Got­tes Lie­be ruft uns zur Umkehr

Wenn ein Mensch von sei­nem frü­he­ren Lebens­wan­del umkehrt, wird es in sei­nem Leben sicht­bar wer­den: Jesus kann ihn von sei­nen frü­he­ren Sün­den und ego­is­ti­schen Wün­schen rei­ni­gen. Er befä­higt uns zur „unge­heu­chel­ten Bru­der­lie­be“ und gibt uns die Kraft, „ein­an­der anhal­tend, aus rei­nem Her­zen“ zu lie­ben (1. Petrus 1,22). Das ist die unver­fälsch­te Frucht, die nur sei­ne Kraft her­vor­brin­gen kann.

Ein Sprössling wächst aus einer alten Ziegelmauer heraus.

1 Gott ist uns nahe gekommen

Denn die Lie­be Chris­ti drängt uns, da wir zu die­sem Urteil gekom­men sind, dass einer für alle gestor­ben ist und somit alle gestor­ben sind. Und für alle ist er gestor­ben, damit die, wel­che leben, nicht mehr sich selbst leben, son­dern dem, der für sie gestor­ben und auf­er­weckt wor­den ist. […] Daher, wenn jemand in Chris­tus ist, so ist er eine neue Schöp­fung; das Alte ist ver­gan­gen, sie­he, Neu­es ist gewor­den. Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst ver­söhnt hat durch Chris­tus und uns den Dienst der Ver­söh­nung gege­ben hat, näm­lich dass Gott in Chris­tus war und die Welt mit sich selbst ver­söhn­te, ihnen ihre Über­tre­tun­gen nicht zurech­ne­te und in uns das Wort von der Ver­söh­nung gelegt hat. So sind wir nun Gesand­te an Chris­ti Statt, indem Gott gleich­sam durch uns ermahnt; wir bit­ten für Chris­tus: Lasst euch ver­söh­nen mit Gott! (2. Korin­ther 5,14–20)

In Jesus wur­de er Mensch, gab sich selbst, sein Leben, damit wir mit ihm Frie­den schlie­ßen, damit wir Got­tes Kin­der werden.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Die­ses war im Anfang bei Gott. Alles wur­de durch das­sel­be, und ohne das­sel­be wur­de auch nicht eines, das gewor­den ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Men­schen. Und das Licht scheint in der Fins­ter­nis, und die Fins­ter­nis hat es nicht erfasst. […] Das war das wahr­haf­ti­ge Licht, das, in die Welt kom­mend, jeden Men­schen erleuch­tet. Er war in der Welt, und die Welt wur­de durch ihn, und die Welt kann­te ihn nicht. Er kam in das Sei­ne, und die Sei­nen nah­men ihn nicht an; so vie­le ihn aber auf­nah­men, denen gab er das Recht, Kin­der Got­tes zu wer­den, denen, die an sei­nen Namen glau­ben; die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Wil­len des Flei­sches, auch nicht aus dem Wil­len des Man­nes, son­dern aus Gott gebo­ren sind. […] Nie­mand hat Gott jemals gese­hen; der ein­ge­bo­re­ne Gott, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kund­ge­macht. (Johan­nes 1,1–18)

2 Jesus annehmen

Jesus anneh­men bedeu­tet, eine tie­fe Ein­heit mit Gott zu fin­den, eine Voll­kom­men­heit, zu der wir nur durch ihn gelan­gen können.

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahr­heit und das Leben. Nie­mand kommt zum Vater als nur durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, wer­det ihr auch mei­nen Vater erken­nen; und von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gese­hen. Phil­ip­pus spricht zu ihm: Herr, zei­ge uns den Vater, und es genügt uns. Jesus spricht zu ihm: So lan­ge Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Phil­ip­pus? Wer mich gese­hen hat, hat den Vater gese­hen. Und wie sagst du: Zei­ge uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist? Die Wor­te, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibt, tut sei­ne Wer­ke. Glaubt mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist; wenn aber nicht, so glaubt um der Wer­ke selbst wil­len! (Johan­nes 14,6–11)

Jesus hat mit sei­nem eige­nen Leben die Glaub­wür­dig­keit sei­ner Bot­schaft bezeugt. Sein rei­nes, sün­den­lo­ses Leben ist auch für uns ein Vor­bild. Er ist aber nicht nur des­we­gen gekom­men, damit wir ihm als einem guten Men­schen, einem wei­sen Leh­rer, durch den auch wir bes­ser und wei­ser wer­den kön­nen, Aner­ken­nung zol­len, son­dern er sprach über etwas, was die Wur­zeln unse­res Lebens berührt: Wir müs­sen von oben gebo­ren wer­den, damit wir ewi­ges Leben finden …

Es war aber ein Mensch aus den Pha­ri­sä­ern mit Namen Niko­de­mus, ein Obers­ter der Juden. Die­ser kam zu ihm bei Nacht und sprach zu ihm: Rab­bi, wir wis­sen, dass du ein Leh­rer bist, von Gott gekom­men, denn nie­mand kann die­se Zei­chen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus ant­wor­te­te und sprach zu ihm: Wahr­lich, wahr­lich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von oben gebo­ren wird, kann er das Reich Got­tes nicht sehen. Niko­de­mus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch gebo­ren wer­den, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zwei­ten Mal in den Leib sei­ner Mut­ter hin­ein­ge­hen und gebo­ren wer­den? Jesus ant­wor­te­te: Wahr­lich, wahr­lich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Was­ser und Geist gebo­ren wird, kann er nicht in das Reich Got­tes hin­ein­ge­hen. Was aus dem Fleisch gebo­ren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist gebo­ren ist, ist Geist. Wun­de­re dich nicht, dass ich dir sag­te: Ihr müsst von oben gebo­ren wer­den. (Johan­nes 3,1–7)

2.1 Die eige­ne Sün­de erkennen

Jeder, der sich ehr­lich mit sich selbst kon­fron­tiert, sieht und erfährt den Man­gel, die Lee­re in sei­nem Leben. Er weiß, dass er, obwohl er lie­ben möch­te, trotz­dem oft eigen­sin­nig ist, obwohl er gut sein möch­te, trotz­dem nei­disch ist; er weiß, dass er sein Leben oft nur mit Ersatz­hand­lun­gen aus­füllt, wo er doch ein wah­res Ziel fin­den sollte …

Jesus ant­wor­te­te und sprach zu ihr: Jeden, der von die­sem Was­ser trinkt, wird wie­der dürs­ten; wer aber von dem Was­ser trin­ken wird, das ich ihm geben wer­de, den wird nicht dürs­ten in Ewig­keit; son­dern das Was­ser, das ich ihm geben wer­de, wird in ihm eine Quel­le Was­sers wer­den, das ins ewi­ge Leben quillt. Die Frau spricht zu ihm: Herr, gib mir die­ses Was­ser, damit mich nicht dürs­te und ich nicht hier­her kom­me, um zu schöp­fen. Er spricht zu ihr: Geh hin, rufe dei­nen Mann und komm hier­her! Die Frau ant­wor­te­te und sprach zu ihm: Ich habe kei­nen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht gesagt: Ich habe kei­nen Mann; denn fünf Män­ner hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; hier­in hast du wahr gere­det. (Johan­nes 4,13–18)

Die­se Frau sehn­te sich nach einer Quel­le, die leben­di­ges Was­ser gibt, sodass den, der davon trinkt, nie­mals mehr dürs­tet. Ihr Leben, ihre Sün­den, ihre Bezie­hun­gen zei­gen, dass sie ver­geb­lich gesucht hat, dass sie die wirk­li­che Erfül­lung nicht gefun­den hat. Das muss­te sie sich ein­ge­ste­hen, sie muss­te anneh­men, dass Jesus sie auf­deckt und ihr hilft, sich mit sich selbst und auch mit Gott zu kon­fron­tie­ren. Ob wir nun den Mut haben, ihm zu begeg­nen, oder ob wir ihm den Rücken zuwen­den: Es ist eine Tat­sa­che, dass, wenn Gott in unse­rem Leben fehlt, es nichts gibt, was uns sät­tigt, nichts, was uns Leben gibt. So lan­ge wir nicht akzep­tie­ren, dass wir Hil­fe brau­chen, dass wir Befrei­ung brau­chen, kön­nen wir nicht zu ihm kommen.

Und Jesus hör­te es und spricht zu ihnen: Nicht die Star­ken brau­chen einen Arzt, son­dern die Kran­ken. Ich bin nicht gekom­men, Gerech­te zu rufen, son­dern Sün­der. (Mar­kus 2,17)

Über mei­nen Ego­is­mus kann ich sagen: „Ich will ja nur mein Bes­tes!“, den Stolz kann man auch „Hal­tung“ nen­nen, die Lüge „Selbst­ver­tei­di­gung“, die Unzucht „Lie­be“, aber das ändert nichts an der Tat­sa­che, dass Gott uns unser Leben zu etwas ande­rem gege­ben hat. Er hat es uns gege­ben, damit wir für ande­re leben, damit wir die­nen und lie­ben, auf­rich­tig, treu und wahr­haf­tig sind – so wie auch er selbst es ist.

2.2 Wir brau­chen Vergebung

Vie­le ver­trau­en auf ihre eige­nen Fähig­kei­ten oder Gefüh­le, auf ihre eige­ne Kraft – und betrü­gen sich damit selbst. Sie sehen nur die kurz­fris­ti­ge, schnell ver­gäng­li­che Erfül­lung, ver­schlie­ßen ihren Blick aber für das, was bleibt. So wie auch im Gleich­nis Jesu der jün­ge­re Sohn dach­te, dass er auch allei­ne glück­lich wer­den kann …

Er sprach aber: Ein Mensch hat­te zwei Söh­ne; und der jün­ge­re von ihnen sprach zu dem Vater: Vater, gib mir den Teil des Ver­mö­gens, der mir zufällt! Und er teil­te ihnen die Habe. Und nach nicht vie­len Tagen brach­te der jün­ge­re Sohn alles zusam­men und reis­te weg in ein fer­nes Land, und dort ver­geu­de­te er sein Ver­mö­gen, indem er ver­schwen­de­risch leb­te. Als er aber alles ver­zehrt hat­te, kam eine gewal­ti­ge Hun­gers­not über jenes Land, und er selbst fing an, Man­gel zu lei­den. Und er ging hin und häng­te sich an einen der Bür­ger jenes Lan­des, der schick­te ihn auf sei­ne Äcker, Schwei­ne zu hüten. Und er begehr­te sei­nen Bauch zu fül­len mit den Scho­ten, die die Schwei­ne fra­ßen; und nie­mand gab sie ihm. Als er aber zu sich kam, sprach er: Wie vie­le Tage­löh­ner mei­nes Vaters haben Über­fluss an Brot, ich aber kom­me hier um vor Hun­ger. Ich will mich auf­ma­chen und zu mei­nem Vater gehen und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesün­digt gegen den Him­mel und vor dir; ich bin nicht mehr wür­dig, dein Sohn zu hei­ßen! Mach mich wie einen dei­ner Tage­löh­ner! Und er mach­te sich auf und ging zu sei­nem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wur­de inner­lich bewegt und lief hin und fiel ihm um sei­nen Hals und küss­te ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesün­digt gegen den Him­mel und vor dir; ich bin nicht mehr wür­dig, dein Sohn zu hei­ßen. Der Vater aber sprach zu sei­nen Skla­ven: Bringt schnell das bes­te Gewand her­aus und zieht es ihm an und tut einen Ring an sei­ne Hand und San­da­len an sei­ne Füße; und bringt das gemäs­te­te Kalb her und schlach­tet es, und lasst uns essen und fröh­lich sein! Denn die­ser mein Sohn war tot und ist wie­der leben­dig gewor­den, war ver­lo­ren und ist gefun­den wor­den. Und sie fin­gen an, fröh­lich zu sein. (Lukas 15,11–24)

Wir müs­sen nach Hau­se fin­den. Zu ihm, weil wir alle zusam­men ver­lo­ren sind, solan­ge wir nicht im Haus des Vaters, nicht in sei­ner Nähe, sei­ner schüt­zen­den, bewah­ren­den Lie­be leben. Wenn wir ohne ihn leben, wen­den wir uns von der sich selbst ver­schen­ken­den Lie­be ab, mit der er zu uns gekom­men ist – und das ist die größ­te Sün­de: sich nicht mit Gott zu ver­söh­nen. Wir alle brau­chen die­se Lie­be und Ver­ge­bung, weil Gott uns von der Lüge, dem Ego­is­mus, der Eitel­keit, dem Neid, dem Stolz, der Lieb­lo­sig­keit … der Sün­de in unse­rem Leben befrei­en will.

Denn einst waren auch wir unver­stän­dig, unge­hor­sam, gin­gen in die Irre, dien­ten man­cher­lei Begier­den und Lüs­ten, führ­ten unser Leben in Bos­heit und Neid, ver­hasst, ein­an­der has­send. Als aber die Güte und die Men­schen­lie­be unse­res Ret­ter-Got­tes erschien, ret­te­te er uns, nicht aus Wer­ken, die, in Gerech­tig­keit voll­bracht, wir getan hät­ten, son­dern nach sei­ner Barm­her­zig­keit durch die Waschung der Wie­der­ge­burt und Erneue­rung des Hei­li­gen Geis­tes. Den hat er durch Jesus Chris­tus, unse­ren Ret­ter, reich­lich über uns aus­ge­gos­sen, damit wir, gerecht­fer­tigt durch sei­ne Gna­de, Erben nach der Hoff­nung des ewi­gen Lebens wur­den. (Titus 3,3–7)

Es gibt Punk­te, in denen wir uns viel­leicht auch aus unse­rer eige­nen Kraft oder unse­rem eige­nen Wil­len ver­än­dern kön­nen. Es gibt Feh­ler, die wir viel­leicht aus­bes­sern kön­nen. Aber das gibt uns noch nicht neu­es Leben, das ver­än­dert uns nicht bis ins Mark. Unser Leben, ewi­ges Leben, kann es nur geben, wenn sich Gott uns zuneigt und uns damit beschenkt …

2.3 Was, wenn ich doch nicht so schlecht bin?

Solan­ge wir ohne Gott so wie die Welt leben, ent­stel­len unse­re ohne Gott getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen vie­les in uns, in unse­rem Wesen. Es ist nicht genug, wenn wir uns an ande­ren mes­sen, mit ande­ren ver­glei­chen … Jesus hat uns den wahr­haf­ti­gen „Maß­stab“ vorgelegt …

Jesus aber sprach zu ihr: Auch ich ver­ur­tei­le dich nicht. Geh hin und sün­di­ge von jetzt an nicht mehr! (Johan­nes 8,11)

Viel­leicht hast du nie so viel Schlech­tes getan wie die­se Sün­de­rin, von der die Geschich­te in Johan­nes 8,1–11 spricht, viel­leicht bist du auf dei­ne eige­ne Wei­se ein guter Mensch, viel­leicht ver­ehrst du auch Gott auf dei­ne eige­ne Wei­se – und trotz­dem kann dir etwas fehlen …

Und als er auf den Weg hin­aus­ging, lief einer her­bei, fiel vor ihm auf die Knie und frag­te ihn: Guter Leh­rer, was soll ich tun, damit ich ewi­ges Leben erbe? Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Nie­mand ist gut als nur einer, Gott. Die Gebo­te weißt du: „Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehe­bre­chen; du sollst nicht steh­len; du sollst nicht fal­sches Zeug­nis reden; du sollst nichts vor­ent­hal­ten; ehre dei­nen Vater und dei­ne Mut­ter!“ Er aber sag­te zu ihm: Leh­rer, dies alles habe ich befolgt von mei­ner Jugend an. Jesus aber blick­te ihn an, gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eins fehlt dir. Geh hin, ver­kau­fe alles, was du hast, und gib den Erlös den Armen, und du wirst einen Schatz im Him­mel haben, und komm, fol­ge mir nach! Er aber ging, ent­setzt über das Wort, trau­rig weg, denn er hat­te vie­le Güter. Und Jesus blick­te umher und spricht zu sei­nen Jün­gern: Wie schwer wer­den die, wel­che Güter haben, in das Reich Got­tes hin­ein­kom­men! Die Jün­ger aber erschra­ken über sei­ne Wor­te. Jesus aber ant­wor­te­te wie­der und spricht zu ihnen: Kin­der, wie schwer ist es, in das Reich Got­tes hin­ein­zu­kom­men! Es ist leich­ter, dass ein Kamel durch das Öhr der Nadel geht, als dass ein Rei­cher in das Reich Got­tes hin­ein­kommt. Sie aber gerie­ten ganz außer sich und spra­chen zuein­an­der: Und wer kann dann geret­tet wer­den? Jesus aber sah sie an und spricht: Bei Men­schen ist es unmög­lich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Din­ge mög­lich. (Mar­kus 10,17–27)

Jesus ist dem jun­gen Mann nicht nach­ge­lau­fen, ob er viel­leicht nur die Hälf­te sei­nes Besit­zes geben könn­te … Es reicht nicht, nur etwas von mir zu geben, von dem, was das Mei­ne ist … Ein mora­li­sches Leben, Reli­gio­si­tät, das Ein­hal­ten bestimm­ter Nor­men reicht nicht. Jesus ruft dich, dein gan­zes Leben Gott zu über­ge­ben, dei­ne Sehn­süch­te, Plä­ne, Ver­let­zun­gen in sei­ne Hän­de zu geben … Jeder hat sei­nen eige­nen Reich­tum, der ihn von Gott trennt, wenn er nicht bereit ist, ihn auf­zu­ge­ben, um Got­tes Wil­len zu tun. Viel­leicht ist es kein Besitz, son­dern Wis­sen, Anse­hen oder eine Beziehung …

Wer Vater oder Mut­ter mehr liebt als mich, ist mei­ner nicht wür­dig; und wer Sohn oder Toch­ter mehr liebt als mich, ist mei­ner nicht wür­dig; und wer nicht sein Kreuz auf­nimmt und mir nach­folgt, ist mei­ner nicht wür­dig. Wer sein Leben fin­det, wird es ver­lie­ren, und wer sein Leben ver­liert um mei­net­wil­len, wird es fin­den. (Mat­thä­us 10,37–39)

2.4 „Nimm dein Kreuz auf und fol­ge mir nach!“

Vie­le woll­ten mit Jesus sein, weil sie sei­ne Lie­be, Rein­heit, Weis­heit, Güte ergrif­fen hat­te … Als Jesus aber dar­über sprach, was es bedeu­tet, ihm zu fol­gen, ver­lie­ßen ihn vie­le. Die Umkehr, die dar­in besteht, Jesus anzu­neh­men, ist nie­mals nur ein gefühls­mä­ßi­ges Auf­fla­ckern, eine emo­tio­na­le Erfah­rung, son­dern eine tie­fe Ent­schei­dung zum Gehor­sam, sodass Er mein Wesen ver­än­dert und Er der Herr ist.

Und als er die Volks­men­ge samt sei­nen Jün­gern her­zu­ge­ru­fen hat­te, sprach er zu ihnen: Wenn jemand mir nach­kom­men will, ver­leug­ne er sich selbst und neh­me sein Kreuz auf und fol­ge mir nach! Denn wer sein Leben ret­ten will, wird es ver­lie­ren; wer aber sein Leben ver­liert um mei­net­wil­len und um des Evan­ge­li­ums wil­len, wird es ret­ten. (Mar­kus 8,34–35)

Vie­le berührt etwas von Jesus, aber wir kön­nen ihm kei­ne Gren­zen set­zen. Wir kön­nen nicht nur das von ihm neh­men, was uns gut oder ange­nehm erscheint, den „Segen“, wenn wir zugleich das Tra­gen des Kreu­zes ableh­nen, dass wir wie er von der Welt ver­wor­fen wer­den, sein Schick­sal tei­len, den Gehor­sam bis zum Tod …

Lei­der wird heu­te oft­mals unter Beru­fung auf die Gna­de Got­tes eine Umkehr gepre­digt, bei der man nicht jeden Tag das Kreuz auf sich neh­men muss, wo man sein Leben nicht ver­lie­ren muss, höchs­tens spä­ter ein­mal als Ende eines lan­gen Umkehr­pro­zes­ses. Dadurch wird die Wahr­heit ent­stellt. Es gibt aber nur eine Wahr­heit. Nur wenn wir Got­tes Wort aner­ken­nen und anneh­men, kön­nen wir ewi­ges Leben haben.

Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hat­ten: Wenn ihr in mei­nem Wort bleibt, so seid ihr wahr­haft mei­ne Jün­ger; und ihr wer­det die Wahr­heit erken­nen, und die Wahr­heit wird euch frei machen. Sie ant­wor­te­ten ihm: Wir sind Abra­hams Nach­kom­men­schaft und sind nie jeman­des Skla­ven gewe­sen. Wie sagst du: Ihr sollt frei wer­den? Jesus ant­wor­te­te ihnen: Wahr­lich, wahr­lich, ich sage euch: Jeder, der die Sün­de tut, ist der Sün­de Skla­ve. Der Skla­ve aber bleibt nicht für immer im Haus; der Sohn bleibt für immer. Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so wer­det ihr wirk­lich frei sein. (Johan­nes 8,31–36)

2.5 Die Umkehr zu Got­tes Wahrheit

Jesus anzu­neh­men ist nichts ande­res, als dass wir uns mit jener Wahr­heit iden­ti­fi­zie­ren, die er gebracht hat. Dann bin ich nicht mehr mein eige­ner Maß­stab, dann zäh­len nicht mehr mei­ne eige­nen Plä­ne, Zie­le und Vor­stel­lun­gen über mei­ne Welt, über mich und über Gott, son­dern die Wirklichkeit.

Ich ermah­ne euch nun, Brü­der, durch die Erbar­mun­gen Got­tes, eure Lei­ber dar­zu­stel­len als ein leben­di­ges, hei­li­ges, Gott wohl­ge­fäl­li­ges Opfer, was euer ver­nünf­ti­ger Got­tes­dienst ist. Und seid nicht gleich­för­mig die­ser Welt, son­dern wer­det ver­wan­delt durch die Erneue­rung des Sin­nes, dass ihr prü­fen mögt, was der Wil­le Got­tes ist: das Gute und Wohl­ge­fäl­li­ge und Voll­kom­me­ne. (Römer 12,1–2)

Die Wahr­heit ist nicht ein sub­jek­ti­ver Begriff, den ich nach mei­ner eige­nen Vor­stel­lung umfor­men kann. Ich muss mich an die Wahr­heit anpas­sen. Jesus erwar­tet, dass wir uns bedin­gungs­los ihm und allem, was er sagt, anver­trau­en. Nur die Wahr­heit kann uns erfül­len. Nur in der Wahr­heit fin­den wir wah­re Liebe.

Wer mei­ne Gebo­te hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von mei­nem Vater geliebt wer­den; und ich wer­de ihn lie­ben und mich selbst ihm offen­ba­ren. (Johan­nes 14,21)

Jesus anzu­neh­men heißt daher nicht nur, dass ich glau­be, dass Jesus gelebt hat, gestor­ben und auf­er­stan­den ist, son­dern dass ich mein Leben allem, was er geof­fen­bart hat, unter­ord­ne. Es reicht nicht, dass ich ein vor­ge­schrie­be­nes Gebet wie­der­ho­le, nach­dem eine Pre­digt mei­ne Gefüh­le berührt hat …

3 Ein Leben nach Got­tes Willen

Der Ruf Jesu, die Lie­be und Barm­her­zig­keit, mit der Er sich ihm zuge­wandt hat, berühr­te auch Zachä­us, den Zöll­ner. Aber er ist hier nicht ste­hen geblie­ben, son­dern war bereit, sich zu ver­än­dern und zu han­deln. Er war sofort bereit, alles auf­zu­ge­ben, was in sei­nem Leben nicht Got­tes Wil­len entsprach.

Und er ging hin­ein und zog durch Jeri­cho. Und sie­he, da war ein Mann, mit Namen Zachä­us genannt, und der war ein Ober­zöll­ner und war reich. Und er such­te Jesus zu sehen, wer er sei; und er konn­te es nicht wegen der Volks­men­ge, denn er war klein von Gestalt. Und er lief vor­aus und stieg auf einen Maul­beer­fei­gen­baum, damit er ihn sehe; denn er soll­te dort durch­kom­men. Und als er an den Ort kam, sah Jesus auf und erblick­te ihn und sprach zu ihm: Zachä­us, steig eilends her­ab! Denn heu­te muss ich in dei­nem Haus blei­ben. Und er stieg eilends her­ab und nahm ihn auf mit Freu­den. Und als sie es sahen, murr­ten alle und sag­ten: Er ist ein­ge­kehrt, um bei einem sün­di­gen Mann zu her­ber­gen. Zachä­us aber stand und sprach zu dem Herrn: Sie­he, Herr, die Hälf­te mei­ner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich von jemand etwas durch fal­sche Ankla­ge genom­men habe, so erstat­te ich es vier­fach. Jesus aber sprach zu ihm: Heu­te ist die­sem Haus Heil wider­fah­ren, weil auch er ein Sohn Abra­hams ist; denn der Sohn des Men­schen ist gekom­men, zu suchen und zu ret­ten, was ver­lo­ren ist. (Lukas 19,1–10)

Nach Got­tes Wil­len leben … Das Evan­ge­li­um ist gera­de die­se „gute Bot­schaft“ von der Gna­de Got­tes, dass wir Jesus nach­fol­gen und mit einer rei­nen, wah­ren Lie­be lie­ben kön­nen, so wie er es getan hat. Wenn wir uns dar­über freu­en, dann wird das auch in unse­rem Leben Frucht bringen …

[…] den ihr liebt, obgleich ihr ihn nicht gese­hen habt; an den ihr glaubt, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, über den ihr mit unaus­sprech­li­cher und ver­herr­lich­ter Freu­de jubelt; und so erlangt ihr das Ziel eures Glau­bens: die Ret­tung der See­len. […] Als Kin­der des Gehor­sams passt euch nicht den Begier­den an, die frü­her in eurer Unwis­sen­heit herrsch­ten, son­dern wie der, wel­cher euch beru­fen hat, hei­lig ist, seid auch ihr im gan­zen Wan­del hei­lig! Denn es steht geschrie­ben: „Seid hei­lig, denn ich bin hei­lig.“ Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Anse­hen der Per­son nach eines jeden Werk rich­tet, so wan­delt die Zeit eurer Fremd­ling­schaft in Furcht! Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit ver­gäng­li­chen Din­gen, mit Sil­ber oder Gold, erlöst wor­den seid von eurem eit­len, von den Vätern über­lie­fer­ten Wan­del, son­dern mit dem kost­ba­ren Blut Chris­ti als eines Lam­mes ohne Feh­ler und ohne Fle­cken. Er ist zwar im Vor­aus vor Grund­le­gung der Welt erkannt, aber am Ende der Zei­ten offen­bart wor­den um euret­wil­len, die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auf­er­weckt und ihm Herr­lich­keit gege­ben hat, sodass euer Glau­be und eure Hoff­nung auf Gott gerich­tet ist. Da ihr eure See­len durch den Gehor­sam gegen die Wahr­heit zur unge­heu­chel­ten Bru­der­lie­be gerei­nigt habt, so liebt ein­an­der anhal­tend, aus rei­nem Her­zen! Denn ihr seid wie­der­ge­bo­ren nicht aus ver­gäng­li­chem Samen, son­dern aus unver­gäng­li­chem, durch das leben­di­ge und blei­ben­de Wort Got­tes. Denn „alles Fleisch ist wie Gras und alle sei­ne Herr­lich­keit wie des Gra­ses Blu­me. Das Gras ist ver­dorrt, und die Blu­me ist abge­fal­len; aber das Wort des Herrn bleibt in Ewig­keit.“ Dies aber ist das Wort, das euch als Evan­ge­li­um ver­kün­digt wor­den ist. (1. Petrus 1,8–9.14–25)

Die Umkehr ist daher im Leben eines Men­schen sicht­bar, erfahr­bar, fass­bar, dadurch, dass die Erlö­sung durch Jesus uns von unse­ren frü­he­ren Begier­den „rei­nigt zur unge­heu­chel­ten Bru­der­lie­be“, und uns dazu Kraft gibt, „ein­an­der anhal­tend aus rei­nem Her­zen zu lie­ben“. Das ist die unver­fälsch­ba­re Frucht, die nur sei­ne Kraft bewir­ken kann. Wir kön­nen vie­le Din­ge „im Namen Jesu“ tun und uns trotz­dem selbst betrügen …

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Him­mel hin­ein­kom­men, son­dern wer den Wil­len mei­nes Vaters tut, der in den Him­meln ist. Vie­le wer­den an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch dei­nen Namen geweis­sagt und durch dei­nen Namen Dämo­nen aus­ge­trie­ben und durch dei­nen Namen vie­le Wun­der­wer­ke getan? Und dann wer­de ich ihnen beken­nen: Ich habe euch nie­mals gekannt. Weicht von mir, ihr Übel­tä­ter! (Mat­thä­us 7,21–23)

3.1 Wir sind „schul­dig, ein­an­der zu lieben“

Jesus hat uns die Lie­be Got­tes gebracht, damit auch wir durch ihn zur Lie­be befä­higt wer­den. Er ruft uns nicht zu einem reli­giö­sen Pro­gramm, son­dern zur Hin­ga­be. Die ers­ten Chris­ten, die durch die Ver­kün­di­gung der Apos­tel umge­kehrt sind, haben die­se Bot­schaft ver­stan­den und ihr Leben mit­ein­an­der geteilt. Sie haben sich für­ein­an­der Tag für Tag lie­be­voll hin­ge­ge­ben … (sie­he Apos­tel­ge­schich­te 2,37–47)

Gelieb­te, lasst uns ein­an­der lie­ben! Denn die Lie­be ist aus Gott; und jeder, der liebt, ist aus Gott gebo­ren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Lie­be. Hier­in ist die Lie­be Got­tes zu uns offen­bart wor­den, dass Gott sei­nen ein­ge­bo­re­nen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möch­ten. Hier­in ist die Lie­be: Nicht dass wir Gott geliebt haben, son­dern dass er uns geliebt und sei­nen Sohn gesandt hat als eine Süh­nung für unse­re Sün­den. Gelieb­te, wenn Gott uns so geliebt hat, sind auch wir schul­dig, ein­an­der zu lie­ben. Nie­mand hat Gott jemals gese­hen. Wenn wir ein­an­der lie­ben, bleibt Gott in uns, und sei­ne Lie­be ist in uns voll­endet. (1. Johan­nes 4,7–12)

Wenn du umkehrst, wenn du Jesus und durch ihn die Lie­be Got­tes annimmst, dann kannst du gemein­sam mit dem Apos­tel bezeugen:

Wir wis­sen, dass wir aus dem Tod in das Leben hin­über­ge­gan­gen sind, weil wir die Brü­der lie­ben; wer nicht liebt, bleibt im Tod. […] Hier­an haben wir die Lie­be erkannt, dass er für uns sein Leben hin­ge­ge­ben hat; auch wir sind schul­dig, für die Brü­der das Leben hin­zu­ge­ben. (1. Johan­nes 3,14–16)