Das Leid und Gottes Liebe

"Warum lässt Gott das zu?"

Viele Menschen sind entsetzt, wenn sie Berichte über das Leid und den Schmerz, der durch Krankheiten oder Naturgewalten oder auch durch menschliche Bosheit im Leben von Menschen verursacht wird, sehen. Wie kann Gott so etwas zulassen? Wenn es Gott gibt und wenn er ein Gott der Liebe ist, warum greift er nicht ein? Warum verhindert er wenigstens unverschuldetes Leiden nicht? Fragen wie diese werden in solchen Zusammenhängen immer wieder gestellt, und es sind keine leichten Fragen. Auch gläubige Menschen in der Bibel haben solche Fragen beschäftigt.

Die Frage nach dem Leid ist kein leichtes Thema. Wir möchten trotzdem versuchen, einige Gedanken dazu zu formulieren. Wir hoffen, dass sie hilfreich sind, mehr über das Leid und das Böse in der Welt zu verstehen. Sie sollen auch Mut machen, einen guten Umgang mit dem Leiden zu finden und am Glauben an unseren liebevollen Schöpfer festzuhalten oder einen neuen Zugang zu Gott zu finden.

Bevor wir konkretere Gedanken über die Ursachen des Leides und darüber, warum Gott es zulässt, schreiben, wollen wir uns zuerst vor Augen halten, wie Gott zum Leid der Menschen steht.

1 Wie ist Jesus dem Leiden begegnet?

In Jesus ist der allmächtige Gott Mensch geworden. An Jesus können wir daher sehen, welche Haltung Gott dem Leiden der Menschen gegenüber einnimmt. Gott hat das Leid weder verursacht, noch steht er ihm gleichgültig gegenüber. Jesus zeigt uns, dass Gott uns helfen und auch durch alle schweren Zeiten hindurch tragen will. Wir möchten einige Beispiele aus dem Leben Jesu herausgreifen.

Und es geschah bald darauf, dass er (Jesus) in eine Stadt ging, genannt Nain, und seine Jünger und eine große Volksmenge gingen mit ihm. Als er sich aber dem Tor der Stadt näherte, siehe, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe; und eine zahlreiche Volksmenge aus der Stadt war mit ihr. Und als der Herr sie sah, wurde er innerlich bewegt über sie und sprach zu ihr: Weine nicht! Und er trat hinzu und rührte die Bahre an, die Träger aber standen still; und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! Und der Tote setzte sich auf und fing an zu reden; und er gab ihn seiner Mutter. Alle aber ergriff Furcht; und sie verherrlichten Gott und sprachen: Ein großer Prophet ist unter uns erweckt worden, und Gott hat sein Volk besucht. (Lukas 7,11-16)

Die Frau, deren einziger Sohn gestorben war, befand sich in einer sehr schweren Situation. Eine Witwe ohne Kinder war damals nicht nur einsam, sondern auch ganz auf Almosen angewiesen. Sie war mittellos und hatte oft niemanden, der sich für ihr Recht einsetzte. Mit dem Tod ihres Sohnes hat diese Witwe vermutlich ihre einzige Stütze verloren. Jesus hatte Mitleid mit der trauernden Mutter, ging zu ihr hin und sagte: Weine nicht! Ihre Not hat ihn berührt und er hat geholfen.

Ein anderes Beispiel ist das Leben des blinden Bettlers Bartimäus. Es hat sich durch die Hilfe Jesu völlig verändert. Hier der Text:

Und sie kommen nach Jericho. Und als er (Jesus) und seine Jünger und eine große Volksmenge aus Jericho hinausgingen, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, ein blinder Bettler, am Weg. Und als er hörte, dass es Jesus, der Nazarener, sei, fing er an zu schreien und zu sagen: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner! Und viele bedrohten ihn, dass er schweigen sollte; er aber schrie umso mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn! Und sie rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei guten Mutes! Steh auf, er ruft dich! Er aber warf sein Gewand ab, sprang auf und kam zu Jesus. Und Jesus antwortete ihm und sprach: Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde aber sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde. Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dich geheilt! Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm auf dem Weg nach. (Markus 10,46-52)

Wenn jemand nicht gerade reiche Eltern hatte, war Betteln für blinde Menschen damals wohl die einzige Chance zu überleben. Es ist verständlich, dass Bartimäus um Hilfe schrie so laut er konnte, als er hörte, dass Jesus in der Nähe war. Er hatte schon von Jesus gehört und glaubte, dass Jesus der von Gott gesandte Retter ist und ihm helfen kann. Und Jesus hat ihm seine Hilfe nicht verwehrt.

Auch die folgende Begebenheit zeigt Jesu Liebe zu den suchenden und hungrigen Menschen:

Und er (Jesus) sprach zu ihnen (seinen Jüngern): Kommt, ihr selbst allein, an einen öden Ort und ruht ein wenig aus! Denn diejenigen, die kamen und gingen, waren viele, und sie fanden nicht einmal Zeit, um zu essen. Und sie fuhren in einem Boot allein an einen öden Ort; und viele sahen sie wegfahren und erkannten sie und liefen zu Fuß von allen Städten dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor. Und als Jesus aus dem Boot trat, sah er eine große Volksmenge und wurde innerlich bewegt über sie; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren. Und als es schon spät am Tag war, traten seine Jünger zu ihm und sagen: Der Ort ist öde, und es ist schon spät am Tag. Entlass sie, damit sie auf die umliegenden Höfe und in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen! Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! […] Und sie lagerten sich in Gruppen zu je hundert und je fünfzig. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie ihnen vorlegten; und die zwei Fische teilte er unter alle. Und sie aßen alle und wurden gesättigt. (Markus 6,31-42)

In diesen und vielen anderen Situationen hat Jesus durch ein Wunder geholfen. Viele Menschen wünschen sich das auch heute, dass jemand auf wunderbare Weise in ihre Situation eingreift und alles in Ordnung bringt. Jesus ging es aber um mehr als darum, durch Wunder die Not der Menschen zu lindern. Als er in die Welt kam, wollte er uns zeigen, dass Gott jeden Menschen liebt und auch den Leidenden zur Seite stehen will. Jesu Handeln ist ein Ausdruck von Gottes Erbarmen und seiner Zuwendung zum Menschen in seinem Leiden und seiner Not. Dabei ist das Ziel der Liebe Gottes nicht in erster Linie die Beseitigung von Hunger und Krankheit, denn die größte Not des Menschen ist eine andere …

2 Wenn Gott alles gut gemacht hat …

Die Bibel sagt, dass Gott den Menschen schuf und ihm auf Erden ein Paradies als Heimat gab. Das Paradies steht nicht nur für unversehrte Natur, für Frieden und Gesundheit; es steht für die Harmonie zwischen Gott und seiner Schöpfung, für die Liebe Gottes, seinen Schutz, seine Sorge und Güte gegenüber dem Menschen. Es steht auch für aufrichtige und liebevolle Beziehungen zwischen den Menschen, in deren Verhalten zueinander sich das liebende Wesen des Schöpfers widerspiegelt.

Zur Liebe Gottes gehört, dass er dem Menschen ein Gewissen gab. Diese „innere Stimme Gottes“ sollte uns ins unserem Handeln leiten, um das zu tun, was der Liebe entspricht, und so im Frieden mit Gott und Mensch zu bleiben.

Das Leben im Paradies war als Vorbereitung für die ewige Gemeinschaft mit Gott, in die jeder Mensch am Ende seines Daseins auf Erden „hinübergehen“ sollte, gedacht. Das ist das eigentliche Ziel unserer Existenz. Ewig mit Gott zu sein – dazu war und ist der Mensch bestimmt.

3 … woher kommt dann das Leid?

Solange der Mensch Gott vertraute, konnte Gott ihn behüten und versorgen. Erst mit der Abwendung des Menschen von Gott kamen Leid und Tod in die Welt. Die Bibel beschreibt das in der Erzählung vom Sündenfall (Genesis 3). Obwohl der Mensch im Paradies keinerlei Mangel oder Not litt, wollte er sich unabhängig von Gott machen, sich nicht mehr unterordnen. Er wollte selbst bestimmen, was Gut und Böse ist, was er tun und lassen kann, und hat so das Paradies verloren.

Damit war nicht nur die Harmonie zwischen Gott und dem Menschen zerstört. Die Geschichte über den Brudermord von Kain an Abel (Genesis 4,1-16) zeigt uns die schlechten Auswirkungen auf das Miteinander der Menschen. Das Leiden, das als Konsequenz von Sünde in die Welt kam, hat sich mit der Menschheit ausgebreitet. Auch das durch Krankheiten verursachte Leiden gehört dazu. In den folgenden Abschnitten wollen wir konkreter darauf eingehen und auch einige Gedanken zum Problem der Naturgewalten schreiben, die eine Bedrohung für Menschen darstellen können.

4 Leiden, das durch Menschen verursacht wird

Seitdem der Mensch das Paradies verloren hat, versuchen nun die meisten, ihr Glück unabhängig von Gott zu finden. Heute suchen es viele im materiellen Wohlstand, im trauten Familienleben oder in Beziehungen überhaupt, also in der Anerkennung, im Angenommensein von anderen Menschen. Dabei kümmert man sich oft nicht darum, was das eigene Handeln und Tun für andere bedeutet. Denn das Suchen nach dem eigenen Vorteil, der eigenen Sicherheit, den eigenen „guten“ Gefühlen ist das bestimmende Motiv. Auf diesen falschen Wegen geht die Zerstörung des Menschen und seiner Welt immer weiter. Die negativen Folgen davon bekommen alle direkt oder indirekt zu spüren; sie sind ebenso Realität wie die Sünden selbst.

In der Bibel sehen wir, wie Gott die Menschen immer wieder vor der Sünde warnt, davor, Gottes Werten und Willen gegenüber gleichgültig zu sein. Sünde widerspricht immer der Liebe und zieht zwangsläufig Leiden nach sich. Das äußert sich nicht erst in Kriegen, Gewalttaten und Kriminalität. In unserem Alltag sind wir ständig davon umgeben. Wo Menschen Gott nicht lieben, gelten solche Werte wie Liebe, Demut, Reinheit, Aufrichtigkeit, selbstloses Dienen, Gerechtigkeit … leider oft nur sehr wenig. Stattdessen will man groß und wichtig sein, will etwas erreichen, etwas gelten, andere beherrschen oder die eigenen Begierden befriedigen. Es gibt viel Konkurrenzkampf, Stolz und Neid, Unaufrichtigkeit, Heuchelei, Egoismus und Ehrsucht. Das sind oft Ursachen dafür, dass Menschen leiden. Wer den Ansprüchen seiner Umwelt nicht entspricht, fühlt sich minderwertig, ungeliebt, fehl am Platz. Krampfhaft versuchen Menschen, von anderen Beachtung zu finden. Wenn sie versagen, werden sie oft ohne Erbarmen fallen gelassen und fallen selbst in Verzweiflung und Depressionen.

Was die globale soziale Ungerechtigkeit betrifft, ist es ganz allgemein vielen Menschen zwar irgendwie bewusst, dass der Reichtum der reichen Länder für die Armut der armen Länder sehr wesentlich verantwortlich ist. Aber wo sind Menschen bereit, etwas an ihrem Lebensstil zu verändern und sich selbst nur das zu nehmen, was sie tatsächlich brauchen? Wie viele Menschen schauen sich in den Medien Dokumentationen über die Ungerechtigkeit oder das Elend in der Welt an, schütteln den Kopf und fragen, wie Gott so etwas zulassen kann, kommen aber nicht auf den Gedanken, das, was sie haben, zu teilen.

So ist zum Beispiel weithin bekannt, unter welch katastrophalen Bedingungen Näherinnen und Näher in Asien arbeiten müssen, und dass viele Arbeiter in den Nähfabriken ihr Leben oder ihre Arbeitsfähigkeit durch Brandkatastrophen und dergleichen verloren haben, weil den großen Konzernen am Schutz und am Wohlergehen ihrer Arbeiter nicht viel liegt. Trotzdem wollen in unserer Gesellschaft viele nicht darauf verzichten, immer wieder neue billige Kleidung zu kaufen (obwohl der Kleiderschrank voll ist), um mit jedem neuen Modetrend mitzuhalten. Jeder, der das tut, ist auch mit verantwortlich für die Ausbeutung und Ungerechtigkeit, die aus Profitgier an anderen Menschen verübt wird.

Und wie steht Gott dazu? Er räumt nicht einfach unsere Bankkonten gegen unseren Willen und verteilt das Geld an die Armen. Er zwingt uns nicht zum Guten, aber er hat uns Verantwortungsbewusstsein und ein Gewissen gegeben, das uns zeigt, was wir tun sollen, das uns aufruft, der Liebe entsprechend zu handeln und uns aus freier Entscheidung anderen in ihrer Not zuzuwenden. Erzwungene gute Taten sind nicht wirklich gut und haben (nicht nur) in Gottes Augen keinen Wert. Gott möchte, dass wir wirklich gute und verantwortungsvoll handelnde Menschen sind, die gerne Liebe üben und sich gegenüber dem Leiden anderer nicht verschließen.

5 Leiden, verursacht durch Krankheiten

„Hauptsache gesund!“ – solche oder ähnliche Worte hört man oft aus dem Mund von Menschen, die von Krankheiten betroffen sind. Eine schwere Krankheit ist sicher ein schweres Kapitel im Leben eines Menschen, vor allem wenn sie mit quälenden Schmerzen verbunden und unheilbar ist. Und sie wird noch unerträglicher, wenn der Mensch darin allein gelassen wird, wenn Angehörige oder Freunde sich zurückziehen, weil sie nichts haben, womit sie den anderen in seiner Not auffangen können, weil sie merken, dass alles Mutmachen („Es wird schon wieder!“) leere Worte sind.

Wir verstehen Krankheiten im allgemeinen als eine weitere Folge des Sündenfalls, also dessen, dass die Menschheit ohne Gott im Laufe ihrer Geschichte viele falsche Wege gegangen ist und sich aus dem Schutz Gottes herausbegeben hat. Gott hat die Menschheit als eine Gemeinschaft geschaffen, wo der einzelne Mensch Geborgenheit in Gott, aber auch die Sorge der anderen erfahren sollte. Wo das fehlt, hat es natürlich negative Auswirkungen, vor allem auf solche Menschen, die in irgendeiner Weise schwächer sind als andere, und nicht unbedingt auf diejenigen mit der größeren Schuld.

Die Sünde hat vieles zerstört, sowohl was unsere Umwelt, unsere Lebensumstände, als auch was das innere Leben des Menschen, Körper und Seele, betrifft. Insofern gehören schwere Krankheiten zu dem durch Menschen verursachten Leid. Es gibt Erkrankungen, die direkt mit dem Lebenswandel der betroffenen Person zusammenhängen. Dort ist die Frage danach, warum Gott das zulässt, fehl am Platz. Aber Krankheiten können auch Menschen treffen, die persönlich keine Schuld daran tragen.

Die Bibel erzählt uns von einem Mann namens Hiob. Er war gerecht, aber sehr krank, und verstand die Ursache seines Leidens nicht. Nach einem schweren inneren Kampf hat er es angenommen, dass wir Menschen Grenzen haben darin, den Lauf der Dinge zu durchschauen und zu verstehen, dass uns der Überblick fehlt, den nur Gott hat. Hiob sagt:

Ich habe erkannt, dass du alles vermagst und kein Plan für dich unausführbar ist.“Wer ist es, der den Ratschluss verhüllt ohne Erkenntnis?“ So habe ich denn meine Meinung mitgeteilt und verstand doch nichts, Dinge, die zu wunderbar für mich sind und die ich nicht kannte. (Hiob 42,2-3)

Diese Erkenntnis half Hiob, nicht mehr anklagend zu sein, sondern den Trost darin zu finden, dass Gott alles in der Hand hält, dass er sich ihm anvertrauen kann und dass er eines Tages seinen Erlöser schauen wird, der gerecht ist und Gerechtigkeit schaffen wird (Hiob 19,25).

Auch heute wird es für einen von schwerer Krankheit betroffenen Menschen nicht nützlich sein, bei der Frage nach der Ursache seines Leidens stehen zu bleiben. Es ist viel wichtiger, verstehen zu wollen, was ich aus meinem Leiden lernen soll und wohin Gott mich auf diesem Weg führen will. Diesen tieferen Sinn des persönlichen Leidens wird jeder Mensch selbst nur durch eine aufrichtige Hinwendung zu Gott begreifen können.

Dafür ist es wichtig, das eigene Leben in Gottes Licht zu stellen: Bin ich mir dessen bewusst, dass mein Leben ein kostbares Geschenk ist? Wie wichtig ist mir der Lebensgeber? Wie sehr suche ich ihn? Habe ich ihm für mein Leben gedankt und ihn gefragt, wie ich ihm meine Dankbarkeit ausdrücken kann? Oder habe ich eher nur die selbstverständliche Erwartung gehabt, dass ich ein gesundes, langes Leben ohne größere Probleme genießen werde?

Gesundheit ist ein hohes Gut, aber nicht das höchste. Eine Krankheit kann einen Menschen sehr reifen lassen. Sie kann uns vor Augen stellen, wie zerbrechlich wir sind, wie vergänglich unser irdisches Dasein ist. Durch eine Krankheit können wir im Mitgefühl für unseren Nächsten wachsen und Barmherzigkeit mit denen, die in Not sind, lernen. Krankheit kann uns dahin führen, in Gott unseren Halt zu finden, anstatt in unserer eigenen Kraft und in dem, was wir leisten. Durch eine Krankheit können wir verstehen lernen, dass unser Wert nicht von unserer Produktivität abhängt. Unser Wert liegt darin, dass Gott uns liebt, egal ob wir gesund oder krank sind, und dass er uns zum ewigen Leben in Gemeinschaft mit ihm geschaffen hat. Die Einladung zum ewigen Leben gilt jedem – und auch eine Krankheit kann hilfreich sein, um zu begreifen, dass wir auf dieses ewige Leben hin leben und den Weg dahin suchen sollen. Das ewige Leben ist die Hoffnung aller Gläubigen, und sie gibt auch für Leidenswege die nötige Kraft.

Wir wollen euch aber, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht betrübt seid wie die Übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, wird auch Gott ebenso die Entschlafenen durch Jesus mit ihm bringen. (Paulus in 1 Thessalonicher 4,13-14)

6 Noch ein Wort zu „Behinderungen“

In unserer Gesellschaft, wo es immer viel um Leistung geht, verbinden viele Menschen eine Behinderung mit Leiden. Es herrscht die Ansicht, das Leben eines Menschen mit z. B. Down-Syndrom sei nicht lebenswert, weil dieser immer auf andere angewiesen ist. Die grausame Schlussfolgerung dessen ist, dass es besser sei, solche Menschen abzutreiben – die Abtreibung ist in solchen Fällen („eugenische Indikation“) bis zur Geburt straffrei!

Heutzutage begegnen wir nicht mehr vielen Menschen mit einem Down-Syndrom oder anderen Beeinträchtigungen, weil durch Untersuchungen während der Schwangerschaft diese Menschen herausgefiltert werden und kaum einer von ihnen die Chance zu leben bekommt. Aber ist das eigentliche Leiden der „Überlebenden“ nicht das, wo ihnen Geringschätzung und Unverständnis entgegengebracht wird, wo man „mitleidig“ auf sie herabschaut und ihnen indirekt vermittelt, sie seien keine normalen Menschen, ihr Leben sei nicht lebenswert und es wäre besser gewesen, sie hätten nie das Licht der Welt erblickt?!

Wir sind sehr froh, dass es körperlich oder geistig beeinträchtigte Menschen gibt, die von ihren Familien oder ihrem sonstigen Umfeld angenommen und umsorgt werden und sich trotz ihrer Einschränkungen am Leben freuen können.

7 Leiden, verursacht durch Naturkatastrophen

Viele Menschen finden Freude an der Natur, und Gläubige erleben sie als einen starken Ausdruck der Macht, Intelligenz, Kreativität und Liebe des Schöpfers. Andererseits ist die Erde nicht ein Ort ohne Gefahren. Immer wieder gibt es Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis, Dürre, Überschwemmungen, Stürme … Solche Naturereignisse werden dort zu Katastrophen, wo sie auf Menschen und ihre Lebensweise verheerende Auswirkungen haben. Daraus ergeben sich mindestens zwei Fragen: 1) Warum hat Gott diese Erde nicht ohne all die Gefahren für den Menschen geschaffen? 2) Wie sollte der Mensch nach Gottes Plan mit diesen Gefahren umgehen?

Vielleicht ist es für die Beantwortung der ersten Frage hilfreich, sich zuerst mit der zweiten Frage auseinanderzusetzen. Dazu wollen wir je ein Beispiel aus dem Alten und dem Neuen Testament herausgreifen.

Zuerst ein Text aus dem Alten Testament, wo Gott durch Mose zu seinem Volk Israel gesprochen hat, kurz bevor es nach Kanaan einzog, in das Land, das Gott ihnen als Wohnstätte geben wollte, nachdem sie aus der Sklaverei in Ägypten ausgezogen waren:

[...] Denn das Land, in das du kommst, um es in Besitz zu nehmen, ist nicht wie das Land Ägypten, von wo ihr ausgezogen seid, wo du deine Saat sätest und mit deinem Fuß wässertest wie einen Gemüsegarten, sondern das Land, in das ihr hinüberzieht, um es in Besitz zu nehmen, ist ein Land mit Bergen und Tälern - vom Regen des Himmels trinkt es Wasser -, ein Land, auf das der HERR, dein Gott, achthat. Beständig sind die Augen des HERRN, deines Gottes, darauf gerichtet vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres. Und es wird geschehen, wenn ihr genau auf meine Gebote hört, die ich euch heute gebiete, den HERRN, euren Gott, zu lieben und ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, dann gebe ich den Regen eures Landes zu seiner Zeit, den Frühregen und den Spätregen, damit du dein Getreide und deinen Most und dein Öl einsammelst. Und ich werde für dein Vieh Kraut auf dem Feld geben, und du wirst essen und satt werden. Hütet euch, dass euer Herz sich ja nicht betören lässt und ihr abweicht und andern Göttern dient und euch vor ihnen niederwerft und der Zorn des HERRN gegen euch entbrennt und er den Himmel verschließt, dass es keinen Regen gibt und der Erdboden seinen Ertrag nicht bringt [...] (Deuteronomium 11,10-17)

Gott ist Liebe und sucht die Beziehung mit seinen Geschöpfen, um ihnen seine Güte zu erweisen. In diesem Text können wir das sehen. Denn hier sagt Gott seinem Volk, dass er es beschützen und mit Regen und Ertrag segnen wird, wenn sie ihn lieben und auf seinen Wegen gehen. Aber wenn sie Gott verlassen, verlassen sie auch seinen Schutz und werden die Konsequenzen dessen tragen müssen.

Im Neuen Testament finden wir in der Apostelgeschichte 11,27-30 folgenden kurzen Bericht über eine Hungersnot unter Kaiser Klaudius (regierte 41-54 n. Chr.):

In diesen Tagen aber kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochia herab. Einer aber von ihnen, mit Namen Agabus, stand auf und zeigte durch den Geist eine große Hungersnot an, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte; sie trat auch unter Klaudius ein. Sie beschlossen aber, dass, je nachdem wie einer der Jünger begütert war, jeder von ihnen zur Hilfeleistung den Brüdern, die in Judäa wohnten, etwas senden sollte; das taten sie auch, indem sie es durch die Hand des Barnabas und Saulus an die Ältesten sandten.

Hier sehen wir beispielhaft, wie Gott die, die auf ihn hören und mit ihm verbunden leben, vor Gefahren warnen kann. Für die Gläubigen, die vom Hunger nicht so betroffen waren, war es selbstverständlich, anderen in dieser Notsituation zu helfen. So wurden die negativen Auswirkungen der Hungersnot durch die Liebe der Christen eingedämmt.

Diese Hungersnot unter Klaudius wird in der Bibel nicht mit Sünden von Menschen verbunden. Sie wird einfach als eine Tatsache erwähnt, so wie es eben Tatsache ist, dass wir Menschen in unserem Leben auf dieser Erde in schwierige Umstände kommen können. Durch solche Situationen dürfen wir aber an der Hand unseres Schöpfers hindurchgehen und sind auch herausgefordert, einander darin zur Seite zu stehen.

Gott will uns verstehen lassen, wie wir mit den Gefahren dieser Erde umgehen sollen und wie wir einander darin helfen können, vorausgesetzt dass wir ihn fragen und uns von ihm leiten lassen. Global gesehen wird das leider nicht eintreten, denn die meisten Menschen wollen sich Gott nicht unterordnen. Wo Menschen von Hochmut und Machtgier geleitet werden und Grenzen nicht akzeptieren wollen, wenden sie sich von Gott ab und werden unvernünftig, leichtsinnig oder blind für Gefahren. Und wenn dann Megastädte in Erdbebenzentren gebaut werden und immer mehr Menschen ungeachtet der Gefahren dorthin ziehen, weil sie nach Karriere, Erfolg, Wohlstand … suchen, ist die Katastrophe quasi von uns Menschen vorprogrammiert.

Wenn Menschen von einer Naturkatastrophe betroffen werden, zeigt das nicht, dass sie schuldiger sind als andere. Als eine direkte Strafe von Gott kann man solche Ereignisse daher in der Regel auch nicht sehen. Aber als einen Aufruf zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserem Leben und der Natur und vor allem zur Umkehr zu Gott sollen wir sie dennoch verstehen. Letztlich geht es doch um viel mehr als um Wohlstand und ein unbesorgtes, sicheres Leben auf Erden. Denn wir werden alle einmal vor Gott stehen, und dann zählen ganz andere Dinge. Jesus zeigt, dass wir vor allem um unser ewiges Leben besorgt sein sollen.

Er sprach aber zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht! Denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht aus seiner Habe. Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen und sprach: Das Land eines reichen Menschen trug viel ein. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Denn ich habe nicht, wohin ich meine Früchte einsammeln soll. Und er sprach: Dies will ich tun: Ich will meine Scheunen niederreißen und größere bauen und will dahin all mein Korn und meine Güter einsammeln; und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter liegen auf viele Jahre. Ruhe aus, iss, trink, sei fröhlich! Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein? So ist, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott. (Lukas 12,15-21)

Die Bibel zeigt uns aber auch sehr deutlich, dass Gottes Sorge und Güte nicht nur denen gilt, die ihn lieben. Das Leben auf Erden ist zwar von Gefahren begleitet, in denen Gott die, die sich von ihm abgewandt haben, nicht so schützen kann, wie sie es bräuchten. Trotzdem schenkt er in seiner Liebe allen Menschen so viel Gutes, dessen sich viele nicht bewusst sind und wofür sie ihm auch nicht danken. Jesus sagt:

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Matthäus 5,44-45)

Vielleicht hat Gott gerade deswegen die Erde nicht als einen Ort ohne jegliche Gefahren geschaffen, damit wir inmitten dieser Gefahren seinen Schutz und seine Hilfe erleben können, damit wir uns unseres Schöpfers und unserer Abhängigkeit von ihm bewusst bleiben und nicht überheblich und selbstsicher werden, weil wir meinen, alles in der Hand zu haben. Darin können wir eine Antwort auf die erste Frage sehen.

8 Wie Jesus Leiden getragen hat und wie er uns darin helfen will

Jesus hat sich mit seinem Kommen in diese Welt ganz in unsere zerstörte Situation hineingestellt. Obwohl er vielen Leidenden geholfen hat, hat er selbst die Folgen menschlicher Bosheit am eigenen Leib zu spüren bekommen. Er hat es auf sich genommen, gequält und sogar gekreuzigt zu werden, um uns Menschen zu zeigen, was unser eigentliches Problem ist und was wir verändern müssen.

Jesus hat die Menschen dazu aufgerufen, Gott wieder an die erste Stelle in ihrem Leben zu setzen. Seine Botschaft und sein Leben waren den Menschen ein Spiegel für ihr Gewissen. Sie konnten dadurch verstehen, wo sie sündigen und was sie von Gott trennt. Die religiösen Führer, deren Heuchelei Jesus aufdeckte, haben ihn gehasst. Viele andere blieben gleichgültig und sind seinem Ruf zur Abkehr von ihren Sünden leider nicht gefolgt. Deshalb wurde Jesus, der nie etwas Schlechtes getan hat, ungerechterweise wie ein Verbrecher hingerichtet. Wie hat er das ertragen?

In der Nacht vor seiner Kreuzigung hat er zu den Jüngern folgende Worte gesagt:

Siehe, es kommt die Stunde und ist gekommen, dass ihr euch zerstreuen werdet, ein jeder in seine Heimat und mich allein lassen werdet; doch ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden. (Johannes 16,32-33)

Für Jesus war es das Wichtigste, immer den Willen des Vaters zu tun. So blieb er ganz mit Gott verbunden. Das gab ihm die Kraft, das ungerechte Leiden zu tragen, ohne zu verbittern, ohne zu hassen, ohne sich gegen seine Situation aufzulehnen. Er hat sich dem Vater weiterhin anvertraut und die Menschen trotzdem geliebt. Sein irdisches Leben wurde gewaltsam beendet, aber das ewige Leben konnten die Menschen ihm nicht nehmen.

Paulus beschreibt, wie er und andere Christen auch von Jesus die Kraft empfangen haben, Schweres zu tragen und im Leiden nicht zu verzweifeln, sondern aus der Hoffnung auf das ewige Leben die innere Freude zu bewahren:

Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit das Übermaß der Kraft von Gott sei und nicht aus uns. In allem sind wir bedrängt, aber nicht erdrückt; keinen Ausweg sehend, aber nicht ohne Ausweg;verfolgt, aber nicht verlassen; niedergeworfen, aber nicht vernichtet; […] denn wir wissen, dass der, welcher den Herrn Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und mit euch vor sich stellen wird; denn alles geschieht um euretwillen, damit die Gnade zunehme und durch eine immer größere Zahl die Danksagung zur Ehre Gottes überreich mache. Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert. Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare; denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig. (2 Korinther 4,7-9.14-18)

Auch wenn wir jetzt manchem Leiden wie machtlos gegenüberstehen, können wir gewiss sein, dass Gott alles sieht und weiß. In der unsichtbaren ewigen Welt herrscht Gerechtigkeit, weil Gott Gerechtigkeit schafft, indem er jedem Menschen nach seinen Taten vergilt. Wer an Ungerechtigkeit Gefallen hatte oder ungerechtem Handeln gegenüber gleichgültig geblieben ist, wird an der Freude des ewigen Lebens keinen Anteil haben.

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Offenbarung 21,1-4)

Jesus will uns auch jetzt schon helfen, Gottes Nähe zu erfahren und aus seiner Kraft zu leben. Wenn wir seine Liebe mit Dankbarkeit beantworten und uns in unserem Handeln von Ihm führen lassen, empfangen wir Frieden, Freude und Hoffnung, die von äußeren Umständen nicht zerstört werden können. Jesus spricht darüber in Matthäus 11,27­­­-30:

Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und der, dem der Sohn ihn offenbaren will. Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und „ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

9 Abschließende Gedanken

Gott hat uns Menschen mit der Freiheit der Verantwortlichkeit geschaffen. Das bedeutet, dass wir einerseits die Freiheit haben, moralische Entscheidungen zu treffen, andererseits aber auch für die Konsequenzen unseres Handelns verantwortlich sind. Das ist der wesentlichste Unterschied zwischen dem Menschen und der übrigen Schöpfung. Unsere menschliche Würde liegt also darin, dass wir uns frei für das Gute, für die Liebe zu Gott und Menschen, für das Erbarmen, für Ehrlichkeit, Treue etc. entscheiden können. Und weil diese moralische Freiheit ganz tief zum Wesen des Menschen gehört, nimmt Gott sie uns auch dann nicht einfach weg, wenn wir sie missbrauchen, wenn wir gleichgültig, egoistisch, unbarmherzig … werden und dadurch uns selbst schaden oder zur Ursache für das Leiden anderer Menschen werden. Die Ursache für das Leiden Unschuldiger liegt also nicht bei Gott, sondern darin, dass Menschen ihre Freiheit und ihre guten Gaben nicht im Sinne Gottes verwenden.

Wir alle erfahren in unserem Leben, dass falsche Entscheidungen schlechte Konsequenzen haben. Der Mensch soll daraus lernen, richtige Entscheidungen zu treffen, die gute Auswirkungen haben. Ebenso ist es mit den Konsequenzen von Sünden. Wir können nicht erwarten, dass liebloses, egoistisches oder gleichgültiges Verhalten keine schlechten Folgen haben wird. Das durch Sünden verursachte Leiden soll dem Menschen zeigen, dass der Weg ohne Gott zu nichts Gutem führt. Er soll diesen falschen Weg so schnell wie möglich verlassen, damit er kein Leid mehr verursacht und mit Gott und Menschen in Frieden leben kann.

Oftmals zweifeln Menschen an der Existenz oder Liebe Gottes, wenn sie Leiden erfahren. Andererseits haben sie kein Problem mit Ungerechtigkeit oder Verbrechen, wenn es ihnen Vorteile verschafft. Ein Beispiel ist Abtreibung. Im Jahr 2008 gab es weltweit geschätzte 43,8 Millionen Abtreibungen, das sind 120.000 pro Tag1 Es ist unfassbar, wie viele Menschen in dieses globale Verbrechen involviert sind. Und Gott greift nicht ein, indem er z. B. den Arzt an einem Herzinfarkt sterben lässt, sobald dieser zur abtreibenden Tat schreitet. Gott kämpft auf andere Weise darum, dass der Mensch nicht sündigt, z. B. durch Gewissensnöte oder eben auch dadurch, dass der Mensch auf verschiedene Weise mit den Konsequenzen von Sünden konfrontiert wird und dadurch anfängt nachzudenken. Im Gleichnis Jesu vom verlorenen Sohn wird diese Haltung Gottes uns Menschen gegenüber deutlich (Lukas 15,11-24):

Er sprach aber: Ein Mensch hatte zwei Söhne; und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt! Und er teilte ihnen die Habe. Und nach nicht vielen Tagen brachte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land, und dort vergeudete er sein Vermögen, indem er verschwenderisch lebte. Als er aber alles verzehrt hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und er selbst fing an, Mangel zu leiden. Und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes, der schickte ihn auf seine Äcker, Schweine zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm. Als er aber zu sich kam, sprach er: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Überfluss an Brot, ich aber komme hier um vor Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir;  ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen! Mach mich wie einen deiner Tagelöhner! Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen. Der Vater aber sprach zu seinen Sklaven: Bringt schnell das beste Gewand heraus und zieht es ihm an und tut einen Ring an seine Hand und Sandalen an seine Füße; und bringt das gemästete Kalb her und schlachtet es, und lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

Gott möchte uns Menschen zu diesem Nachdenken nicht zwingen, weil er Liebe ist. Er wirbt um die Liebe des Menschen, er wartet geduldig, dass wir uns der Stimme Gottes öffnen. Gott möchte eine echte Beziehung mit uns, die nur auf Grundlage von Freiheit, nicht durch Zwang, entstehen kann. Auf der Grundlage dieser Beziehung kann und will er uns seine Hilfe, seine Kraft, seinen Schutz in allen Gefahren und Schwierigkeiten des Lebens auf dieser Erde und vor allem die Freude des ewigen Lebens mit Ihm schenken.

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Wir wissen nicht, aus welchem Grund du diesen Artikel gelesen hast. Hast du selbst Leiden erfahren? Oder hast du dich gefragt, wo denn das viele Leid in der Welt herkommt und was du dagegen tun kannst? Wir sind froh, dass wir bei Jesus und in der Bibel klare Antworten auf wichtige Fragen finden und möchten anderen helfen, zu Gott zu finden, der das Herz jedes Menschen reinigen und verändern und uns so zum Lieben befähigen kann. Wenn du den Wunsch hast, Gott kennen zu lernen oder mit Ihm zu leben und andere zu lieben, oder wenn du Gedanken oder Fragen zum Text hast, würden wir uns über eine E-Mail von dir freuen.

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Fußnoten
  1. Quelle: http://www.guttmacher.org/pubs/fb_IAW.pdf