­ren, hängt er schon zu sehr an sei­nen Leh­ren. Mit sei­nen in Klam­mern gesetz­ten Aus­füh­run­gen „(obwohl auch dies durch den frei­en Wil­len Got­tes allein gelenkt wird wohin immer es ihm gefällt)“ weist er das Zie­hen der rich­ti­gen Kon­se­quen­zen ein­fach zurück, näm­lich dass der Mensch doch einen frei­en Wil­len hat.

Mar­tin Luther:

Ich beken­ne für­wahr in Bezug auf mich: Wenn es irgend­wie gesche­hen könn­te, möch­te ich nicht, dass mir ein frei­er Wil­le gege­ben wer­de, oder dass etwas in mei­ner Hand gelas­sen wür­de, womit ich nach dem Heil stre­ben könn­te.[7]

Die­ses Bekennt­nis Luthers bezeugt, wie wenig er Gott und die Wahr­heit geliebt hat. Die Bibel spricht gera­de über den unaus­weich­li­chen, hin­ge­bungs­vol­len und kon­se­quen­ten Kampf um den rech­ten Gebrauch des mensch­li­chen Wil­lens (Römer 6; Römer 12,1–2 usw.). Gott nimmt uns in sein Reich auf, aber nur dann, wenn wir das wol­len (z. B. Lukas 13,22–30).

3 Mar­tin Luther lehr­te, dass das Christ­sein nach außen unsicht­bar ist

Mar­tin Luther:

Ein christ­lich Wesen besteht nicht im äußer­li­chem Wan­del; es wan­delt auch den Men­schen nicht nach dem äußer­li­chen Stan­de, son­dern nach dem inner­li­chen, d.h., es gibt ein and­res Herz, einen and­ren Mut, Wil­len und Sinn, wel­cher die­sel­ben Wer­ke tut, die ein ande­rer ohne sol­chen Mut und Wil­len tut. Denn ein Christ weiß, dass es ganz am Glau­ben liegt. Dar­um gehet, ste­het, isset, trin­ket, klei­det, wir­ket und wan­delt er wie sonst ein gemei­ner Mann in sei­nem Stan­de, dass man nicht sei­nes Chris­ten­tums gewahr wird, wie Chris­tus Luk. 17,20f saget: „Das Reich Got­tes kommt nicht mit äußer­li­chen Gebär­den; man wird auch nicht sagen: Sie­he hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Got­tes ist inwen­dig in euch.“[8] Man kann einen Chris­ten nicht recht nach dem äußer­li­chen Leben beur­tei­len. Denn es ist eben­so unrein und bau­fäl­lig wie des Nicht­chris­ten Leben. Des­halb müs­sen sie täg­lich beten: „Ver­gib uns unse­re Schuld“. Wer aber einen Chris­ten recht anse­hen und beur­tei­len will, der tue es nach dem Glau­ben. Denn nach unserm Fleisch und Blut sind wir Sün­der und müs­sen eben­so ster­ben und aller­lei Unglück hier auf Erden erwar­ten und wohl mehr als ande­re Leu­te, die Nicht­chris­ten sind. Denn Chris­ten füh­len die Sün­de mehr als ande­re Leu­te.[9]

Luthers Den­ken über die christ­li­che Lebens­pra­xis ist mit der Leh­re der Bibel nicht ver­ein­bar und wirft auch im Zusam­men­hang mit dem Wesen des Men­schen Pro­ble­me auf. See­le, Wil­le, Ver­stand des Men­schen sind nicht unab­hän­gig von des­sen Taten. Wir sind Wesen mit Bewusst­sein und über­le­gen uns, was wir tun. Unser inne­res Wesen, unse­re Über­zeu­gung offen­bart sich durch unser Tun:

Denn es gibt kei­nen guten Baum, der fau­le Frucht bringt, auch wie­der kei­nen fau­len Baum, der gute Frucht bringt; denn jeder Baum wird an sei­ner eige­nen Frucht erkannt. […] Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz sei­nes Her­zens das Gute her­vor, und der böse bringt aus dem bösen das Böse her­vor. […] (Lukas 6,43–45)

Die Bekeh­rung bedeu­tet eine völ­li­ge Umwand­lung der Denk­wei­se, eine neue Wert­ord­nung, auf­grund derer jemand sein Leben neu ordnet:

Und seid nicht gleich­för­mig die­ser Welt, son­dern wer­det ver­wan­delt durch die Erneue­rung des Sin­nes, dass ihr prü­fen mögt, was der Wil­le Got­tes ist: das Gute und Wohl­ge­fäl­li­ge und Voll­kom­me­ne. (Römer 12,2)

Ungläu­bi­ge kön­nen durch das Lebens­zeug­nis eines Chris­ten das Wir­ken Got­tes sehen und von sei­ner Lie­be und von der Sün­de befrei­en­den Kraft über­zeugt werden:

Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht ver­bor­gen sein. Man zün­det auch nicht eine Lam­pe an und setzt sie unter den Schef­fel, son­dern auf das Lam­pen­ge­stell, und sie leuch­tet allen, die im Hau­se sind. So soll euer Licht leuch­ten vor den Men­schen, damit sie eure guten Wer­ke sehen und euren Vater, der in den Him­meln ist, ver­herr­li­chen. (Mat­thä­us 5,14–16)

Was wäre die­ses Licht für die ohne Gott leben­den Men­schen, wenn unser Christ­sein nicht an unse­rem Ver­hal­ten sicht­bar wäre? Auch Petrus sieht einen gro­ßen Unter­schied zwi­schen dem Lebens­wan­del vor und nach der Bekeh­rung. Weil die Chris­ten nicht mehr die bösen Taten der Gott­lo­sen mit­ma­chen, wer­den sie von ihnen verspottet:

[…] um […] nicht mehr den Begier­den der Men­schen, son­dern dem Wil­len Got­tes zu leben. Denn die ver­gan­ge­ne Zeit ist genug, den Wil­len der Natio­nen voll­bracht zu haben, als ihr wan­del­tet in Aus­schwei­fun­gen, Begier­den, Trun­ken­heit, Fest­ge­la­gen, Trink­ge­la­gen und fre­vel­haf­ten Göt­zen­diens­ten. Hier­bei befrem­det es sie, dass ihr nicht mehr mit­lauft in dem­sel­ben Strom der Heil­lo­sig­keit, und sie läs­tern. (1. Petrus 4,2–4)

Zur Äuße­rung Luthers „Wer aber einen Chris­ten recht anse­hen und beur­tei­len will, der tue es nach dem Glau­ben“ soll­ten wir die Gedan­ken, die Jako­bus in sei­nem Brief nie­der­ge­schrie­ben hat, lesen:

Was nützt es, mei­ne Brü­der, wenn jemand sagt, er habe Glau­ben, hat aber kei­ne Wer­ke? (Jako­bus 2,14)

[…] dass der Glau­be ohne die Wer­ke nutz­los ist. (Jako­bus 2,20)

Jako­bus lehrt hier nichts ande­res als Pau­lus. Auch Jako­bus lehrt nicht, dass man durch gute Wer­ke geret­tet wer­den kann. Die Wer­ke sind Früch­te eines leben­di­gen Glau­bens und des­sen not­wen­di­ge Fol­ge. So schreibt es auch Pau­lus zum Bei­spiel in Ephe­ser 2,8–10:

Denn aus Gna­de seid ihr geret­tet durch den Glau­ben, und das nicht aus euch, Got­tes Gabe ist es; nicht aus Wer­ken, damit nie­mand sich rüh­me. Denn wir sind sein Gebil­de, in Chris­tus Jesus geschaf­fen zu guten Wer­ken, die Gott vor­her berei­tet hat, damit wir in ihnen wan­deln sollen.

4 Mar­tin Luther lehn­te Tei­le der Hei­li­gen Schrift ab

Über den Hebrä­er­brief schrieb Luther unter anderem:

Über das (hin­aus) bie­tet er eine gro­ße Schwie­rig­keit dadurch, dass er im 6. und 10. Kapi­tel die Buße den Sün­dern nach der Tau­fe stracks ver­nei­net und ver­sagt und Kapi­tel 12,17 sagt, Esau habe Buße gesucht und doch nicht gefun­den, was wider alle Evan­ge­li­en und Brie­fe des Pau­lus ist. Und obwohl man einen Aus­weg aus der Schwie­rig­keit suchen möch­te, so lau­ten doch die Wor­te so klar, dass ich nicht weiß, obs mög­lich sei. Mich dünkt, es hand­le sich um einen Brief aus vie­len Stü­cken zusam­men­ge­setzt und nicht über­all in glei­cher Höhenlage.Wie dem allen sein mag, so ists doch ein aus­bün­dig gelehr­ter Brief, der vom Pries­ter­tum Chris­ti meis­ter­lich und gründ­lich aus der Schrift redet, dazu das Alte Tes­ta­ment fein und reich­lich aus­le­get, sodass es offen­bar ist, er stam­me von einem treff­li­chen, gelehr­ten Man­ne, der ein Jün­ger der Apos­tel gewe­sen, viel von ihnen geler­net hat und gründ­lich aus der Schrift geübt ist. Und ob er wohl nicht den Grund des Glau­bens legt, wie er selbst Kapi­tel 6,1 bezeugt, wel­ches der Apos­tel Amt ist, so bau­et er doch fein drauf Gold, Sil­ber, Edel­stei­ne, wie Pau­lus 1.Korinther 3,12 sagt. Des­halb soll uns nicht hin­dern, ob viel­leicht etwas Holz, Stroh oder Heu mit unter­ge­men­get wer­de, son­dern wir wol­len sol­che fei­ne Leh­re mit allen Ehren auf­neh­men, nur dass man sie den apos­to­li­schen Brie­fen nicht in allen Din­gen gleich­stel­len soll.[10]

Über den Jako­bus­brief:

Den Brief des Jako­bus, obwohl er von den Alten ver­wor­fen ist, lobe ich und hal­te ihn doch für gut, und zwar des­halb, weil er gar kei­ne Men­schen­leh­re auf­stellt und Got­tes Gesetz eif­rig treibt. Aber, auf dass ich mei­ne Mei­nung dar­über begrün­de, jedoch ohne irgend­je­mands Nach­teil: ich erach­te ihn für kei­nes Apos­tels Schrift. Und dies ist mei­ne Ursa­che dafür:Aufs ers­te, dass er stracks wider Pau­lus und alle ande­re Schrift den Wer­ken die Recht­fer­ti­gung zuschreibt und sagt, Abra­ham sei aus sei­nen Wer­ken gerecht­fer­tigt wor­den, da er sei­nen Sohn opfer­te, obwohl doch Pau­lus Römer 4 ent­ge­gen­ge­setzt leh­ret, dass Abra­ham ohne Wer­ke, ehe er denn sei­nen Sohn opfer­te, gerecht­fer­tigt wor­den sei, allein durch sei­nen Glau­ben, und das mit 1. Mose 15,6 beweist. Wenn nun die­sem Brief viel­leicht gehol­fen und für sol­che Recht­fer­ti­gung der Wer­ke ein erklä­ren­der Zusatz gefun­den wer­den möch­te, kann man ihn doch dar­in nicht schüt­zen, dass er den Spruch 1.Mose 15,6 – wel­cher allein von Abra­hams Glau­ben und nicht von sei­nen Wer­ken sagt, wie ihn Pau­lus Römer 4,3ff anfüh­ret – doch auf die Wer­ke bezieht. Dar­um ergibt die­ser Man­gel, dass er von kei­nem Apos­tel stamme.Aber die­ser Jako­bus tut nicht mehr, als zu dem Gesetz und sei­nen Wer­ken trei­ben, und wirft eins so unor­dent­lich ins ande­re, dass mich dünkt, es sei irgend­ein guter, recht­schaf­fe­ner Mann gewe­sen, der etli­che Sprü­che von den Jün­gern der Apos­tel auf­ge­nom­men und so aufs Papier gewor­fen hat, oder (es) ist viel­leicht nach sei­ner Pre­digt von einem andern nie­der­ge­schrie­ben. Er nen­net (z. B.) das Gesetz ein Gesetz der Frei­heit, obwohl es Pau­lus doch ein Gesetz der Knecht­schaft, des Zorns, des Tods und der Sün­de nennet.Aufs zwei­te, dass er Chris­ten­leu­te leh­ren will und gedenkt nicht ein­mal in sol­cher lan­gen Leh­re des Lei­dens, der Auf­er­ste­hung, des Geists Chris­ti: er nen­net Chris­tus etli­che Male, aber er leh­ret nichts von ihm, son­dern spricht vom all­ge­mei­nen Glau­ben an Gott. Denn das Amt eines rech­ten Apos­tels ists, dass er von Chris­ti Lei­den und Auf­er­ste­hen und Amt pre­di­ge und für die­sen Glau­ben den Grund lege, wie Chris­tus selbst sagt Johan­nes 15,27: „Ihr wer­det von mir zeu­gen.“ Und dar­in stim­men alle recht­schaf­fe­nen, hei­li­gen Bücher über­ein, dass sie alle­samt Chris­tus pre­di­gen und trei­ben. Das ist auch der rech­te Prüf­stein, alle Bücher zu beur­tei­len, wenn man sie­het, ob sie Chris­tus trei­ben oder nicht. Sin­te­mal alle Schrift Chris­tus zei­get, Römer 3,22f, und Pau­lus nichts als Chris­tus wis­sen will, 1. Korin­ther 2,2. Was Chris­tus nicht leh­ret, das ist nicht apos­to­lisch, wenns gleich Petrus oder Pau­lus leh­ret; umge­kehrt, was Chris­tus pre­digt, das ist apos­to­lisch, wenns gleich Judas, Han­nas, Pila­tus und Hero­des täte.Darüber hin­aus zitiert er die Sprü­che 1. Petrus 4,8: „Die Lie­be bedeckt der Sün­den Men­ge“, fer­ner 1. Petrus 5,6: „Demü­tigt euch unter die Hand Got­tes“, fer­ner das Wort des Pau­lus Gala­ter 5,17: „Den Geist gelüs­tet wider das Fleisch“, obwohl doch Jako­bus bereits früh von Hero­des zu Jeru­sa­lem (und zwar) vor Petrus getö­tet wor­den war, sodass sicher scheint, dass der (Ver­fas­ser des Brie­fes) lan­ge nach Petrus und Pau­lus gelebt habe.[11] ‚wo es aber nicht um den Autor des Jako­bus­brie­fes, den „Her­ren­bru­der“ – ver­mut­lich ein Cou­sin Jesu – geht, son­dern um den Apos­tel Jako­bus, den Sohn des Zebedä­us, den Bru­der des Johannes.In Sum­ma: er hat denen weh­ren wol­len, die sich auf den Glau­ben ohne Wer­ke ver­lie­ßen und ist für die­se Sache an Geist, Ver­stand und Wor­ten zu schwach gewe­sen. Er zer­reißt die Schrift und wider­steht damit Pau­lus und aller Schrift, wills mit Gesetz Trei­ben aus­rich­ten, was die Apos­tel mit Anrei­zen zur Lie­be aus­rich­ten. Dar­um will ich ihn nicht in mei­ner Bibel in der Zahl der rech­ten Haupt­schrif­ten haben, will aber damit nie­mand weh­ren, dass er ihn stel­le und hoch­hal­te, wie es ihn gelüs­tet, denn es sind sonst vie­le gute Sprü­che dar­in­nen. „Ein Mann ist kein Mann in welt­li­chen Sachen“ (sagt das Sprich­wort): wie soll­te dann die­ser Ein­zel­ne nur allein wider Pau­lus und alle ande­re Schrift gel­ten?[12]

Es wür­de den Rah­men die­ser Abhand­lung spren­gen, auf alle Details die­ses Zitats ein­zu­ge­hen. Des­halb nur eine Anmer­kung zu einem wesent­li­chen Punkt. Luther nimmt hier nicht zur Kennt­nis, dass Jako­bus und Pau­lus den Begriff „Wer­ke“ unter­schied­lich ver­wen­den. Pau­lus lehnt die Geset­zes­wer­ke ab. Jako­bus geht es aber um die Wer­ke der Lie­be, die nicht ver­nach­läs­sigt wer­den sollen.

Über das Buch der Offen­ba­rung:

An die­sem Buch der Offen­ba­rung Johan­nes lass ich auch jeder­mann sei­nes Sin­nes wal­ten, will nie­mand an mei­ne Mei­nung oder Urteil gebun­den haben. Ich sage, was ich füh­le. Mir man­gelt an die­sem Buch ver­schie­de­nes, sodass ichs weder für apos­to­lisch, noch für pro­phe­tisch hal­te: aufs ers­te und aller­meis­te, dass die Apos­tel nicht mit Gesich­ten umge­hen, son­dern mit kla­ren und dür­ren Wor­ten weis­sa­gen, wie es Petrus, Pau­lus, Chris­tus im Evan­ge­li­um auch tun. Denn es gebührt auch dem apos­to­li­schen Amt, klar ver­ständ­lich und ohne Bild oder Gesicht von Chris­tus und sei­nem Tun zu reden.Auch gibt es kei­nen Pro­phe­ten im Alten Tes­ta­ment, geschwei­ge denn im Neu­en, der so ganz durch und durch mit Gesich­ten und Bil­dern umge­he, dass ich (die Offen­ba­rung Johan­nes) bei mir fast dem vier­ten Buch Esra[13] gleich ach­te und in allen Din­gen nicht spü­ren kann, dass es von dem hei­li­gen Geist ver­fasst sei.Dazu dünkt mich das all­zu­viel, dass er so streng (in Bezug auf) solch sein eige­nes Buch, mehr als irgend­ein ande­res hei­li­ges Buch tut – wor­an viel mehr gele­gen wäre – befiehlt und dro­het, wer etwas davon tue, von dem wer­de Gott auch tun (22,19) usw. Umge­kehrt sol­len selig sein, die da hal­ten, was drin­nen ste­het (1,3), obwohl doch nie­mand weiß, was es ist, geschwei­ge, dass ers hal­ten soll­te, und es eben­so viel ist, als hät­ten wirs nicht, auch wohl vie­le edle Bücher vor­han­den sind, die zu hal­ten sind.Es haben auch vie­le der Väter die­ses Buch vor­zei­ten ver­wor­fen und wenns auch Hie­ro­ny­mus mit hohen Wor­ten anführt und sagt, es sei über alles Lob (erha­ben) und so vie­le Geheim­nis­se drin­nen wie Wör­ter, so kann er davon doch nichts bewei­sen und ist wohl an mehr Orten mit sei­nem Lob zu freigiebig.Endlich mei­ne davon jeder­mann, was ihm sein Geist gibt, mein Geist kann sich in das Buch nicht schi­cken, und ist mir dies Ursa­che genug, dass ich sein nicht hoch­ach­te, dass Chris­tus drin­nen weder geleh­ret noch erkannt wird, wel­ches zu tun ein Apos­tel doch vor allen Din­gen schul­dig ist, wie Chris­tus Apos­tel­ge­schich­te 1,8 sagt: „Ihr sollt mei­ne Zeu­gen sein.“ Dar­um blei­be ich bei den Büchern, die mir Chris­tus hell und rein dar­ge­ben.[14]

Ein posi­ti­ve­res Urteil über die Offen­ba­rung fin­det sich aller­dings in einer spä­te­ren Vor­re­de zur Offen­ba­rung Johan­nes aus dem Jahr 1530.

Auf jeden Fall gibt es zu den­ken, wie es mög­lich ist, dass eine so bedeu­ten­de Per­sön­lich­keit wie Luther, der angeb­lich nur die Bibel als Grund­la­ge des christ­li­chen Glau­bens akzep­tier­te[15] die oben ange­führ­ten von Gott inspi­rier­ten Schrif­ten nicht aner­kann­te (ver­glei­che Johan­nes 7,16–17).

5 Mar­tin Luther lehr­te Unbi­bli­sches über Maria

Jung­fräu­lich­keit Mari­as auch IN der Geburt (dadurch auch Leug­nung der wah­ren Mensch­heit Jesu):

Mar­tin Luther:

Ich glau­be, dass er mir gebo­ren ist von der rei­nen Jung­frau Maria ohne allen Scha­den ihrer leib­li­chen und geist­li­chen Jung­f­rau­schaft, auf dass er nach der Ord­nung väter­li­cher Barm­her­zig­keit mei­ne und aller sei­ner Gläu­bi­gen sünd­li­che und ver­damm­te Geburt geseg­net, unschäd­lich und rein mach­te.[16] Die­se Jung­frau kennt kei­nen Ver­lust der Jung­fräu­lich­keit. Sie bleibt unver­letzt und keusch.[17] Das ist also das Zei­chen: hier steht eine Schwan­ge­re. Wenn es umge­kehrt wür­de, wäre es deut­scher und deut­li­cher. Eine schwan­ge­re und gebä­ren­de „Jung­frau vor, in und nach der Geburt“. Die­ser unser Glau­bens­ar­ti­kel ist ein gött­li­ches Wun­der. … So bezeugt es der Pro­phet, dass die­ser der Imma­nu­el sei, gebo­ren aus der „Jung­frau vor, in und nach der Geburt“.[18] Hier müs­sen die Mut­ter und die­ser Sohn den Namen haben, als sei­en sie unrein, als habe das Gesetz sie getrof­fen. Denn obschon die­ses Gebot mit den vier­zig Tagen alle ande­ren Müt­ter und Kin­der trifft, so trifft’s doch die­se Mut­ter und dies Kind nicht. Denn das Gesetz sagt: Alles Männ­li­che, das die Mut­ter zuerst gebiert. Das Gebä­ren ist (aber) allein von denen gesagt, die die Jung­f­rau­schaft ver­lo­ren und von einem Mann ein Kind haben. Das ist die­ser Mut­ter (aber) nicht gesche­hen; denn sie ist in der Geburt und nach der Geburt, wie sie Jung­frau war vor der Emp­fäng­nis und Geburt, also auch geblie­ben. Und ist ihr kein Scha­den, weder am Lei­be noch an der Jung­f­rau­schaft wider­fah­ren. Andern Wei­bern kommt’s nicht mit Lachen oder Kurz­weil an, son­dern sie müs­sen Angst und Schmer­zen füh­len, wie Gott zu Eva sag­te: „Mit Schmer­zen sollst du dei­ne Kin­der gebä­ren!“ (1.Mose 3,16) Aber hier ist es ohne Schmer­zen und Ver­seh­rung zuge­gan­gen, und eitel Freu­de gewe­sen, da sie das Kind gebo­ren hat.[19]

Luther argu­men­tiert nicht und erklärt nicht, son­dern er stellt sei­nen Hörern und Lesern die erst­mals im Proto­evan­ge­li­um des Jako­bus, einer apo­kry­phen Schrift, bezeug­ten Leh­re, dass Maria auch wäh­rend ihrer Geburt ihre Jung­fräu­lich­keit bewahrt hat, wie eine Tat­sa­che vor Augen. Sei­ne Aus­füh­run­gen haben ernst­haf­te Kon­se­quen­zen, sowohl was Maria als auch was Jesus betrifft. Da Maria und Jesus Men­schen waren, waren sie wie jeder ande­re Mensch allen bio­lo­gi­schen und phy­si­ka­li­schen Geset­zen unter­wor­fen. Wenn nun Jesus bzw. Maria wirk­li­che Men­schen waren, konn­te Maria nach der Geburt Jesu nicht mehr Jung­frau im bio­lo­gi­schen Sinn blei­ben. Außer­dem ist es unver­ständ­lich, war­um man über so ein „wun­der­ba­res“ Ereig­nis nur aus einer apo­kry­phen Quel­le weiß, wäh­rend die bei­den Evan­ge­lis­ten, die in lan­gen Kapi­teln über Geburt und Kind­heit Jesu berich­ten, auf die­se angeb­li­che Tat­sa­che in kei­ner Wei­se hin­wei­sen. Aber offen­sicht­lich war die­se „Tat­sa­che“ nicht ein­mal den gnos­ti­schen Doke­tis­ten bekannt, die dar­in ein star­kes Argu­ment für ihre Leh­re gefun­den hät­ten, nach der Jesus kei­nen mate­ri­el­len Leib, son­dern nur einen Schein­leib hat­te. Es wäre auch eine küh­ne Annah­me, dass eine wah­re Leh­re so sehr mit einer der größ­ten Irr­leh­ren über­ein­stim­men würde.

6 Luther for­der­te im Bau­ern­krieg die Fürs­ten zur Bru­ta­li­tät gegen die Bau­ern auf

Die Tex­te der fol­gen­den vier Kapi­tel bedür­fen kei­nes umfang­rei­chen Kom­men­tars. Wir fügen nur manch­mal kur­ze Erklä­run­gen hin­zu. Wir hof­fen, dass jeder Leser durch die­se Zita­te genü­gend Grund hat, sich eine kla­re Mei­nung über Leben und Leh­re Mar­tin Luthers zu bil­den. Um allen Miss­ver­ständ­nis­sen vor­zu­beu­gen, sei hier klar zum Aus­druck gebracht, dass wir uns von allen Gewalt­auf­ru­fen und Beschimp­fun­gen in den fol­gen­den Tex­ten auf das Ent­schie­dens­te distanzieren.

Mar­tin Luther:

Drum soll hier erschla­gen, wür­gen und ste­chen, heim­lich oder öffent­lich, wer da kann, und dar­an den­ken, dass nichts Gif­ti­ge­res, Schäd­li­che­res, Teuf­li­sche­res sein kann als ein auf­rüh­re­ri­scher Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tol­len Hund tot­schla­gen muss: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein gan­zes Land mit dir.[20] Am Ende ist noch eine Sache, wel­che die Obrig­keit bil­lig bewe­gen soll. Denn die Bau­ern las­sen sich nicht dar­an genü­gen, dass sie des Teu­fels sind, son­dern sie zwin­gen und drin­gen viel recht­schaf­fe­ne Men­schen, die es unger­ne tun, zu ihrem teuf­li­schen Bun­de und machen die­se so aller ihrer Bos­heit und Ver­damm­nis teil­haf­tig. Denn wer ihnen (ihr Ver­lan­gen) bewil­ligt, der fährt auch mit ihnen zu Teu­fel und ist aller Übel­tat schul­dig, die sie bege­hen. Und (die­se Men­schen) müs­sens doch tun, weil sie so schwa­chen Glau­bens sind, dass sie dem (Ver­lan­gen der Bau­ern) nicht wider­ste­hen. Denn hun­dert Tode soll­te ein from­mer Christ erlei­den, ehe er ein Haar­breit in der Bau­ern Sache wil­lig­te. Oh, viel Mär­ty­rer könn­ten jetzt durch die blut­dürs­ti­gen Bau­ern und durch Mord­pro­phe­ten wer­den! Nun, sol­cher Gefan­ge­ner unter den Bau­ern soll­te sich die Obrig­keit erbar­men; und wenn sie sonst kei­ne Ursa­che hät­te, das Schwert getrost gegen die Bau­ern gehen zu las­sen und selbst Leib und Gut dar­an­zu­set­zen, so wäre doch die­se über­groß genug, dass man sol­che See­len, die durch die Bau­ern zu sol­chem teuf­li­schen Bünd­nis gezwun­gen und ohne ihren Wil­len mit ihnen so gräu­lich sün­di­gen und ver­dammt wer­den müs­sen, erret­te­te und ihnen hel­fe. Denn sol­che See­len sind recht im Fege­feu­er, ja in der Höl­le und des Teu­fels Banden.Darum, lie­be Her­ren, erlö­set hier, ret­tet hier, helft hier, erbarmt euch der armen Men­schen: ste­che, schla­ge, töte hier, wer da kann. Bleibst du drü­ber tot, wohl dir, seli­ge­ren Tod kannst du nim­mer­mehr fin­den. Denn du stirbst im Gehor­sam gött­li­chen Wor­tes und Befehls, Röm 13,4ff, und im Dienst der Lie­be, dei­nen Nächs­ten aus der Höl­le und des Teu­fels Ban­den zu erret­ten.[21]

7 Luther for­der­te die Ver­fol­gung der Täufer

Eine wich­ti­ge For­de­rung der Täu­fer­be­we­gung war eine Gemein­de, die nur aus Gläu­bi­gen bestand. Aus die­sem Grund wur­de sie von den alten (römisch-katho­li­schen) und neu­en (pro­tes­tan­ti­schen) Volks­kir­chen als gro­ße Gefahr für die Gesell­schaft gesehen.

Auf dem zwei­ten Reichs­tag zu Spey­er 1529 beschlos­sen daher die pro­tes­tan­ti­schen Stän­de (Fürs­ten und Reichs­städ­te) gemein­sam mit den katho­li­schen, dass die “Wie­der­tau­fe” mit dem Tode zu bestra­fen sei.

Auf die­sem zeit­ge­schicht­li­chen Hin­ter­grund sind fol­gen­de Stel­lung­nah­men Luthers zur Fra­ge der Täu­fer zu betrachten.

Mar­tin Luther:

[…] Und ein Bür­ger ist schul­dig, wo sol­cher Win­kel­schlei­cher einer zu ihm kommt, ehe denn er den­sel­bi­gen hört oder leh­ren läßt, daß ers sei­ner Obrig­keit ansa­ge und auch dem Pfarr­herrn, des Pfarr­kind er ist. Tut er das nicht, so soll er wis­sen, daß er als ein Unge­hor­sa­mer sei­ner Obrig­keit wider sei­nen Eid tut und als ein Ver­äch­ter sei­nes Pfarr­herrn (dem er Ehre schul­dig ist) wider Gott han­delt, dazu selbst schul­dig ist und gleich auch mit dem Schlei­cher ein Dieb und Schalk wird, […]

Denn er wollt solch Exem­pel, ohne Beruf zu pre­di­gen, nicht gestat­ten. So gedenk nun ein jeg­li­cher: Will er pre­di­gen oder leh­ren, so bewei­se er den Beruf und Befehl, der ihn dazu treibt und zwingt oder schwei­ge stil­le. Will er nicht, so befeh­le die Obrig­keit sol­chen Buben dem rech­ten Meis­ter, der Meis­ter Hans[22] heißt. Das ist als denn sein Recht als der gewiß­lich einen Auf­ruhr oder noch Ärge­res im Sinn hat, unter dem Volk anzu­rich­ten. Hier sprichst du viel­leicht zu mir: War­um leh­re­st du denn mit dei­nen Büchern in aller Welt, so du doch allein zu Wit­tem­berg Pre­di­ger bist? Ant­wort: Ich habs nie gern getan, tue es auch noch nicht gern. Ich bin aber in solch Amt erst­lich gezwun­gen und getrie­ben, da ich Doc­tor der hei­li­gen Schrift wer­den muß­te ohne mei­nen Dank. Da fing ich an als ein Doc­tor, dazu­mal von päpst­li­chem und kai­ser­li­chem Befehl, in einer all­ge­mei­nen Hoch­schu­le wie einem sol­chen Doc­tor nach sei­nem geschwo­re­nen Amt gebührt, für alle Welt die Schrift aus­zu­le­gen und jeder­man zu leh­ren. Habe auch also, nach­dem ich in solch Wesen gekom­men bin, müs­sen drin­nen blei­ben, kann auch noch nicht mit gutem Gewis­sen zurück oder ablas­sen, ob mich gleich Papst und Kai­ser drü­ber ver­bann­ten. Denn was ich hab ange­fan­gen als ein Doc­tor, aus ihrem Befehl gemacht und beru­fen, muß ich wahr­lich bis an mein Ende beken­nen und kann nun fort nicht schwei­gen noch auf­hö­ren wie ich wohl gern woll­te und auch wohl so müde und unlus­tig bin über der gro­ßen unleid­li­chen Undank­bar­keit der Leu­te. Wie­wohl wenn ich schon kein sol­cher Doc­tor wäre, so bin ich den­noch ein beru­fe­ner Pre­di­ger und habe die Mei­nen wohl mögen mit Schrif­ten leh­ren. Ob nun ande­re mehr sol­che mei­ne Schrif­ten auch begehr­ten und mich dar­um gebe­ten haben, bin ichs schul­dig gewe­sen zu tun. Denn ich mich damit nir­gend selbst ein­ge­drun­gen, noch von jemand begehrt oder gebe­ten, die­sel­bi­gen zu lesen, gleich­wie ande­re mehr from­me Pfarr­herrn und Pre­di­ger Bücher schrei­ben und nie­mand weh­ren noch trei­ben zu lesen und damit auch in aller Welt leh­ren, und lau­fen und schlei­chen doch nicht wie die­se losen unbe­ru­fe­nen Buben in frem­de Ämter ohne Wis­sen und Wil­len der Pfarr­herrn, son­dern haben ein gewis­ses Amt und Befehl, der sie treibt und zwingt. […][23]

Kurz: Nach Mar­tin Luther haben nur durch staat­li­che oder staats­kirch­li­che Insti­tu­tio­nen beru­fe­ne Pre­di­ger das Recht, mit ande­ren über die Bibel zu reden. Wer die­se Befug­nis nicht vor­wei­sen kann, soll hin­ge­rich­tet wer­den. Luther beruft sich dar­auf, dass er “dazu­mal von päpst­li­chem und kai­ser­li­chem Befehl” als ein Dok­tor einer all­ge­mei­nen Hoch­schu­le ange­fan­gen hat. Wel­che Chan­cen hät­ten Petrus oder Johan­nes, “unge­lehr­te und unge­bil­de­te Leu­te” (Apos­tel­ge­schich­te 4,13) vor Luther gehabt? Nach sei­ner Argu­men­ta­ti­on wäre Luther hier ein­deu­tig auf der Sei­te des Hohen Rats und nicht auf der Sei­te der Apos­tel gestanden.

Mar­tin Luther:

[…] Und erst­lich sind sie damit wohl und leicht­lich zu ergrei­fen, wenn man sie fragt um ihre Voca­ti­on, wer sie habe hei­ßen her­schlei­chen oder kom­men und im Win­kel so pre­di­gen, so mögen sie kei­ne Ant­wort geben noch ihren Befehl anzei­gen. Und ich sage für­wahr, wenn sol­che Schlei­cher sonst kein Unt­hät­lein an sich hät­ten und eitel Hei­li­ge wären, so kann doch dies eini­ge Stück (das sie ohne Befehl und unge­for­dert kom­men geschli­chen) sie für Teu­fels­bo­ten und Leh­rer mit Gewalt über­zeu­gen. Denn der hei­li­ge Geist schleicht nicht, son­dern fleugt öffent­lich vom Him­mel her­ab. Die Schlan­gen schlei­chen, aber die Tau­ben flie­gen: dar­um ist solch Schlei­chen der rech­te Gang des Teu­fels, das feh­let nim­mer­mehr. Ich hab hören sagen, wie sich die Schlei­cher kön­nen fin­den zu den Arbei­tern in der Ern­te und auf dem Fel­de unter der Arbeit pre­di­gen, also auch zu den Köh­lern und ein­zel­nen Leu­ten in den Wäl­dern, und allent­hal­ben ihren Samen säen und Gift aus­bla­sen, wen­den die Leu­te ab von ihren Pfarr­kir­chen. Wären sie von Gott und recht­schaf­fen, so wür­den sie zu aller­erst sich zum Pfar­rer fin­den und mit dem­sel­bi­gen han­deln, ihren Beruf anzei­gen, und erzäh­len, was sie glaub­ten, und ob sie der­sel­bi­ge wol­le zulas­sen, öffent­lich zu pre­di­gen. Wür­de sie der Pfarr­herr als­dann nicht zulas­sen, so wären sie ent­schul­digt vor Gott, und möch­ten als­dann von ihren Füßen den Staub abschla­gen. Denn der Pfarr­herr hat ja den Pre­digt­stuhl, Tau­fe, Sakra­ment inne und alle Seel­sor­ge ist ihm befoh­len. Aber nun wol­len sie den Pfarr­herrn heim­lich aus­bei­ßen mit all sei­nem Befehl, und doch nicht anzei­gen ihren heim­li­chen Befehl; das sind rech­te Die­be und Mör­der der See­len, Läs­te­rer und Fein­de Chris­ti und sei­ner Kir­che.[24]

Hät­ten die­se von Luther als “Schlei­cher und Win­kel­pre­di­ger” ver­leum­de­ten Men­schen ihren Glau­ben in der von Luther gefor­der­ten Wei­se öffent­lich kund­ge­tan, so wäre das nach dem Beschluss des zwei­ten Reich­tags von Spey­er einem Selbst­mord gleich­ge­kom­men. Es ist nur eine Ver­spot­tung die­ser Men­schen, ihnen zuerst das Todes­ur­teil anzu­dro­hen und ihnen anschlie­ßend vor­zu­wer­fen, dass sie ihre Über­zeu­gung nur im Gehei­men (auch dann noch unter Lebens­ge­fahr!) weitergeben.

8 Luthers Ein­stel­lung zu behin­der­ten Menschen

Mar­tin Luther:

“Vor acht Jah­ren war zu Des­sau eines (ein Wech­sel­kind[25] ), das ich Doc­tor Mar­ti­nus Luther gese­hen und ange­grif­fen habe, wel­ches zwölf Jah­re alt war, sei­ne Augen und alle Sin­ne hat­te, dass man mein­te, es wäre ein recht Kind. Das­sel­bi­ge thät nichts, denn daß es nur fraß, und zwar so viel als irgend vier Bau­ern oder Dre­scher … Wenns übel im Hau­se zuging, daß Scha­den geschah, so lache­te es und war fröh­lich; gings aber wol zu, so wei­nete es. Die­se zwo Tugend hat­te es an sich. Da sag­te ich zu den Fürs­ten zu Anhalt: Wenn ich da Fürst oder Herr wäre, so woll­te ich mit die­sem Kin­de in das Was­ser, in die Mol­da, die zu Des­sau fleußt, und woll­te das homic­i­di­um dran wagen! Aber der Kur­fürst zu Sach­sen, so mit zu Des­sau war, und die Fürs­ten zu Anhalt woll­ten mir nicht fol­gen. Da sprach ich: So soll­ten sie in der Kir­chen die Chris­ten ein Vater Unser beten las­sen, dass der lie­be Gott den Teu­fel weg­neh­me. Das thä­te man täg­lich zu Des­sau; da starb das­sel­bi­ge Wech­sel­kind im andern Jah­re danach. …”Anno 1541 hat D. Luther die­ser His­to­rie auch über Tische gedacht, und daß er den Fürs­ten von Anhalt gera­then hät­te, man soll­te den Wech­sel­balg oder den Kiel­kropf … ersäu­fen. Da ward er gefra­get: “War­um er sol­ches gera­then hätt?” Ant­wor­te­te er drauf: “Daß ers gänz­lich dafür hiel­te, daß sol­che Wech­sel­kin­der nur ein Stück Fleisch, eine mas­sa car­nis, sein, da kei­ne See­le innen ist; denn sol­ches kön­ne der Teu­fel wol machen, wie er sonst die Men­schen, so Ver­nunft, ja Leib und See­le haben, ver­derbt, wenn er sie leib­lich besit­zet, dass sie weder hören, sehen, noch etwas füh­len, er machet sie stumm, taub, blind. Da ist denn der Teu­fel in sol­chen Wech­sel­bäl­gen als ihre See­le […] [26]

9 Luther hat­te eine unmensch­li­che Hal­tung gegen­über den Juden

Mar­tin Luther:

Ich hab‘ viel His­to­ri­en gele­sen und gehört von den Juden, so mit die­sem Urteil Chris­ti stim­men. Näm­lich, wie sie die Brun­nen ver­gif­tet, heim­lich gemor­det, Kin­der gestoh­len, wie dro­ben gemel­det. Item, dass ein Jude dem andern über Feld einen Topf voll Bluts, auch durch einen Chris­ten, zuge­schickt, item, ein Fass Wein, da das aus­ge­trun­ken, ein toter Jude im Fas­se gefun­den, und der­glei­chen viel. Und das Kin­der­steh­len hat sie oft (wie dro­ben gesagt) ver­bren­net und ver­jagt. Ich weiß wohl, dass sie sol­ches und alles leug­nen. Es stim­met aber alles mit dem Urteil Chris­ti, dass sie gif­ti­ge, bit­te­re, rach­gie­ri­ge, hämi­sche Schlan­gen, Meu­chel­mör­der und Teu­fels­kin­der sind, die heim­lich ste­chen und Scha­den tun, weil sie es öffent­lich nicht ver­mö­gen. Dar­um ich ger­ne woll­te, sie wären, da kei­ne Chris­ten sind. Der Tür­ke und ande­re Hei­den lei­den sol­ches nicht von ihnen, was wir Chris­ten von den gif­ti­gen Schlan­gen und jun­gen Teu­feln lei­den, sie tun’s auch nie­mand als uns Chris­ten. Das ist’s, das ich dro­ben gesagt habe, dass ein Christ, nächst dem Teu­fel, kei­ne gif­ti­ge­ren, bit­te­re­ren Feind habe als einen Juden, so wir doch nie­mand so viel Guts tun, noch so viel von jemand lei­den, als eben von sol­chen bösen Teu­fels­kin­dern und Schlangengezüchte.Wer nun Lust hat, sol­che gif­ti­ge Schlan­gen und jun­ge Teu­fel, das ist die ärges­ten Fein­de Chris­ti, unsers Herrn und unser aller zu her­ber­gen, zu füt­tern und zu ehren und sich zu schin­den, rau­ben, plün­dern, zu spei­en, zu flu­chen und alles übels zu lei­den begehrt, der las­se sich die­se Juden treu­lich befoh­len sein. Ist’s nicht genug, so las­se er ihm auch ins Maul tun oder krie­che ihm in den Hin­tern und bete das­sel­bi­ge Hei­lig­tum an, rüh­me sich dar­nach, er sei barm­her­zig gewe­sen, habe den Teu­fel und sei­nen jun­gen Teu­fel gestärkt, zu läs­tern unsern lie­ben Herrn und das teu­re Blut, damit wir Chris­ten erkauft sind. So ist er denn ein voll­kom­me­ner Christ, vol­ler Wer­ke der Barm­her­zig­keit, die ihm Chris­tus beloh­nen wird am jüngs­ten Tage mit den Juden im ewi­gen höl­li­schen Feu­er.[27] Dem­nach soll und muss es uns Chris­ten kein Scherz, son­dern gro­ßer Ernst sein, hier­wi­der Rat zu suchen und unse­re See­len von den Juden, das ist: vom Teu­fel und ewi­gen Tod, zu erret­ten. Und ist der, wie dro­ben gesagt, erstlich:Dass man ihre Syn­ago­ge mit Feu­er ver­bren­ne und wer­fe hier­zu, wer da kann, Schwe­fel und Pech; wer auch höl­lisch Feu­er könn­te zuwer­fen, wäre auch gut. Auf dass Gott unsern Ernst, und alle Welt solch Exem­pel sehen möch­te, dass wir solch Haus (dar­in die Juden Gott, unsern lie­ben Schöp­fer und Vater, mit sei­nem Sohn so schänd­lich geläs­tert hät­ten) bis­her unwis­send gedul­det, nun­mehr ihm sei­nen Lohn gege­ben hätten.Zum andern, dass man ihnen alle ihre Bücher neh­me, Bet­bü­cher, Tal­mu­dis­ten, auch die gan­ze Bibel, und nicht ein Blatt lie­ße, und ver­wahr­te auf die, so sich bekeh­re­ten. Denn sie des alles brau­chen zu läs­tern den Sohn Got­tes, das ist: Gott selbst den Vater, Schöp­fer Him­mels und der Erde (wie gesagt ist) und werden’s nim­mer­mehr anders brauchen.Zum drit­ten, dass man ihnen ver­bie­te, bei uns und in dem Unsern öffent­lich Gott zu loben, zu dan­ken, zu beten, zu leh­ren bei Ver­lust Lei­bes und Lebens. In ihrem Lan­de mögen sie das tun, oder wo sie kön­nen, da wir Chris­ten es nicht hören noch wis­sen kön­nen. Ursa­che: ihr Lob, Dank, Gebet und Leh­ren ist eitel Got­tes­läs­tern, Flu­chen, Abgöt­te­rei, weil ihr Herz und Maul Gott den Vater Hebel Vor­ik nen­nen, wie sie sei­nen Sohn, unsern Herrn Jesum, nen­nen. Denn, wie sie den Sohn nen­nen und ehren, so ist der Vater auch genannt und geeh­ret. Hilft ihnen nicht, dass sie viel schö­ne Wor­te brau­chen und Got­tes Namen herr­lich füh­ren. Denn es heißt (2.Mose 20.7): „du sollst Got­tes Namen nicht miss­brau­chen.“ Gleich­wie es ihren Vor­fah­ren nichts half, dass sie Got­tes Namen füh­re­ten und ihn doch Baal nen­ne­ten, zu den Zei­ten der Köni­ge Israels.Zum vier­ten, dass ihnen ver­bo­ten wer­de, den Namen Got­tes vor unsern Ohren zu nen­nen. Denn wir können’s mit gutem Gewis­sen nicht hören noch lei­den, weil ihr läs­ter­lich, ver­flucht Maul und Herz Got­tes Sohn Hebel Vor­ik nen­nen, und damit sei­nen Vater auch so nen­nen müs­sen, der’s nicht anders ver­ste­hen kann noch will, wie wir Chris­ten sol­ches auch nicht anders ver­ste­hen kön­nen, die wir glau­ben müs­sen, wie der Sohn genannt wird und geeh­ret, so wird auch der Vater geeh­ret und genannt. Dar­um der Juden Maul nicht soll wert gehal­ten wer­den bei uns Chris­ten, dass es Gott soll­te vor unsern Ohren nen­nen, son­dern, wer es vom Juden höret, dass er’s der Ober­keit anzei­ge oder mit Sau­dreck auf ihn wer­fe, sofern er ihn sie­het, und von sich jage. Und sei hier­in nie­mand barm­her­zig noch gütig. Denn es betrifft Got­tes Ehre und unser aller (der Juden auch) Selig­keit.[28] Ja, wie wol­len wir tun, wenn wir gleich den Juden ihre Syn­ago­ge ver­bren­nen, Gott loben, beten, leh­ren, Got­tes Namen nen­nen, öffent­lich ver­bie­ten usw., gleich­wohl wer­den sie es doch heim­lich nicht las­sen. Und weil wir wis­sen, dass sie es heim­lich tun, so ist’s eben­so­viel, als täten sie es öffent­lich. Denn, was man weiß, das heim­lich geschieht und gedul­det wird, das heißt doch nicht heim­lich, und gleich­wohl unser Gewis­sen damit vor Gott beschwe­ret ist. Wohl­an, da mögen wir uns vor­se­hen. Mei­nes Dün­kens will’s doch da hin­aus: sol­len wir von der Juden Läs­te­rung rein blei­ben und ihrer nicht teil­haf­tig wer­den, so müs­sen wir geschie­den sein, und sie aus unserm Lan­de ver­trie­ben wer­den. Sie mögen geden­ken an ihr Vater­land, so dür­fen sie nicht mehr vor Gott über uns schrei­en und lügen, dass wir sie gefan­gen hal­ten, wir auch nicht kla­gen, dass sie uns mit ihrem Läs­tern und Wuchern beschwe­ren. Dies ist der nächs­te und bes­te Rat, der bei­de Par­tei­en in sol­chem Fall sichert.[29]

Noch in sei­ner letz­ten Pre­digt, drei Tage vor sei­nem Tod, hielt Luther an sei­nem Juden­hass fest:

[…] Dar­um seid unver­wor­ren mit ihnen als mit denen, die da nichts anders bei euch tun, denn das sie unsern lie­ben HErrn Jesum Chris­tum gräu­lich läs­tern, ste­hen uns nach Leib, Leben, Ehre und Gut. Noch wol­len wir die christ­li­che Lie­be an ihnen üben und für sie bit­ten, dass sie sich bekeh­ren, den HErrn anneh­men, den sie vor uns bil­lig ehren soll­ten. Wel­che sol­chs nicht tun will, da set­ze es in kei­nem Zwei­fel, dass er ein ver­bös­ter Jude ist, der nicht ablas­sen wird, Chris­tus zu läs­tern, dich aus­zu­sau­gen und (wo er kann) zu töten. […] Wol­len sich die Juden zu uns bekeh­ren und von ihrer Läs­te­rung und was sie uns sonst getan haben auf­hö­ren, so wol­len wir es ihnen ger­ne ver­ge­ben. Wo aber nicht, so sol­len wir sie auch bei uns nicht dul­den noch lei­den.[30]

10 Schluss

Unse­re Samm­lung von Luther­zi­ta­ten hat nicht das Ziel, eine umfas­sen­de, alle Details des Lebens und der Leh­re aus­leuch­ten­de Dar­stel­lung zu lie­fern. Das Ziel unse­rer Abhand­lung ist die War­nung vor einem Irr­leh­rer. Damit leug­nen wir nicht, dass er auch vie­les gut und rich­tig gesagt hat. Als Jesus in Mat­thä­us 23 mit schar­fen Wor­ten gegen die Pha­ri­sä­er und Schrift­ge­lehr­ten gere­det hat, hat er dadurch nicht all das Gute geleug­net, das die Pha­ri­sä­er ohne Zwei­fel auch getan haben.

Jeder, der wei­ter­geht und nicht in der Leh­re des Chris­tus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Leh­re bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und die­se Leh­re nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an sei­nen bösen Wer­ken. (2. Johan­nes 9–11)


Fußnoten

  1. Dis­pu­ta­tio Hei­del­ber­gae habi­ta, 1518: Luther Deutsch, Ergän­zungs­band Luther­le­xi­kon, Hsg. Kurt Aland, Göt­tin­gen 3. Aufl. 1974, S. 390; vgl. Wei­ma­rer Aus­ga­be (WA) 1,358,33–34.
  2. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 287, vgl. WA 18,718.
  3. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Hsg. Kurt Aland, Bd. 3, Stutt­gart 3. Auf­la­ge 1961, S. 171; vgl. WA 18,615.
  4. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525 Luther Deutsch, Erg.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 390f, vgl. WA 18,635,17–22.
  5. Mit die­sem Aus­druck wol­len wir nicht behaup­ten, dass Luthers Den­ken grund­sätz­lich dua­lis­tisch in dem Sin­ne war, dass er Satan und Gott auf einer Ebe­ne gese­hen hat. Wir bezie­hen uns hier nur auf die­se kon­kre­te Stel­le, an der sich Luther in sei­ner Ableh­nung des frei­en Wil­lens auf eine Posi­ti­on bege­ben hat, die sonst nicht sei­nem Den­ken entspricht.
  6. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Erg.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 390, vgl. WA 18,638,4–11.
  7. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 326f, vgl. WA 18,783.
  8. Weih­nachts­pos­til­le 1522: Luther Deutsch, Erg.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 57f, vgl. WA 10I1,137,18–138,5 – Zur ange­führ­ten Bibel­stel­le ist zu sagen, dass auch moder­ne Aus­ga­ben der Luther­bi­bel die­se Stel­le anders über­set­zen: „Denn sie­he, das Reich Got­tes ist mit­ten unter Euch.“ Jesus sprach hier nicht von einem äußer­lich ver­bor­gen blei­ben­den Wir­ken Got­tes son­dern, dass mit ihm das Reich Got­tes unter den Men­schen gegen­wär­tig ist. Jesus hat die­ses Wort auch nicht zu Chris­ten, son­dern zu sei­nen Geg­nern, den Pha­ri­sä­ern gespro­chen. Es kann hier also nicht um das unsicht­ba­re Christ­sein gehen.
  9. Haus­pos­til­le 1544, Von der Frucht der Auf­er­ste­hung Chris­ti: Luther Deutsch, Erg.Bd. Luther­le­xi­kon, S.58, vgl. WA 52,251, 18–24.
  10. Vor­re­de zum Hebrä­er­brief, 1522: Luther Deutsch, Hsg. Kurt Aland, Bd. 5, Stutt­gart 2. Auf­la­ge 1963, S. 62, vgl. WA DB 7,344.
  11. Luther beruft sich hier irr­tüm­li­cher­wei­se auf Apos­tel­ge­schich­te 12,1–2
  12. Vor­re­de zum Jako­bus­brief, 1522: Luther Deutsch, Bd. 5, S. 62–64, Vgl. WA DB 7,384–386.
  13. Das 4. Buch Esra ist eine nicht kano­ni­sche apo­kry­phe Schrift.
  14. Vor­re­de zur Offen­ba­rung Johan­nes, 1522: Luther Deutsch, Bd. 5, S. 65f, vgl. WA DB 7,404.
  15. „Das Wort sie sol­len las­sen stahn …“ – aus sei­nem Lied „Ein fes­te Burg ist unser Gott“.
  16. Eine kur­ze Form des Glau­bens­be­kent­nis­ses 1520: Luther Deutsch, hsg. Kurt Aland, Bd. 6, Stutt­gart 2. Auf­la­ge 1966, S. 19; vgl. WA 7,117.
  17. Pre­digt vom 24. Dezem­ber 1528; Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren S. 50; vgl. WA 27,475,25 f.
  18. Pre­digt vom 24. Dezem­ber 1540; Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren S. 53; vgl. WA 49,182 f.
  19. Pre­digt auf das Fest der Opfe­rung Chris­ti im Tem­pel, in Eis­le­ben gehal­ten, 2. Febru­ar 1546: Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren, S. 53–54; vgl. WA 51,167,28–40.
  20. Wider die räu­be­ri­schen und mör­de­ri­schen Rot­ten der Bau­ern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 192; vgl. WA 18,358.
  21. Wider die räu­be­ri­schen und mör­de­ri­schen Rot­ten der Bau­ern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 196f; vgl. WA 18,361.
  22. Gemeint ist der Henker.
  23. Der 82. Psalm durch D.M.L geschrie­ben und aus­ge­legt Anno 1530 – WA Abt. 1 Schrif­ten, Bd. 31 I Psal­men­aus­le­gun­gen 1529/32, S. 210–212.
  24. Luther Mar­tin, Brief von den Schlei­chern und Win­kel­pre­di­gern an Eber­hard von der Tan­nen, Amt­mann zu Wart­burg, vom Jah­re 1532 – Glau­bens­stim­me.
  25. Ein Wech­sel­kind oder Wech­sel­balg ist im Aber­glau­ben des euro­pä­isch-christ­li­chen Mit­tel­al­ters ein Säug­ling (ver­al­tet „Balg“), der einer Wöch­ne­rin durch den Teu­fel, Dru­den oder Hexen im Aus­tausch gegen ihr eige­nes Kind unter­ge­scho­ben wur­de (laut Wiki­pe­dia).
  26. Mar­tin Luther, Tisch­re­den Nr. 5207 – Wei­ma­rer Aus­ga­be, Abt. 2 Tisch­re­den, Bd. 5, S. 9.
  27. Von den Juden und ihren Lügen 1543: Mar­tin Luther, Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, Mün­chen 1936, S. 198f; vgl. WA 53,417–522.
  28. Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, S. 206 f.
  29. Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, S. 208 f.
  30. Vier Pre­dig­ten des Ehr­wir­di­gen Herrn D. Mar­ti­ni Luthers zu Eis­le­ben vor sei­nem abschied aus die­sem leben getan, Gedruckt zu Wit­tem­berg durch Hans Lufft, 1546 (Recht­schrei­bung durch uns aktualisiert).


Dis­pu­ta­tio Hei­del­ber­gae habi­ta, 1518: Luther Deutsch, Ergän­zungs­band Luther­le­xi­kon, Hsg. Kurt Aland, Göt­tin­gen 3. Aufl. 1974, S. 390; vgl. Wei­ma­rer Aus­ga­be (WA) 1,358,33–34.

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 287, vgl. WA 18,718.

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Hsg. Kurt Aland, Bd. 3, Stutt­gart 3. Auf­la­ge 1961, S. 171; vgl. WA 18,615.

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525 Luther Deutsch, Erg.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 390f, vgl. WA 18,635,17–22.

Mit die­sem Aus­druck wol­len wir nicht behaup­ten, dass Luthers Den­ken grund­sätz­lich dua­lis­tisch in dem Sin­ne war, dass er Satan und Gott auf einer Ebe­ne gese­hen hat. Wir bezie­hen uns hier nur auf die­se kon­kre­te Stel­le, an der sich Luther in sei­ner Ableh­nung des frei­en Wil­lens auf eine Posi­ti­on bege­ben hat, die sonst nicht sei­nem Den­ken entspricht.

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Erg.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 390, vgl. WA 18,638,4–11.

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 326f, vgl. WA 18,783.

Weih­nachts­pos­til­le 1522: Luther Deutsch, Erg.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 57f, vgl. WA 10I1,137,18–138,5 – Zur ange­führ­ten Bibel­stel­le ist zu sagen, dass auch moder­ne Aus­ga­ben der Luther­bi­bel die­se Stel­le anders über­set­zen: „Denn sie­he, das Reich Got­tes ist mit­ten unter Euch.“ Jesus sprach hier nicht von einem äußer­lich ver­bor­gen blei­ben­den Wir­ken Got­tes son­dern, dass mit ihm das Reich Got­tes unter den Men­schen gegen­wär­tig ist. Jesus hat die­ses Wort auch nicht zu Chris­ten, son­dern zu sei­nen Geg­nern, den Pha­ri­sä­ern gespro­chen. Es kann hier also nicht um das unsicht­ba­re Christ­sein gehen.

Haus­pos­til­le 1544, Von der Frucht der Auf­er­ste­hung Chris­ti: Luther Deutsch, Erg.Bd. Luther­le­xi­kon, S.58, vgl. WA 52,251, 18–24.

Vor­re­de zum Hebrä­er­brief, 1522: Luther Deutsch, Hsg. Kurt Aland, Bd. 5, Stutt­gart 2. Auf­la­ge 1963, S. 62, vgl. WA DB 7,344.

Luther beruft sich hier irr­tüm­li­cher­wei­se auf Apos­tel­ge­schich­te 12,1–2

Vor­re­de zum Jako­bus­brief, 1522: Luther Deutsch, Bd. 5, S. 62–64, Vgl. WA DB 7,384–386.

Das 4. Buch Esra ist eine nicht kano­ni­sche apo­kry­phe Schrift.

Vor­re­de zur Offen­ba­rung Johan­nes, 1522: Luther Deutsch, Bd. 5, S. 65f, vgl. WA DB 7,404.

„Das Wort sie sol­len las­sen stahn …“ – aus sei­nem Lied „Ein fes­te Burg ist unser Gott“.

Eine kur­ze Form des Glau­bens­be­kent­nis­ses 1520: Luther Deutsch, hsg. Kurt Aland, Bd. 6, Stutt­gart 2. Auf­la­ge 1966, S. 19; vgl. WA 7,117.

Pre­digt vom 24. Dezem­ber 1528; Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren S. 50; vgl. WA 27,475,25 f.

Pre­digt vom 24. Dezem­ber 1540; Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren S. 53; vgl. WA 49,182 f.

Pre­digt auf das Fest der Opfe­rung Chris­ti im Tem­pel, in Eis­le­ben gehal­ten, 2. Febru­ar 1546: Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren, S. 53–54; vgl. WA 51,167,28–40.

Wider die räu­be­ri­schen und mör­de­ri­schen Rot­ten der Bau­ern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 192; vgl. WA 18,358.

Wider die räu­be­ri­schen und mör­de­ri­schen Rot­ten der Bau­ern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 196f; vgl. WA 18,361.

Gemeint ist der Henker.

Der 82. Psalm durch D.M.L geschrie­ben und aus­ge­legt Anno 1530 – WA Abt. 1 Schrif­ten, Bd. 31 I Psal­men­aus­le­gun­gen 1529/32, S. 210–212.

Luther Mar­tin, Brief von den Schlei­chern und Win­kel­pre­di­gern an Eber­hard von der Tan­nen, Amt­mann zu Wart­burg, vom Jah­re 1532 – Glau­bens­stim­me.

Ein Wech­sel­kind oder Wech­sel­balg ist im Aber­glau­ben des euro­pä­isch-christ­li­chen Mit­tel­al­ters ein Säug­ling (ver­al­tet „Balg“), der einer Wöch­ne­rin durch den Teu­fel, Dru­den oder Hexen im Aus­tausch gegen ihr eige­nes Kind unter­ge­scho­ben wur­de (laut Wiki­pe­dia).

Mar­tin Luther, Tisch­re­den Nr. 5207 – Wei­ma­rer Aus­ga­be, Abt. 2 Tisch­re­den, Bd. 5, S. 9.

Von den Juden und ihren Lügen 1543: Mar­tin Luther, Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, Mün­chen 1936, S. 198f; vgl. WA 53,417–522.

Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, S. 206 f.

Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, S. 208 f.

Vier Pre­dig­ten des Ehr­wir­di­gen Herrn D. Mar­ti­ni Luthers zu Eis­le­ben vor sei­nem abschied aus die­sem leben getan, Gedruckt zu Wit­tem­berg durch Hans Lufft, 1546 (Recht­schrei­bung durch uns aktualisiert).