„Was uns betrifft, unser Bür­ger­recht besteht in den Himmeln“

Schlagwörter: Zeugen Jehovas

Jesus nennt die Lie­be und die Ein­heit als die wich­tigs­ten Zei­chen, an denen die Welt sei­ne Nach­fol­ger erken­nen wird. Die voll­kom­me­ne Ein­heit, für die Jesus bete­te, wird schon im Leben hier Wirk­lich­keit und reicht bis in die Ewigkeit.

Ein Kind, das mit sehnsüchtigen Augen zum Himmel blickt und die himmlische Hoffnung der Christen zum Ausdruck bringt.

1 Sind man­che Chris­ten für den Him­mel, ande­re für die Erde bestimmt?

Aber nicht für die­se allein bit­te ich, son­dern auch für die, wel­che durch ihr Wort an mich glau­ben, damit sie alle eins sei­en, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins sei­en, damit die Welt glau­be, dass du mich gesandt hast. […] Vater, ich will, dass die, wel­che du mir gege­ben hast, auch bei mir sei­en, wo ich bin, damit sie mei­ne Herr­lich­keit schau­en, die du mir gege­ben hast, denn du hast mich geliebt vor Grund­le­gung der Welt. (Johan­nes 17,20–21.24)

Got­tes tie­fer Wil­le ist die Ein­heit aller sei­ner Kin­der. Er hat allen, die an ihn glau­ben, die sel­be Hoff­nung ver­hei­ßen: ewi­ges Leben in tie­fer Gemein­schaft mit ihm im Him­mel.[1]

Jesus ist gekom­men „[…] zu suchen und zu ret­ten, was ver­lo­ren ist“ (Lukas 19,10). Auf­grund unse­rer Sün­den waren wir fer­ne von Gott, wir waren unse­rem Schöp­fer ent­frem­det[2], ja, wir waren sei­ne Fein­de[3]. Jesus hat die Sün­de über­wun­den[4], hat uns Ver­ge­bung gebracht und uns mit Gott ver­söhnt[5]. Er hat uns ein neu­es Leben geschenkt[6] und hat uns so zu Söh­nen und Töch­tern Got­tes gemacht. Des­halb dür­fen wir Gott unse­ren Vater nen­nen[7] und mit ihm, mit Jesus und allen, die ihn lie­ben, ewig Gemein­schaft haben.

Alle, die Jesus die­nen, wer­den dort sein, wo Jesus ist.

Wahr­lich, wahr­lich, ich sage euch: Wenn das Wei­zen­korn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, ver­liert es; und wer sein Leben in die­ser Welt hasst, wird es zum ewi­gen Leben bewah­ren. Wenn mir jemand dient, so fol­ge er mir nach! Und wo ich bin, da wird auch mein Die­ner sein. Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren. (Johan­nes 12,24–26)

Im Zusam­men­hang die­ser Stel­le spricht Jesus über das Lei­den, das ihm bevor­steht, und über die Frucht, die aus sei­nem im Gehor­sam ertra­ge­nen Lei­den erwächst. Die Frucht ist die Erlö­sung, die er allen schenkt, die ihm gehorchen.

Das Bild vom Wei­zen­korn, das in die Erde fällt und stirbt, gilt nicht nur für Jesus. Jeder, der Jesus nach­folgt, muss bereit sein, sein Leben hin­zu­ge­ben (was nicht not­wen­di­ger­wei­se den Mär­ty­rer­tod bedeu­ten muss. Es geht zuerst ein­mal um die täg­li­che Lebens­hin­ga­be, die dar­in besteht, dass wir nicht für unse­re eige­nen Zie­le leben). Dadurch emp­fan­gen wir die Ver­hei­ßung, für immer mit ihm zusam­men zu sein. Jeder, der an den Lei­den Chris­ti teil­hat, wird auch an sei­ner Herr­lich­keit teilhaben.

Die­sen Gedan­ken fin­den wir auch im 2. Timo­theus­brief und im Johannesevangelium:

Das Wort ist gewiss. Denn wenn wir mit gestor­ben sind, wer­den wir auch mit­le­ben; wenn wir aus­har­ren, wer­den wir auch mit­herr­schen […] (2. Timo­theus 2,11–12)

Euer Herz wer­de nicht bestürzt. Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich! Im Hau­se mei­nes Vaters sind vie­le Woh­nun­gen. Wenn es nicht so wäre, wür­de ich euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch eine Stät­te zu berei­ten? Und wenn ich hin­ge­he und euch eine Stät­te berei­te, so kom­me ich wie­der und wer­de euch zu mir neh­men, damit auch ihr seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe, dahin wisst ihr den Weg. Tho­mas spricht zu ihm: Herr, wir wis­sen nicht, wohin du gehst. Und wie kön­nen wir den Weg wis­sen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahr­heit und das Leben. Nie­mand kommt zum Vater als nur durch mich. (Johan­nes 14,1–6)

Jesus ermun­tert sei­ne Jün­ger, ihm zu ver­trau­en. Er ist gekom­men, um uns den Weg zum Vater zu zei­gen, uns eine Stät­te zu berei­ten und um uns mit ihm in die himm­li­sche Herr­lich­keit auf­zu­neh­men – in die ewi­ge Gemein­schaft mit ihm und den Vater. Wenn sich Jesus selbst den Weg, die Wahr­heit und das Leben nennt, macht er deut­lich, dass er das Ziel und der Weg für alle ist, die ihm fol­gen wollen.

Trotz die­ser kla­ren Wor­te Jesu unter­schei­den die Zeu­gen Jeho­vas in ihrer Leh­re zwei Grup­pen von Chris­ten mit unter­schied­li­che Hoff­nun­gen: Die eine (bestehend aus 144.000 Erwähl­ten) hat himm­li­sche Hoff­nung[8], die zwei­te (eine „gro­ße Volks­men­ge“) hat irdi­sche Hoff­nung[9]. Zu die­ser Bibel­aus­le­gung kann man nur gelan­gen, wenn man die kla­ren Wor­te Jesu und der Apos­tel ignoriert.

Außer den oben ange­führ­ten Wor­ten Jesu (in denen Jesus klar aus­drückt, dass alle, die ihm die­nen und alle, die an die Wor­te der Apos­tel glau­ben, mit ihm zusam­men sein und sei­ne voll­ende­te Herr­lich­keit schau­en und an sei­ner Freu­de teil­ha­ben wer­den)[10] gibt es noch vie­le ande­re Stel­len im Neu­en Tes­ta­ment, die über die himm­li­sche Hoff­nung spre­chen, die die Chris­ten erfüllt[11]. Zeu­gen Jeho­vas behaup­ten, dass sich die­se Stel­len auf die 144.000 Erwähl­ten bezö­gen oder mei­nen, dass es hier ein­fach um die „ers­ten Chris­ten“ gin­ge.[12]

Bevor wir uns damit näher beschäf­ti­gen, wol­len wir vor­erst noch eine Bibel­stel­le anschau­en, die von ihnen als eine Grund­säu­le ihres Lehr­sys­tems betrach­tet wird:

Fürch­te dich nicht, du klei­ne Her­de! Denn es hat eurem Vater wohl­ge­fal­len, euch das Reich zu geben. […] Der Herr aber sprach: Wer ist nun der treue und klu­ge Ver­wal­ter, den der Herr über sei­ne Die­ner­schaft set­zen wird, um ihm die zuge­mes­se­ne Spei­se zu geben zur rech­ten Zeit? Glück­se­lig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei sol­chem Tun fin­den wird! In Wahr­heit sage ich euch, dass er ihn über sei­ne gan­ze Habe set­zen wird. Wenn aber jener Knecht in sei­nem Her­zen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit mit dem Kom­men, und anfängt, die Knech­te und Mäg­de zu schla­gen und zu essen und zu trin­ken und sich zu berau­schen, so wird der Herr jenes Knech­tes kom­men an einem Tag, an dem er es nicht erwar­tet, und in einer Stun­de, die er nicht weiß, und wird ihn ent­zwei­schnei­den und ihm sein Teil fest­set­zen bei den Ungläu­bi­gen. (Lukas 12,32.42–46)

Ihrer Ansicht nach[13] spricht die­se Stel­le über die 144.000 Erwähl­ten, die die „klei­ne Her­de“ bil­den. Zusätz­lich „gibt ihnen“ die­se Stel­le die Argu­men­ta­ti­ons­grund­la­ge, von ihren Mit­glie­dern unbe­ding­ten Gehor­sam unter die Wach­turm­ge­sell­schaft zu for­dern, da deren „Lei­ten­de Kör­per­schaft“ der „treue und ver­stän­di­ge Skla­ve“ (Mat­thä­us 24,45) ist, der „den ande­ren Skla­ven Spei­se gibt zur rech­ten Zeit“.

Die Wor­te Jesus geben uns aber kei­ne Grund­la­ge zu einer der­ar­ti­gen Inter­pre­ta­ti­on. Das Gegen­teil ist der Fall.

Der Zusam­men­hang von Lukas 12,32 zeigt, dass Jesus die­se Wor­te nicht an eine spe­zi­el­le Grup­pe sei­ner Nach­fol­ger rich­te­te. Jesus ermun­ter­te sei­ne Jün­ger in einer Wei­se, die alle Gläu­bi­gen zu allen Zei­ten stär­ken soll. Die Her­de ist klein, nicht weil sie aus 144.000 besteht, son­dern weil es nur weni­ge sind, die den schma­len Weg gehen.[14]

Ein wich­ti­ges The­ma in der Ver­kün­di­gung Jesu ist, dass unter sei­nen Jün­gern kei­ner klei­ner oder grö­ßer sein soll. Alle sind Brü­der, Kin­der des­sel­ben Vaters.[15]

Bei der Erklä­rung von Gleich­nis­sen sol­len wir nicht ver­su­chen, für jedes Detail eine Ent­spre­chung in der Wirk­lich­keit zu suchen. Wir sol­len viel­mehr auf die Aus­sa­ge­ab­sicht Jesu schau­en. Das Gleich­nis Lukas 12,42–46 ist eine Erklä­rung des zuvor erzähl­ten Gleich­nis­ses (Lukas 12,36–40). Es geht um Wach­sam­keit. Jesus will uns bewusst machen, dass wir nur durch das Aus­har­ren im Guten und in dem bestän­di­gen Gehor­sam das Ziel errei­chen werden.

In den Ver­sen 47–48 fin­den wir einen zusätz­li­chen Aspekt aus­ge­drückt. Jeder ist für sich selbst ver­ant­wort­lich, ent­spre­chend der von ihm emp­fan­ge­nen Ver­ant­wor­tung: die, die den Wil­len Got­tes aus sei­nem Wort ken­nen, eben­so wie die ande­ren, die ihn nicht ken­nen, weil sie sein Wort nicht ken­nen­ge­lernt haben.

Zur wei­te­ren Prü­fung soll­ten wir zwei Fra­gen näher betrachten:

2 Gel­ten die Ver­hei­ßun­gen des Neu­en Tes­ta­ments nur für die ers­ten Christen?

Jesus kam, um alle Men­schen zu ret­ten, um alle zu rufen, die sich nach Got­tes Herr­lich­keit seh­nen. Des­halb ist es klar, dass das Neue Tes­ta­ment nicht nur für die ers­te Gene­ra­ti­on der Chris­ten oder für 144.000 Erwähl­te geschrie­ben wur­de.[16] Die Ver­hei­ßun­gen des Neu­en Tes­ta­ments bezie­hen sich auf alle Chris­ten aller Zei­ten. Meh­re­re Stel­len zei­gen das ganz klar, z. B.:

Johan­nes schreibt über das Kom­men Jesu in die­se Welt:

Er war in der Welt, und die Welt wur­de durch ihn, und die Welt kann­te ihn nicht. Er kam in das Sei­ne, und die Sei­nen nah­men ihn nicht an; so vie­le ihn aber auf­nah­men, denen gab er das Recht, Kin­der Got­tes zu wer­den, denen, die an sei­nen Namen glau­ben; die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Wil­len des Flei­sches, auch nicht aus dem Wil­len des Man­nes, son­dern aus Gott gebo­ren sind. (Johan­nes 1,10–13)

Jesus kam nicht nur für sei­ne Gene­ra­ti­on, son­dern für jeden (was sogar die Zeu­gen Jeho­vas als Tat­sa­che akzep­tie­ren). Des­halb sind die Wor­te: „so vie­le ihn aber auf­nah­men, denen gab er das Recht, Kin­der Got­tes zu wer­den“ für alle, die an Jesus glau­ben, gültig.

Römer 8,12–17 zeigt uns, dass die Kin­der Got­tes vom Geist Got­tes gelei­tet wer­den, dass sie Erben Got­tes und Mit­er­ben Chris­ti sind. Soll­ten die Mit­er­ben Chris­ti nicht mit ihm im Him­mel sein?

So sind wir nun, Brü­der, nicht dem Fleisch Schuld­ner, um nach dem Fleisch zu leben; denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so wer­det ihr ster­ben, wenn ihr aber durch den Geist die Hand­lun­gen des Lei­bes tötet, so wer­det ihr leben. Denn so vie­le durch den Geist Got­tes gelei­tet wer­den, die sind Söh­ne Got­tes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knecht­schaft emp­fan­gen, wie­der zur Furcht, son­dern einen Geist der Sohn­schaft habt ihr emp­fan­gen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst bezeugt zusam­men mit unse­rem Geist, dass wir Kin­der Got­tes sind. Wenn aber Kin­der, so auch Erben, Erben Got­tes und Mit­er­ben Chris­ti, wenn wir wirk­lich mit­lei­den, damit wir auch mit ver­herr­licht wer­den. (Römer 8,12–17)

In ähn­li­cher Wei­se wer­den Chris­ten „Abra­hams Söh­ne“, „Erben der Ver­hei­ßung“, „Kin­der Got­tes“, „der Tem­pel Got­tes“ und „das neue Isra­el“ (Gala­ter 3,6–7.16.29; Ephe­ser 2,11–22; 3,6–7; Römer 8,17; 1. Korin­ther 3,16–17 usw.) genannt.

Zeu­gen Jeho­vas bezie­hen die­se und ande­re Stel­len nur auf die 144.000 Erwähl­ten.[17]

Im Fall von Römer 8,17 kön­nen wir erken­nen, dass die­ser Erklä­rung jede Grund­la­ge fehlt. Wir kön­nen noch eine wei­te­re Stel­le prüfen.

Pau­lus spricht in Gala­ter 3 dar­über, wer Abra­hams Söh­ne („Same“) sind:

Eben­so wie Abra­ham Gott glaub­te und es ihm zur Gerech­tig­keit gerech­net wur­de. Erkennt dar­aus: Die aus Glau­ben sind, die­se sind Abra­hams Söh­ne! Die Schrift aber, vor­aus­se­hend, dass Gott die Natio­nen aus Glau­ben recht­fer­ti­gen wer­de, ver­kün­dig­te dem Abra­ham die gute Bot­schaft vor­aus: „In dir wer­den geseg­net wer­den alle Natio­nen.“ Folg­lich wer­den die, die aus Glau­ben sind, mit dem gläu­bi­gen Abra­ham geseg­net. (Gala­ter 3, 6–9)

Er sagt, dass alle, die Gott so wie Abra­ham glau­ben, Abra­hams Söh­ne sind (Vers 6–7). Nach Vers 9 wer­den sie zusam­men mit Abra­ham geseg­net wer­den. Sie sind Söh­ne Got­tes durch ihren Glau­ben an Chris­tus (Vers 26) und Erben nach der Ver­hei­ßung (Vers 29).

[…] denn ihr alle seid Söh­ne Got­tes durch den Glau­ben in Chris­tus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Chris­tus getauft wor­den seid, ihr habt Chris­tus ange­zo­gen. Da ist nicht Jude noch Grie­che, da ist nicht Skla­ve noch Frei­er, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Chris­tus Jesus. Wenn ihr aber des Chris­tus seid, so seid ihr damit Abra­hams Nach­kom­men­schaft und nach der Ver­hei­ßung Erben. (Gala­ter 3,26–29)

Des­halb erbt Abra­ham (ent­spre­chend der Leh­re der Zeu­gen Jeho­vas ist er Erbe der irdi­schen Hoff­nung) die glei­chen Seg­nun­gen wie alle, die an Jesus glau­ben, die Kin­der Got­tes und Erben der himm­li­schen Hoff­nung sind.[18]

3 Kom­men man­che Gläu­bi­ge nicht in den Himmel?

3.1 Alle Gläu­bi­gen bil­den eine Einheit

Um die­se Fra­ge zu beant­wor­ten, wol­len wir zuerst dar­le­gen, dass das Neue Tes­ta­ment über die Ein­heit aller Gläu­bi­gen spricht, was wir schon aus der oben erwähn­ten Stel­le (Gal 3 – alle Gläu­bi­gen wer­den zusam­men mit Abra­ham geseg­net) gese­hen haben. Es gibt dazu noch wei­te­re Stellen:

In Lukas 13,22–29 spricht Jesus dar­über, dass Abra­ham, Isaak, Jakob und alle Pro­phe­ten mit allen Geret­te­ten zusam­men im Reich Got­tes sind.

Und leh­rend durch­zog er nach­ein­an­der Städ­te und Dör­fer und reis­te nach Jeru­sa­lem. Es sprach aber jemand zu ihm: Herr, sind es weni­ge, die geret­tet wer­den? Er aber sprach zu ihnen: Ringt danach, durch die enge Pfor­te hin­ein­zu­ge­hen; denn vie­le, sage ich euch, wer­den hin­ein­zu­ge­hen suchen und wer­den es nicht kön­nen. Sobald der Haus­herr auf­ge­stan­den ist und die Tür ver­schlos­sen hat und ihr anfan­gen wer­det, drau­ßen zu ste­hen und an der Tür zu klop­fen und zu sagen: Herr, öff­ne uns! wird er ant­wor­ten und zu euch sagen: Ich ken­ne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. Dann wer­det ihr anfan­gen, zu sagen: Wir haben vor dir geges­sen und getrun­ken, und auf unse­ren Stra­ßen hast du gelehrt. Und er wird sagen: Ich sage euch, ich ken­ne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. Weicht von mir, alle ihr Übel­tä­ter! Da wird das Wei­nen und das Zäh­ne­knir­schen sein, wenn ihr Abra­ham und Isaak und Jakob und alle Pro­phe­ten im Reich Got­tes sehen wer­det, euch aber drau­ßen hin­aus­ge­wor­fen. Und sie wer­den kom­men von Osten und Wes­ten und Nor­den und Süden zu Tisch lie­gen im Reich Got­tes. (Lukas 13,22–29)

Jesus beant­wor­tet hier die Fra­ge, ob nur weni­ge geret­tet wer­den. Er zeigt uns, wie ernst wir den Kampf neh­men sol­len, dass wir sein Wort nicht nur hören, son­dern auch tun sol­len. Er spricht nur von zwei Grup­pen von Men­schen: von denen, die nicht geret­tet wer­den, und von denen, die geret­tet und gemein­sam im Reich Got­tes zu Tisch lie­gen wer­den. Sie kom­men „von Osten und Wesen und Nor­den und Süden“ – im Gegen­satz zu denen, die damals Jesus abge­lehnt haben. Men­schen aus allen Völ­kern wer­den Jesus anneh­men und mit den Glau­bens­vä­tern im Reich Got­tes sein.

Die Apos­tel und die ers­ten Chris­ten hat­ten eine himm­li­sche Hoff­nung.[19] Gera­de durch die­se Stel­le wird klar, dass sie sich der glei­chen Gemein­schaft mit Gott erfreu­en wer­den wie Abra­ham und die Pro­phe­ten.[20]

Auch im Hebrä­er­brief wird aus­ge­drückt, dass Gott für alle Gläu­bi­gen die­sel­be Gabe, die­sel­be Voll­endung vor­be­rei­tet hat, dass für die Gläu­bi­gen, die zur Zeit des Alten Bun­des leb­ten die­sel­ben Ver­hei­ßun­gen gel­ten, wie für Chris­ten (Hebrä­er 11,8–10.16.39–40).[21]

Nur wenn man den Text völ­lig aus dem Zusam­men­hang reißt, kann man die­se Stel­le so ver­ste­hen, dass die Gläu­bi­gen des Alten Tes­ta­ments von der himm­li­schen Hoff­nung aus­ge­schlos­sen waren.

Wenn Zeu­gen Jeho­vas (im Wider­spruch zu die­sen kla­ren Aus­sa­gen) behaup­ten, dass die gläu­bi­gen Israe­li­ten und der größ­te Teil der Chris­ten eine ande­re – irdi­sche – Hoff­nung haben, dann soll­ten sie das durch Wor­te der Hl. Schrift bele­gen kön­nen. Wir wol­len nun einen Blick auf eini­ge Tex­te wer­fen, auf die sie sich fälsch­lich beru­fen.[22]

3.2 Sind man­che Gläu­bi­ge nicht für den Him­mel bestimmt?

In ihrer Argu­men­ta­ti­ons­ket­te wol­len die Zeu­gen Jeho­vas zuerst zei­gen, dass man­che Gläu­bi­ge nicht im Him­mel sein wer­den. Aus­gangs­punkt ihrer Argu­men­ta­ti­on ist vor allem Johan­nes 3,13. Sie ent­neh­men die­ser Stel­le, dass bis zu der Zeit, als Jesus die­se Wor­te sprach, nie­mand in den Him­mel hin­auf­ge­stie­gen sei. Daher konn­ten die alt­tes­ta­ment­li­chen Gläu­bi­gen nicht im Him­mel sein und nur eine irdi­sche Hoff­nung haben.

Zum rich­ti­gen Ver­ständ­nis die­ses Tex­tes soll­ten wir uns den Zusam­men­hang anschauen.

Wahr­lich, wahr­lich, ich sage dir: Wir reden, was wir wis­sen, und bezeu­gen, was wir gese­hen haben, und unser Zeug­nis nehmt ihr nicht an. Wenn ich euch das Irdi­sche gesagt habe, und ihr glaubt nicht, wie wer­det ihr glau­ben, wenn ich euch das Himm­li­sche sage? Und nie­mand ist hin­auf­ge­stie­gen in den Him­mel als nur der, der aus dem Him­mel her­ab­ge­stie­gen ist, der Sohn des Men­schen. (Johan­nes 3,11–13)

Jesus beton­te, dass er der ein­zi­ge ist, der authen­tisch über das Himm­li­sche spre­chen kann, da er der ein­zi­ge ist, der vom Him­mel her­ab­ge­stie­gen ist. Kein Mensch ist jemals in den Him­mel hin­auf­ge­stie­gen, um das Himm­li­sche offen­ba­ren zu kön­nen. Das kann nur Jesus.[23] Er allein hat einen himm­li­schen Ursprung, nur er ist aus dem Schoß des Vaters zu uns gekom­men. Nur er hat die Erkennt­nis und die Voll­macht, über das Himm­li­sche zu spre­chen und uns dort­hin zu rufen. Jesus woll­te hier nichts dar­über sagen, was mit den ver­stor­be­nen Gläu­bi­gen geschah.

Den­sel­ben Gedan­ken fin­den wir im Kapi­tel 3 noch­mals ausgedrückt:

Der von oben kommt, ist über allen; der von der Erde ist, ist von der Erde und redet von der Erde her. Der vom Him­mel kommt, ist über allen; was er gese­hen und gehört hat, das bezeugt er; und sein Zeug­nis nimmt nie­mand an. Wer sein Zeug­nis ange­nom­men hat, der hat besie­gelt, dass Gott wahr­haf­tig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Wor­te Got­tes; denn er gibt den Geist nicht nach Maß. (Johan­nes 3,31–34)

Wei­ters führt die Wacht­turm­ge­sell­schaft eini­ge wich­ti­ge Gestal­ten die vor Jesus gelebt haben, an, von denen sie behaup­ten, dass sie weder im Him­mel sind noch jemals dort sein wer­den:[24]

a) David (Apos­tel­ge­schich­te 2,34 „Denn nicht David ist in die Him­mel aufgefahren …“)

Es ist auch hier wich­tig, den Zusam­men­hang genau anzu­schau­en, um zur rich­ti­gen Aus­le­gung zu kommen.

Män­ner von Isra­el, hört die­se Wor­te: Jesus, den Nazo­rä­er, einen Mann, der von Gott euch gegen­über erwie­sen wor­den ist durch Macht­ta­ten und Wun­der und Zei­chen, die Gott durch ihn in eurer Mit­te tat, wie ihr selbst wisst – die­sen Mann, der nach dem bestimm­ten Rat­schluss und nach Vor­kennt­nis Got­tes hin­ge­ge­ben wor­den ist, habt ihr durch die Hand von Gesetz­lo­sen an das Kreuz geschla­gen und umge­bracht. Den hat Gott auf­er­weckt, nach­dem er die Wehen des Todes auf­ge­löst hat­te, wie es denn nicht mög­lich war, dass er von ihm behal­ten wür­de. Denn David sagt über ihn: „Ich sah den Herrn alle­zeit vor mir; denn er ist zu mei­ner Rech­ten, damit ich nicht wan­ke. Dar­um freu­te sich mein Herz, und mei­ne Zun­ge jubel­te; ja, auch mein Fleisch wird in Hoff­nung ruhen; denn du wirst mei­ne See­le nicht im Hades zurück­las­sen noch zuge­ben, dass dein From­mer Ver­we­sung sehe. Du hast mir kund­ge­tan Wege des Lebens; du wirst mich mit Freu­de erfül­len vor dei­nem Ange­sicht.“ (Psalm 16,8–11) Ihr Brü­der, es sei erlaubt, mit Frei­mü­tig­keit zu euch zu reden über den Patri­ar­chen David, dass er gestor­ben und begra­ben und sein Grab bis auf die­sen Tag unter uns ist. Da er nun ein Pro­phet war und wuss­te, dass Gott ihm mit einem Eid geschwo­ren hat­te, einen sei­ner Nach­kom­men auf sei­nen Thron zu set­zen, hat er vor­aus­se­hend von der Auf­er­ste­hung des Chris­tus gere­det, dass er weder im Hades zurück­ge­las­sen wor­den ist noch sein Fleisch die Ver­we­sung gese­hen hat. Die­sen Jesus hat Gott auf­er­weckt, wovon wir alle Zeu­gen sind. Nach­dem er nun durch die Rech­te Got­tes erhöht wor­den ist und die Ver­hei­ßung des Hei­li­gen Geis­tes vom Vater emp­fan­gen hat, hat er die­ses aus­ge­gos­sen, was ihr seht und hört. Denn nicht David ist in die Him­mel auf­ge­fah­ren; er sagt aber selbst: „Der Herr sprach zu mei­nem Herrn: Set­ze dich zu mei­ner Rech­ten, bis ich dei­ne Fein­de lege zum Sche­mel dei­ner Füße!“ (Psalm 110,1) Das gan­ze Haus Isra­el wis­se nun zuver­läs­sig, dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Chris­tus gemacht hat, die­sen Jesus, den ihr gekreu­zigt habt. (Apos­tel­ge­schich­te 2,22–36)

Petrus woll­te zei­gen, dass Jesu Auf­er­ste­hung im Alten Tes­ta­ment vor­her­ge­sagt wur­de und sich die­se Pro­phe­tie nicht in David erfüllt hat­te, da er nicht so wie Jesus auf­er­stand. Nur der Leib Jesu blieb nicht im Grab.

Durch die­se Gegen­über­stel­lung zwi­schen David und Jesus hat Petrus den Blick auf die Auf­er­ste­hung Jesu gelenkt. Er hat aber nichts dar­über gesagt, ob David in der Ewig­keit in einem irdi­schen Para­dies oder im Him­mel sein wird.

b) Hiob (Hiob 14,7–15)

Denn für den Baum gibt es Hoff­nung. Wird er abge­hau­en, so schlägt er wie­der aus, und sei­ne Trie­be blei­ben nicht aus. Wenn sei­ne Wur­zel auch in der Erde altert und sein Stumpf im Staub abstirbt – vom Duft des Was­sers sprosst er wie­der und treibt Zwei­ge wie ein Pflänz­ling. Ein Mann aber stirbt und liegt da; und ein Mensch ver­schei­det, und wo ist er dann? Das Was­ser ver­rinnt aus dem Meer, und der Fluss trock­net aus und ver­siegt; so legt der Mensch sich hin und steht nicht wie­der auf. Bis der Him­mel nicht mehr ist, erwacht er nicht und wird nicht auf­ge­weckt aus sei­nem Schlaf. Dass du mich doch im Scheol ver­steck­test, mich ver­bär­gest, bis dein Zorn sich abwen­de­te, mir ein Ziel setz­test und dann mei­ner gedäch­test! – Wenn ein Mann stirbt, wird er etwa wie­der leben? – Alle Tage mei­nes Diens­tes woll­te ich har­ren, bis mei­ne Ablö­sung käme! Du wür­dest rufen, und ich wür­de dir ant­wor­ten, nach dem Werk dei­ner Hän­de wür­dest du dich sehnen.

In die­sen Ver­sen fin­den wir die hoff­nungs­lo­sen Gedan­ken eines lei­den­den Men­schen, Gedan­ken, denen Hiob selbst spä­ter wider­spricht (sie­he Hiob 19,25–27).[25] In Hiob 14 ist die Fra­ge, was mit dem Men­schen nach dem Tod sein wird, himm­li­sche oder irdi­sche Hoff­nung über­haupt nicht das Thema.

c) Johan­nes der Täu­fer (Mat­thä­us 11,11–12)

Wahr­lich, ich sage euch, unter den von Frau­en Gebo­re­nen ist kein Grö­ße­rer auf­ge­stan­den als Johan­nes der Täu­fer; der Kleins­te aber im Reich der Him­mel ist grö­ßer als er. Aber von den Tagen Johan­nes des Täu­fers an bis jetzt wird dem Reich der Him­mel Gewalt ange­tan, und Gewalt­tu­en­de rei­ßen es an sich.

Jesus woll­te zei­gen, dass die von ihm ver­kün­de­te Fro­he Bot­schaft alles, was Gott vor ihm offen­bart hat­te, an Wert über­steigt. Johan­nes der Täu­fer war zwar der größ­te unter den Pro­phe­ten, aber er gehör­te im Heils­plan Got­tes noch zur Epo­che des Alten Tes­ta­ments (auch wenn er ein Zeit­ge­nos­se Jesu war). Des­halb wird jeder im Reich Got­tes (jeder, der der von Jesus ver­kün­de­ten Bot­schaft gehorcht) grö­ßer sein als Johan­nes, da er die durch Jesus gebrach­te Erlö­sung schon hier auf Erden erfährt.[26]

Neben die­sen Bei­spie­len wer­den auch noch ande­re Stel­len miss­bräuch­lich als Argu­men­te her­an­ge­zo­gen. Doch immer zeigt eine Betrach­tung des Zusam­men­hangs, dass die Wacht­turm­ge­sell­schaft etwas in den Text hin­ein­liest, was dort nicht steht.[27]

4 Wen betrifft die Ver­hei­ßung, „das Land zu erben“?

Oft wei­sen Jeho­vas Zeu­gen dar­auf hin, dass auch die Bibel die Ver­hei­ßung, „das Land zu erben“, beinhal­tet. Die­se Ver­hei­ßung müs­se daher einer ande­ren Kate­go­rie von Gläu­bi­gen gel­ten als die Ver­hei­ßung, mit Jesus im Him­mel Gemein­schaft zu haben. Aber ist das wirk­lich so? Wir fin­den die­se Ver­hei­ßung in der Bergpredigt:

Als er aber die Volks­men­gen sah, stieg er auf den Berg; und als er sich gesetzt hat­te, tra­ten sei­ne Jün­ger zu ihm. Und er tat sei­nen Mund auf, lehr­te sie und sprach: Glück­se­lig die Armen im Geis­te, denn ihrer ist das Reich der Him­mel. Glück­se­lig die Trau­ern­den, denn sie wer­den getrös­tet wer­den. Glück­se­lig die Sanft­mü­ti­gen, denn sie wer­den das Land erben. Glück­se­lig, die nach der Gerech­tig­keit hun­gern und dürs­ten, denn sie wer­den gesät­tigt wer­den. Glück­se­lig die Barm­her­zi­gen, denn ihnen wird Barm­her­zig­keit wider­fah­ren. Glück­se­lig, die rei­nen Her­zens sind, denn sie wer­den Gott schau­en. Glück­se­lig die Frie­dens­stif­ter, denn sie wer­den Söh­ne Got­tes hei­ßen. Glück­se­lig die um der Gerech­tig­keit wil­len Ver­folg­ten, denn ihrer ist das Reich der Him­mel. Glück­se­lig seid ihr, wenn sie euch schmä­hen und ver­fol­gen und alles Böse lüg­ne­risch gegen euch reden wer­den um mei­net­wil­len. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Him­meln; denn eben­so haben sie die Pro­phe­ten ver­folgt, die vor euch waren. (Mat­thä­us 5,1–12)

Alles, was Jesus hier ver­heißt, „das Land zu erben“, „das Reich der Him­mel zu erhal­ten“, „gesät­tigt zu wer­den“, „Barm­her­zig­keit, die einem wider­fährt“, „Gott zu schau­en“, „Söh­ne Got­tes zu hei­ßen“ drückt aus, welch tie­fe Freu­de und Erfül­lung Gott denen schen­ken wird, die ihn aus rei­nem Her­zen suchen. Alle „Bedin­gun­gen“, die hier beschrie­ben wer­den, um die­se Ver­hei­ßun­gen zu erlan­gen, „arm zu sein im Geis­te“, „Barm­her­zig­keit“, „Sanft­mut“, „Hun­ger und Durst nach Gerech­tig­keit“ beschrei­ben ein ehr­li­ches, tie­fes Ver­lan­gen nach Gott. Es ist unmög­lich, hier zwei Kate­go­rien von Gläu­bi­gen zu fin­den, wie etwa, dass die, die rei­nen Her­zens sind, Gott schau­en wer­den (also himm­li­sche Hoff­nung haben) und die Sanft­mü­ti­gen das Land erben wer­den (also irdi­sche Hoff­nung haben). Kann man ohne ein rei­nes Herz sanft­mü­tig sein?

5 Offen­ba­rung 7 und 14

Nach der Leh­re der Wacht­turm­ge­sell­schaft spre­chen Offen­ba­rung 7,1–8 und 14,1–5 über die Gläu­bi­gen mit himm­li­scher Hoff­nung, wäh­rend die in 7,9–17 erwähn­ten Men­schen im Para­dies auf Erden leben werden.

Das Buch der Offen­ba­rung ist vol­ler Bil­der, die oft nicht leicht zu ver­ste­hen sind. Des­we­gen wird die­ses Buch auch häu­fig durch ent­spre­chen­de Miss­deu­tun­gen zur Begrün­dung fal­scher Leh­ren herangezogen.

Bei einer genau­en Betrach­tung sind auch in der von den Zeu­gen Jeho­vas ver­wen­de­ten Erklä­rung von Offen­ba­rung 7 und 14 Wider­sprü­che und Denk­feh­ler zu erkennen:

Sie ver­ste­hen den Aus­druck „aus jedem der Stäm­me Isra­els“ sym­bo­lisch, bezie­hen ihn also nicht auf die Geret­te­ten aus dem Volk Isra­el oder die Juden­chris­ten, son­dern auf eine beson­de­re Klas­se von Chris­ten, die aus allen Völ­kern erwählt wur­den. War­um aber neh­men sie dann die Zahl 144.000 wört­lich? 12 x 12 x 1000 = 144.000. Sowohl die Zahl 12 als auch die Zahl 1000 drü­cken in sym­bo­li­scher Wei­se die Fül­le aus, die Voll­zahl aller Geret­ten aus Israel.

Sowohl die 144.000 (in Offen­ba­rung 14,3) als auch die „gro­ße Volks­men­ge“ (7,9 und auch 7,15, wo sie in Got­tes Tem­pel die­nen) ste­hen vor dem Thron Got­tes. Es ist daher eine will­kür­li­che Erklä­rung, zu behaup­ten, dass sich die 144.000 im Him­mel befin­den, wäh­rend die gro­ße Volks­men­ge Gott auf der Erde dient.

In 7,9 lesen wir, dass die „gro­ße Volks­men­ge“ mit wei­ßen Gewän­dern beklei­det ist, was nach 3,5 der Lohn derer ist, die über­win­den. Ihre Namen ste­hen im Buch des Lebens und sie haben daher das Recht, in das himm­li­sche Jeru­sa­lem ein­zu­ge­hen. Die, die über­win­den, wer­den eine Säu­le im Tem­pel Got­tes sein (3,12), ja sie wer­den mit Jesus auf sei­nem Thron sit­zen (3,21).

Wir fin­den kei­nen Hin­weis dar­auf, dass es unter denen, die über­win­den zwei ver­schie­de­ne Grup­pen geben wird, dass man­che zwar mit wei­ßen Klei­dern beklei­det wer­den, aber die ande­ren Ver­hei­ßun­gen nicht erlan­gen werden.

6 Schluss­ge­dan­ken

Abschlie­ßend noch eini­ge Gedan­ken zu Johan­nes 10,14–16, wo Jesus sagte:

Ich bin der gute Hir­te; und ich ken­ne die Mei­nen, und die Mei­nen ken­nen mich, wie der Vater mich kennt und ich den Vater ken­ne; und ich las­se mein Leben für die Scha­fe. Und ich habe ande­re Scha­fe, die nicht aus die­sem Hof sind; auch die­se muss ich brin­gen, und sie wer­den mei­ne Stim­me hören, und es wird eine Her­de, ein Hir­te sein. (Johan­nes 10,14–16)

Nach der Erklä­rung der Zeu­gen Jeho­vas[28] sind die „ande­ren Scha­fe“ nicht in den Neu­en Bund zwi­schen Gott und dem geist­li­chen Isra­el auf­ge­nom­men, son­dern sind jene, die eine irdi­sche Ver­hei­ßung erben wer­den. Die­ses Ver­ständ­nis wider­spricht aber den Wor­ten Jesu in Vers 16b, dass nur ein Hirt und eine Her­de sein wird.

Dass es nur eine Her­de und einen Hir­ten geben wird ist eine der Grund­aus­sa­gen des Neu­en Tes­ta­ments. Wäh­rend es zur Zeit des Alten Tes­ta­ments und auch noch zur Zeit Jesu Feind­schaft zwi­schen den Juden und den ande­ren Völ­kern gab, kam Jesus, um die­se Feind­schaft zu über­win­den und alle, die durch ihn an Gott glau­ben, in einem Leib zu ver­ei­nen.[29] Das ist das Geheim­nis Got­tes: Er führt alle sei­ne Kin­der zusam­men, gibt ihnen die­sel­be Gabe und schenkt ihnen tie­fe Einheit.

Die­ses Geheim­nis möch­ten Jeho­vas Zeu­gen zer­stö­ren, wenn sie die eine Her­de in zwei Grup­pen auf­tei­len wol­len, wo doch Jesus sagt, dass die bei­den eins sein werden.

So sind wir nun, Brü­der, nicht dem Fleisch Schuld­ner, um nach dem Fleisch zu leben; denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so wer­det ihr ster­ben, wenn ihr aber durch den Geist die Hand­lun­gen des Lei­bes tötet, so wer­det ihr leben. Denn so vie­le durch den Geist Got­tes gelei­tet wer­den, die sind Söh­ne Got­tes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knecht­schaft emp­fan­gen, wie­der zur Furcht, son­dern einen Geist der Sohn­schaft habt ihr emp­fan­gen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst bezeugt zusam­men mit unse­rem Geist, dass wir Kin­der Got­tes sind. Wenn aber Kin­der, so auch Erben, Erben Got­tes und Mit­er­ben Chris­ti, wenn wir wirk­lich mit­lei­den, damit wir auch mit ver­herr­licht wer­den. (Römer 8,12–17)


Fußnoten

  1. Der Him­mel ist die end­gül­ti­ge Erfül­lung unse­res Glau­bens. Er ist kein Teil die­ser sicht­ba­ren, mate­ri­el­len Welt (1. Korin­ther 15,50.53; 2. Korin­ther 4,17–18). „Denn wir sehen jetzt mit­tels eines Spie­gels, undeut­lich, dann aber von Ange­sicht zu Ange­sicht. Jetzt erken­ne ich stück­wei­se, dann aber wer­de ich erken­nen, wie auch ich erkannt wor­den bin“ (1. Korin­ther 13,12). Es war Got­tes ewi­ger Plan, dass der Mensch in voll­kom­me­ner Bezie­hung zu ihm in Ewig­keit lebe. Dort wer­den wir die Bezie­hung zu unse­rem Vater und damit ver­bun­den auch zu all unse­ren Brü­dern und Schwes­tern in voll­kom­me­ner Erfül­lung erfahren.
  2. Sie­he Ephe­ser 2,1–3.
  3. Sie­he Kolos­ser 1,21.
  4. Sie­he Römer 8,3–4.
  5. Sie­he Kolos­ser 1,21–23; 2. Korin­ther 5,18–21.
  6. Sie­he Ephe­ser 4,20–24; 2. Korin­ther 5,17; Gala­ter 6,15.
  7. Sie­he Römer 8,15; Johan­nes 1,12–13.
  8. Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S. 124–126.
  9. Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S. 163–164.
  10. Sie­he auch Offen­ba­rung 3,12.21.
  11. Hebrä­er 3,1; 10,34; Phil­ip­per 3,20; Kolos­ser 1,5; 1. Petrus 1,4; 2. Korin­ther 5,1–10; Ephe­ser 2,6.
  12. Ver­glei­che: Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S. 120.
  13. Ver­glei­che: Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S. 193, hier aller­dings auf die Par­al­lel­stel­le in Mat­thä­us 24,45–47 bezogen.
  14. Sie­he Mat­thä­us 7,13–14; Lukas 13,23–24.
  15. Natür­lich gibt es Unter­schie­de unter Chris­ten, was ihre Ver­ant­wor­tung betrifft. Chris­ten, die im Glau­ben älter sind, haben Auf­ga­ben an denen, die den Weg der Nach­fol­ge erst vor Kur­zem begon­nen haben. Die­se Bezie­hun­gen sind aber wie zwi­schen jün­ge­ren und älte­ren Geschwis­tern in einer Fami­lie. Die Ver­ant­wor­tung zum Auf­bau und Bestär­kung sei­ner Brü­der betrifft jeden Christen.
  16. Wie es von den Zeu­gen Jeho­vas behaup­tet wird: United in Wor­ship of the Only True God, 1983, S. 111.
  17. Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S.126: Ins­ge­samt wer­den schließ­lich nur 144.000 Per­so­nen die „Ver­samm­lung Got­tes“ bil­den. Heu­te leben nur noch weni­ge davon, ein Über­rest, auf der Erde. … Die Bibel bezeich­net die­se aus 144.000 Glie­dern bestehen­de Ver­samm­lung auch mit den Begrif­fen „die Braut, das Weib des Lam­mes“, ‚der Leib des Chris­tus‘, „der Tem­pel Got­tes“, „das Isra­el Got­tes“ und das „Neue Jeru­sa­lem“ (Offen­ba­rung 21,9; Ephe­ser 4,12; 1. Korin­ther 3,17; Gala­ter 6,16; Offen­ba­rung 21,2).
  18. Sie­he dazu unse­re obi­ge Erklä­rung von Römer 8,17.
  19. Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S.120: Jesus sag­te hier sei­nen Apos­teln ein­deu­tig, dass sie mit ihm im Him­mel ver­eint sein wür­den. Der Apos­tel Pau­lus erzähl­te den ers­ten Chris­ten oft von die­ser wun­der­ba­ren Hoffnung.
  20. „Zu Tisch lie­gen“ ist ein Aus­druck für Gemein­schaft haben. Lukas 14,15–24 und Mat­thä­us 8,11–12 sagen das Glei­che: Die Pha­ri­sä­er und jüdi­schen Füh­rer, die sich als „Söh­ne des Rei­ches“ betrach­te­ten, weil sie zum erwähl­ten Volk gehör­ten, wer­den in die Dun­kel­heit hin­aus­ge­sto­ßen wer­den und Gott wird sich eine ande­re Nati­on erwäh­len (die Chris­ten), die mit den Gehor­sa­men des Alten Bun­des zusam­men im Reich Got­tes sein werden.
  21. Wie wir schon oben in Gala­ter 3 gese­hen haben, erhält Abra­ham das glei­che Erbe und wird zusam­men mit allen Gläu­bi­gen gesegnet.
  22. Es sei an die­ser Stel­le ange­merkt, dass die­se Leh­re von den Zeu­gen Jeho­vas erst im Lau­fe ihrer Geschich­te ent­wi­ckelt wur­de. Erst seit 1935 fin­den wir die „Erkennt­nis“, dass Eze­chi­el 9,1–11; Johan­nes 10,16; Mat­thä­us 25,31–46; Offen­ba­rung 7,9–17; Apos­tel­ge­schich­te 2,29.34; Hiob 14,13–15; Mat­thä­us 11,11 und Johan­nes 3,13 über die irdi­sche Hoff­nung spre­chen und die Zahl der 144.000 Erwähl­ten erfüllt war. Den allein wah­ren Gott anbe­ten, 2002, S.120–121.
  23. Sie­he Johan­nes 1,18: „Nie­mand hat Gott jemals gese­hen, der ein­ge­bo­re­ne Gott, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kund­ge­macht.“ Nie­mand hat den Vater gese­hen, nie­mand hat ihn wirk­lich erkannt. Ein­zig Jesus konn­te ihn uns offen­ba­ren. Dar­um sind sei­ne Wor­te für alle, die Gott suchen, Autorität.
  24. Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S.120–122.
  25. In Hiob 14,7–15 spricht Hiob, so als ob es kei­ne Auf­er­ste­hung, ja über­haupt kei­ne Hoff­nung gäbe – auch kei­ne irdi­sche Hoff­nung. Aber spä­ter (in Hiob 19,25–27) spricht er deut­lich über sei­ne Hoff­nung über den Tod hinaus.
  26. Die Begrif­fe „Reich Got­tes“ oder „Reich der Him­mel“ kön­nen nicht immer ein­fach mit dem „Him­mel“ als dem „Ort“ der ewi­gen Gemein­schaft mit Gott oder mit „Gemein­de“ gleich­ge­setzt wer­den. Jesus ver­wen­de­te die­se Begrif­fe in sei­nen Gleich­nis­sen, um unter­schied­li­che Aspek­te des Wir­kens Got­tes zu ver­deut­li­chen. Oft meint „in das Reich Got­tes ein­zu­ge­hen“, die Wor­te Jesu anzu­neh­men, sich Gott zuzu­wen­den oder ein­fach mit Gott zu leben, nicht erst nach dem Tod, son­dern schon hier und jetzt.
  27. Eze­chi­el 9,1–11 spricht über Got­tes Gericht über die Juden im spä­ten 6. Jahr­hun­dert v. Chr. Auf­grund ihres Göt­zen­diens­tes und ihres sünd­haf­ten Lebens wur­den sie durch die Baby­lo­ni­er besiegt, ihr Tem­pel wur­de zer­stört, vie­le von ihnen getö­tet und ande­re ins Exil gebracht. Trotz­dem ver­sprach Gott ihnen, dass nicht alle ver­nich­tet wer­den, son­dern dass ein gehor­sa­mer Rest übrig blei­ben wer­de. Die­se Stel­le hat also nichts mit der Fra­ge der irdi­schen oder himm­li­schen Hoff­nung der Gläu­bi­gen zu tun. Mit Johan­nes 10,16 und Offen­ba­rung 7 wer­den wir uns noch spä­ter geson­dert beschäftigen.
  28. United in Wor­ship of the Only True God, 1983, S. 116.
  29. Ephe­ser 2,11–22 (beson­ders V. 15); 3,4–7; Hebrä­er 11; Gala­ter 3,9; Römer 4,16–17.


Der Him­mel ist die end­gül­ti­ge Erfül­lung unse­res Glau­bens. Er ist kein Teil die­ser sicht­ba­ren, mate­ri­el­len Welt (1. Korin­ther 15,50.53; 2. Korin­ther 4,17–18).
„Denn wir sehen jetzt mit­tels eines Spie­gels, undeut­lich, dann aber von Ange­sicht zu Ange­sicht. Jetzt erken­ne ich stück­wei­se, dann aber wer­de ich erken­nen, wie auch ich erkannt wor­den bin“ (1. Korin­ther 13,12).
Es war Got­tes ewi­ger Plan, dass der Mensch in voll­kom­me­ner Bezie­hung zu ihm in Ewig­keit lebe. Dort wer­den wir die Bezie­hung zu unse­rem Vater und damit ver­bun­den auch zu all unse­ren Brü­dern und Schwes­tern in voll­kom­me­ner Erfül­lung erfahren.

Sie­he Ephe­ser 2,1–3.

Sie­he Kolos­ser 1,21.

Sie­he Römer 8,3–4.

Sie­he Kolos­ser 1,21–23; 2. Korin­ther 5,18–21.

Sie­he Ephe­ser 4,20–24; 2. Korin­ther 5,17; Gala­ter 6,15.

Sie­he Römer 8,15; Johan­nes 1,12–13.

Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S. 124–126.

Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S. 163–164.

Sie­he auch Offen­ba­rung 3,12.21.

Hebrä­er 3,1; 10,34; Phil­ip­per 3,20; Kolos­ser 1,5; 1. Petrus 1,4; 2. Korin­ther 5,1–10; Ephe­ser 2,6.

Ver­glei­che: Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S. 120.

Ver­glei­che: Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S. 193, hier aller­dings auf die Par­al­lel­stel­le in Mat­thä­us 24,45–47 bezogen.

Sie­he Mat­thä­us 7,13–14; Lukas 13,23–24.

Natür­lich gibt es Unter­schie­de unter Chris­ten, was ihre Ver­ant­wor­tung betrifft. Chris­ten, die im Glau­ben älter sind, haben Auf­ga­ben an denen, die den Weg der Nach­fol­ge erst vor Kur­zem begon­nen haben. Die­se Bezie­hun­gen sind aber wie zwi­schen jün­ge­ren und älte­ren Geschwis­tern in einer Fami­lie. Die Ver­ant­wor­tung zum Auf­bau und Bestär­kung sei­ner Brü­der betrifft jeden Christen.

Wie es von den Zeu­gen Jeho­vas behaup­tet wird: United in Wor­ship of the Only True God, 1983, S. 111.

Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S.126: Ins­ge­samt wer­den schließ­lich nur 144.000 Per­so­nen die „Ver­samm­lung Got­tes“ bil­den. Heu­te leben nur noch weni­ge davon, ein Über­rest, auf der Erde. … Die Bibel bezeich­net die­se aus 144.000 Glie­dern bestehen­de Ver­samm­lung auch mit den Begrif­fen „die Braut, das Weib des Lam­mes“, ‚der Leib des Chris­tus‘, „der Tem­pel Got­tes“, „das Isra­el Got­tes“ und das „Neue Jeru­sa­lem“ (Offen­ba­rung 21,9; Ephe­ser 4,12; 1. Korin­ther 3,17; Gala­ter 6,16; Offen­ba­rung 21,2).

Sie­he dazu unse­re obi­ge Erklä­rung von Römer 8,17.

Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S.120: Jesus sag­te hier sei­nen Apos­teln ein­deu­tig, dass sie mit ihm im Him­mel ver­eint sein wür­den. Der Apos­tel Pau­lus erzähl­te den ers­ten Chris­ten oft von die­ser wun­der­ba­ren Hoffnung.

„Zu Tisch lie­gen“ ist ein Aus­druck für Gemein­schaft haben. Lukas 14,15–24 und Mat­thä­us 8,11–12 sagen das Glei­che: Die Pha­ri­sä­er und jüdi­schen Füh­rer, die sich als „Söh­ne des Rei­ches“ betrach­te­ten, weil sie zum erwähl­ten Volk gehör­ten, wer­den in die Dun­kel­heit hin­aus­ge­sto­ßen wer­den und Gott wird sich eine ande­re Nati­on erwäh­len (die Chris­ten), die mit den Gehor­sa­men des Alten Bun­des zusam­men im Reich Got­tes sein werden.

Wie wir schon oben in Gala­ter 3 gese­hen haben, erhält Abra­ham das glei­che Erbe und wird zusam­men mit allen Gläu­bi­gen gesegnet.

Es sei an die­ser Stel­le ange­merkt, dass die­se Leh­re von den Zeu­gen Jeho­vas erst im Lau­fe ihrer Geschich­te ent­wi­ckelt wur­de. Erst seit 1935 fin­den wir die „Erkennt­nis“, dass Eze­chi­el 9,1–11; Johan­nes 10,16; Mat­thä­us 25,31–46; Offen­ba­rung 7,9–17; Apos­tel­ge­schich­te 2,29.34; Hiob 14,13–15; Mat­thä­us 11,11 und Johan­nes 3,13 über die irdi­sche Hoff­nung spre­chen und die Zahl der 144.000 Erwähl­ten erfüllt war. Den allein wah­ren Gott anbe­ten, 2002, S.120–121.

Sie­he Johan­nes 1,18: „Nie­mand hat Gott jemals gese­hen, der ein­ge­bo­re­ne Gott, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kund­ge­macht.“ Nie­mand hat den Vater gese­hen, nie­mand hat ihn wirk­lich erkannt. Ein­zig Jesus konn­te ihn uns offen­ba­ren. Dar­um sind sei­ne Wor­te für alle, die Gott suchen, Autorität.

Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben, 1982, S.120–122.

In Hiob 14,7–15 spricht Hiob, so als ob es kei­ne Auf­er­ste­hung, ja über­haupt kei­ne Hoff­nung gäbe – auch kei­ne irdi­sche Hoff­nung. Aber spä­ter (in Hiob 19,25–27) spricht er deut­lich über sei­ne Hoff­nung über den Tod hinaus.

Die Begrif­fe „Reich Got­tes“ oder „Reich der Him­mel“ kön­nen nicht immer ein­fach mit dem „Him­mel“ als dem „Ort“ der ewi­gen Gemein­schaft mit Gott oder mit „Gemein­de“ gleich­ge­setzt wer­den. Jesus ver­wen­de­te die­se Begrif­fe in sei­nen Gleich­nis­sen, um unter­schied­li­che Aspek­te des Wir­kens Got­tes zu ver­deut­li­chen. Oft meint „in das Reich Got­tes ein­zu­ge­hen“, die Wor­te Jesu anzu­neh­men, sich Gott zuzu­wen­den oder ein­fach mit Gott zu leben, nicht erst nach dem Tod, son­dern schon hier und jetzt.

Eze­chi­el 9,1–11 spricht über Got­tes Gericht über die Juden im spä­ten 6. Jahr­hun­dert v. Chr. Auf­grund ihres Göt­zen­diens­tes und ihres sünd­haf­ten Lebens wur­den sie durch die Baby­lo­ni­er besiegt, ihr Tem­pel wur­de zer­stört, vie­le von ihnen getö­tet und ande­re ins Exil gebracht. Trotz­dem ver­sprach Gott ihnen, dass nicht alle ver­nich­tet wer­den, son­dern dass ein gehor­sa­mer Rest übrig blei­ben wer­de. Die­se Stel­le hat also nichts mit der Fra­ge der irdi­schen oder himm­li­schen Hoff­nung der Gläu­bi­gen zu tun. Mit Johan­nes 10,16 und Offen­ba­rung 7 wer­den wir uns noch spä­ter geson­dert beschäftigen.

United in Wor­ship of the Only True God, 1983, S. 116.

Ephe­ser 2,11–22 (beson­ders V. 15); 3,4–7; Hebrä­er 11; Gala­ter 3,9; Römer 4,16–17.